Home

Die DoKomi 2020 fand in diesem Jahr inmitten der Corona-Pandemie statt. Die Veranstalter legten im Vorfeld ein Sicherheits- und Hygienekonzept vor, um die Gesundheit aller in den Düsseldorfer Messehallen nicht zu gefährden. Wie gut das in der Praxis funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem Erlebnisbericht.

Die Gefahr, die vom Coronavirus ausgeht sorgt immernoch für zahlreiche Absagen von Großveranstaltungen. Auch die diesjährige DoKomi konnte nicht wie geplant im Mai stattfinden und musste auf September verschoben werden. Trotz vorheriger Zweifel konnte die Messe tatsächlich vom 26. bis zum 27. September 2020 stattfinden – unter strengen Auflagen. So mussten die Veranstalter ein Sicherheits- und Hygienekonzept vorlegen und maximal 14.000 Besucher pro Tag durften auf die Messe.

Eintrittschaos: Ein schlechtes Omen?

Die Toren der Messe Düsseldorf öffneten für Besucher um 10 Uhr. Ich bin gegen 11:30 an der Messe angekommen und war ziemlich platt: Die Schlange zur DoKomi zieht sich bis fast hin zur Stadtbahnhaltestelle, die knapp einen Kilometer von der Messe entfernt ist. Besucher standen dicht hintereinander. Ich fand es sehr besorgniserregend. “Wenn es schon so anfängt, dann ist das kein gutes Zeichen”, dachte ich mir in diesem Moment.

Trotz der langen Schlange ging es in meinem Fall jedoch ziemlich schnell voran und an den Messehallen angekommen, erkannte man schnell die ersten Maßnahmen zur Sicherheit. Bei jedem Besucher wurde die Temperatur gemessen und es gab Taschenkontrollen. Hat man diese hinter sich gebracht, ging es in die Hallen und das Eintrittschaos war für mich vorüber.

Wie “sicher” war es auf der Messe?

Bis auf wenige Ausnahmen herrschte innerhalb der Messe überall die Maskenpflicht. An gekennzeichneten Orten konnte man den Mund-Nasen-Schutz abnehmen, um zu Essen oder zu Trinken. In den Hallen sorgten Security-Mitarbeiter und Helfer der Messe, dass die Maskenpflicht auch wirklich eingehalten wird. Zusätzlich wurde oft auf die Einhaltung der Abstände hingewiesen und versucht Grüppchenbildung zu verhindern – was jedoch nicht immer klappte. Die meisten Mitarbeiter nahmen ihren Job wirklich ernst und so konnte ich sogar miterleben, wie ein Besucher von der Messe Verwiesen wurde, weil dieser sich mehrmals nicht an die Maskenpflicht gehalten hat. Das sorgte für ein ziemlich gutes Gefühl der Sicherheit.

Foto: Ahmet Dönmez

Hinsichtlich der Hygienemaßnahmen machten die Veranstalter der Messe auch einen guten Job. An vielen Standorten waren kontaktlose Desinfektionsmittelspender aufgestellt. An beiden Tagen konnte ich keinen leeren Spender auffinden, was äußert positiv auffiel. Sowohl zwischen den Ständen als auch in den Sitzbereichen gab es gute Abstände. Innerhalb der Workshop-Bereiche wurde sich auch um ausreichend Abstand zwischen den Sitzplätzen bemüht. Leider gab es vor allem im Shop-Bereich trotz der großen Abstände vor einigen Verkaufsständen große Menschenansammlungen.

Was aus meiner Sicht nicht so gut funktioniert hat, war die Orientierung innerhalb der Messe anhand Markierungen auf dem Boden. Farbige Streifen sollten den Besucher den Weg weisen, allerdings war das Ganze so verwirrend, dass ich teils an Orten ankam, wohin ich überhaupt nicht wollte. Nachdem man sich erst einmal einen groben Übeblick über die Hallen verschafft hat, konnte man sich jedoch schnell zurechtfinden.

Was bot die DoKomi 2020?

Wie jedes Jahr gab es auf der DoKomi viele Verkaufsbereiche in denen Merchandise, Manga und Co. geboten wurden. Auch Künstler konnten in einem eigenen Bereich ihre Werke verkaufen. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit in einem E-Sports-Bereich abzuhängen, in Retrospielen sich zu kloppen oder sich an körperlichen Aktivitäten, wie an dem K-Pop-Dance, zu beteiligen. Auch in diesem Jahr bemühten sich die Veranstalter, trotz dem Coronavirus, ein Bühnenprogramm auf der Live-Stage und Black-Stage mit Musik-Acts, Showeinlagen und Talks auf die Beine zu stellen. Die Vielfalt fiel meiner Meinung nach ziemlich mau aus, jedoch waren das Programm an sich sehr toll. Vor allem die deutschen Cover-Sänger Shiroku und Haru Kiss konnten gut überzeugen.

Foto: Ahmet Dönmez

Übrigens: Für die Sicherheit der Bühnenleute wurde auch gut gesorgt. Das Publikum hatte einen großen Abstand zu der Bühne. Für den Fall, dass keine Sitzplätze vor der Bühne verfügbar sind, gab es in einem seperaten Raum große Monitore wo man das Bühnenprogramm mitverfolgen konnte.

Man konnte der Messe ansehen, dass vieles gestrichen werden musste oder nicht in der ursprünglichen Form vertreten sein konnte. Die Verkaufsstände machten meines Erachtens nach einen großen Teil der Messe aus. Entertainment- und Aktivitätsmöglichkeiten waren weniger vertreten. Ich fand das ziemlich schade, da man ziemlich schnell durch ist mit allen Ständen und wenn man kein Interesse an Merchandise oder anderen Produkten hat, bietet die Messe nicht viel mehr. Mich persönlich haben die Workshops gecatched, die es auch schon in den vorherigen Jahren auf der DoKomi gab. Dort wurden viele Interessensbereiche zum Thema Japan bedient, sogar auch ziemlich spezielle – es gab einen Shibari-Workshop (japanisches Bondage)! Besonders interessant fand ich aber ein Food-Workshop, in dem Details über die kulinarische Vielfalt in Japan vermittelt wurden. Zudem gab es Tipps, wie und wo man günstig essen kann.

 

Fazit: Praxistest bestanden!

Für mich hat die DoKomi trotz der Coronavirus-Umstände den Praxistest gut bestanden. Trotz anfänglicher Bedenken fühlte ich mich auf der Messe stets sicher und ich fand es toll, wieder an einer großen Veranstaltung teilzunehmen. An der Organisation müsste man hingegen noch etwas schrauben, vor allem beim Einlass schien es problematisch zu sein.  Das Hygiene- und Sicherheitskonzept hat sehr gut überzeugt. Besonders überrascht war ich jedoch über die Besucher selbst. Nahezu alle haben sich an die Regeln gehalten und wenn es Ausreißer gab, wurden diese schnell vom Platz verwiesen. Obwohl es für mich, bis auf die Workshops, nicht viel Interessantes gab, konnten sich sicherlich viele Menschen über die Convention freuen.

Die Zeit wird zeigen, ob und in welcher Form Messen bzw. Conventions stattfinden können. Wenn es im Fall der DoKomi keine negativen Schlagzeilen hinsichtlich Corona-Infektionen gibt, dann ist die DoKomi wirklich ein Paradebeispiel dafür, dass trotz Pandemie-Zustände größere Veranstaltungen unter strengen Auflagen erfolgreich und sicher stattfinden können.

Impressionen