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Nach über 12 Jahren Pause hat uns ProSieben MAXX neue Folgen von «Detektiv Conan» ermöglicht. Doch wie schneidet die deutsche Synchronfassung qualitativ ab? Kann Sie die teilweise schwächere Synchronisation der letzten Conan-Filme übertreffen? Wir haben die deutsche Synchro genauer unter die Lupe genommen und ziehen ein rückblickendes Fazit.

Die deutsche Synchro der alten Folgen

Bis zur 333. deutschen Episode war damals noch das Synchronstudio MME in Berlin für die Bearbeitung von «Detektiv Conan» verantwortlich. Hierbei wurde in den ersten drei Staffeln eine sehr gute Arbeit abgeliefert. Zwar gab es hin und wieder kleinere Ungereimtheiten, wie Aussprachepatzer oder Neubesetzungen von Charakteren, jedoch ist dies bei einer langen Serie nichts Ungewöhnliches. Der qualitative Abfall begann langsam mit der vierten Staffel: Der Sprechercast wurde knapper, es gab häufiger Umbesetzungen oder gar Doppelbesetzungen, wie zum Beispiel Victoria Sturm auf Vermouth und Jodie Starling. Trotz dieser Defizite konnte man die deutsche Bearbeitung als überdurchschnittlich beziehungsweise für eine Anime-Synchronisation als sehr hochwertig bezeichnen.

Über die Vertonung der «Detektiv Conan»-Filme

Im Jahr 2008 kamen dann die ersten «Detektiv Conan»-Filme durch das Anime-Label Anime-Virtual, welches nun unter dem Namen KAZÉ bekannt ist, nach Deutschland. Anstelle der MME-Studios beauftragte man das Studio TV+ Synchron. Bei den ersten zwei Filmen konnte man noch alle Sprecher aus der TV-Serie für die deutsche Vertonung der Filme gewinnen, sogar die erste Sprecherin von Ayumi, Julia Meynen, kehrte zurück. Doch beim dritten Film gab es die ersten Umbesetzungen. Julia Ziffer, die Sonoko in den ersten zwei Filmen sprach, wurde durch Jill Schulz ersetzt. Thomas Nero Wolff, der deutsche Sprecher von Shiratori, wurde nun von Alexander Doering abgelöst.

Dialogbuchautorin und Synchronregisseurin Karin Lehmann; Bild © VIZ Switzerland, TMS Entertainment. All Rights reserved.

Den Grund für die Umbesetzungen kann man nur erahnen oder spekulieren. Dennoch warf dies zunächst kein gutes Licht auf die deutsche Bearbeitung. Sieht man von den Umbesetzungen ab, war die Bearbeitung trotz des kleineren Sprecherpools (in jedem Film kamen hauptsächlich die gleichen Sprecher bei den Nebencharakteren zum Einsatz) bei den ersten 10 Filmen sehr gut. Doch Jahr für Jahr wurde die Abmischung der Synchronisation schlechter. Entweder wurde die Dialogspur zu laut oder zu leise abgemischt und es häuften sich Abmischungsfehler, wie beim 16. Film, bei dem vergessen wurde, den Täter bei einem Telefonanruf zu verzerren (weiteres dazu findet ihr hier). Außerdem fiel es auf, dass Tobias Müller als Conan Jahr für Jahr immer höher gepitcht wurde, obwohl er auch ohne Hilfsmittel in der Lage war, passend auf Conan zu klingen.

KAZÉ sagte auf Rückfrage aus, dass man mit dem Studio TV+Synchron bisher gute Erfahrungen gemacht habe. Mit dem 22. Film und dem Special «Episode ONE» ist man aber wohl aufgrund der steigenden Kritik am Studio TV+ zu den Oxygen Sound Studios gewechselt.

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