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Die deutsche Synchronisation der neuen Folgen

ProSieben MAXX hat für die 100 neuen Folgen ebenfalls das Studio Oxygen Sound beauftragt. Beachtlich ist, dass das Dialogbuch der unzähligen neuen Folgen von niemand Geringerem als Karin Lehmann selbst verfasst wurde, die bereits seit Film 14 die deutschen Bücher schreibt. Qualitativ sind die Dialoge der neuen Folgen sehr liebevoll verfasst und sehr lebendig. Alles wirkt organisch und stimmig; so, als würde man sich in ein Restaurant setzen und verschiedenen Menschen zuhören. Dies ist ein starker Kontrast zu einigen anderen heutigen Anime-Synchronisationen, die sich teils wie eine kalte japanische Rohübersetzung anhören. Außerdem hat Frau Lehmann bei allen Folgen die Dialogregie geführt. Auch zusammen mit Fanclubs hat sie sich immer wieder zusammengeschlossen, wie sie in einem Interview verriet, welches man beim Film 18 führte, da diese sehr tief in der Materie stecken. Das ist sehr lobenswert.

Man hat sich sehr viel Mühe gegeben, möglichst alle Sprecher von damals wiederzugewinnen. Mit wenigen Ausnahmen ist dies sehr gut gelungen. Alle Sprecher klingen aufgrund der Dialogregie so, als hätten sie nie mit ihrer Rolle pausiert (wobei man dazu sagen muss, das viele Sprecher bereits in den Vorjahren immer wieder bei den Filmen dabei waren). Die einzige Sprecherin, die bei der Ausstrahlung recht viel Kritik abbekam, war Tanja Schmitz als die neue Stimme von Ayumi. Es stimmt zwar, dass sie in den ersten Folgen sehr ungewohnt klang. Aber in den späteren Folgen hat man sich gut an sie gewöhnen können. Auch muss man dazu sagen, dass es sich generell immer ein wenig komisch anhört, wenn Erwachsene ihre Stimme verstellen, um wie ein Kind zu klingen. Dafür kann aber eine Sprecherin nichts. Es ist einfach aus wirtschaftlichen Gründen schwer möglich, immer wieder neue Kinderdarsteller für eine Rolle zu besetzen. Sehr gut hat mir persönlich gefallen, dass man den Fehler der RTL-2-Fassung behoben hat, in der Vermouth und Jodie die gleiche Sprecherin hatten. Nun leiht Melanie Hinze gekonnt Vermouth die Stimme, während Victoria Sturm Jodie weiterhin spricht. Es ist immer gut, wenn man merkt, was vorher falsch gelaufen ist und dann die richtigen Stellschrauben dreht, um das Endprodukt qualitativ zu verbessern.

Auch die Aussprache ist gut gelungen, mit wenigen Ausnahmen. So wurde zum Beispiel die Aussprache von Yamamuras Namen aus unbekannten Gründen geändert. Was man jedoch wirklich zugute halten muss, ist die konsequente Beibehaltung von Aussprachen, was ein Indiz für eine hervorragende Synchronarbeit ist.

Fazit

Insgesamt ist die deutsche Synchronisation durch die Oxygen Sound Studios im Auftrag der ProSiebenSat.1-Gruppe sehr hochwertig geworden. Man hört auch Sprecher, die man zuvor schon lange nicht mehr bei Animes gehört hatte. Das Dialogbuch und die Regie sowie die Sprecher liefern einen exzellenten Job ab, um die japanische Vorlage gekonnt auf deutsch umzusetzen. Dieser Kommentar kommt im Übrigen von jemandem, der der deutschen Synchronisation schon immer etwas kritisch gegenüber gestanden hat und alle der neu synchronisierten Folgen bereits auf Japanisch verfolgt hat. In diesem Sinne bedanke ich mich vielmals fürs Lesen!

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