Mit knapp 50.000 Abonnenten ist Jonas Müller alias Kamula eines der bekanntesten Gesichter unter den deutschen Anime-YouTubern. Wir haben mit ihm ein Interview geführt.

 

Wie kamst du das erste Mal mit dem Medium Anime in Berührung?

Dahinter steckt keine wirklich spektakuläre Story. Wahrscheinlich so wie (fast) jeder, der Ende der 90er aufgewachsen ist – durch RTL2. Heutzutage undenklich, aber damals gab es auf dem verpönten Sender noch ein umfangreiches Angebot an Anime, welches ich jeden Tag vor und nach der (Grund-)Schule konsumierte. Und zwar quer durch die Bank – One Piece, Shaman King, DoReMi, Jeanne die Kamikaze-Diebin, …; einfach alles – so wie heute immer noch.

 

Was sind deine Lieblingsanime? Welche Genres bevorzugst du?

Ich habe keine spezifischen Lieblingsanime, aber mir gefällt so gut wie alles von „Key“, vorne mit dabei Angel Beats, Clannad und Air. Dementsprechend sind meine bevorzugten Genres auch Drama, Romance und Slice of Life, gerne auch mal mit einer Brise Psychological.

 

Wie bist du dazu gekommen, YouTube-Videos zu machen?

Es gab keinen konkreten Auslöser, der mich dazu verleitet hat Videos zu produzieren; ich wollte lediglich ein bisschen über Anime reden, da niemand in meinem Freundeskreis mehr als die „Standard-Shounen“ kannte (und mein freizeitlicher Zeitvertreib sowieso meist vor dem PC stattfand). Da es damals in Anime-YouTube-Deutschland noch kein wöchentliches Newsformat gab, sah ich mich darin gut aufgehoben und habe dann auch bestimmt ein Jahr lang jeden Freitag die News gebracht – bis es einfach zeitlich nicht mehr machbar war.

 

Hast du Vorbilder unter YouTubern oder Persönlichkeiten der Anime-Industrie?

Generell habe ich keine Vorbilder. Man kann aber schon sagen, dass ich ein bisschen zum YouTuber „Super Eyepatch Wolf“ und zum Regisseur Makoto Shinkai aufschaue.

 

Wie viel Aufwand steckt in deinen Videos?

Ist immer sehr unterschiedlich. Je nachdem, wie simpel das Skript ist und wie viele visuelle Extras noch eingebaut werden. Plus Uploadzeit und bis das Video online ist würde ich sagen ca. 14 Stunden.

 

Viele andere Anime-YouTuber setzen auf Clickbaiting et cetera. Was hälst du von dieser Entwicklung?

Prinzipiell ist mir egal, was andere machen. Sollen sie so viel clickbaiten wie sie wollen, wenn es sie glücklich macht. Ich habe nur dann ein Problem damit, wenn dadurch dem „Nicht-Anime-Schauer“ wieder Stereotypen vorgesetzt werden aka. Anime = Brüste oder Anime = Hentai/Japanschrott.

 

Die deutschen Animesynchronisationen sehen sich vielfach Kritik ausgesetzt. Wie stehst du zu diesem Thema? Bevorzugst du OmU-Fassungen?

Ich bin ganz ehrlich und oute mich mal. Ich habe bestimmt seit rund 10 Jahren keine deutsche Animesynchronisation mehr gesehen. Alle gekauften und nicht gekauften Anime werden bei mir auf Japanisch mit englischen Untertiteln geschaut (sofern möglich). Daher kann ich mir auch kein Bild von der Kritik an den deutschen Synchronisationen machen. Ist von mir vielleicht ein bisschen unfair gegenüber den deutschen Synchronsprechern, aber ich habe mich einfach in dem Jahrzehnt daran gewöhnt.

 

Gibt es konkrete Pläne für die zukünftige Entwicklung deines Kanals?

Meine herangehensweise an den Kanal und YouTube hat es noch nie vorgesehen, dass ich großartig Pläne schmiede. „Kamula“ wurde einzig und allein erstellt, damit ich und die Zuschauer Spaß an Videos über Anime haben. Daher geht es mir auch nicht darum, eine geplante Abozahl zu erreichen oder irgendwelche Themen wiederholt zu behandeln. Alles entwickelt sich bei mir relativ spontan und aus der Lust heraus.

 

Hast du ein Paar abschließende Worte an deine Community?

Guckt Jojo! (Pose)

 

Vielen Dank an Kamula für das Interview!

>> Hier geht es zum YouTube-Kanal von Kamula