Mit «Your Name.» liefert Makoto Shinkai einen bezaubernden Anime-Film der Extra-Klasse ab. Unsere Review!

Im Januar diesen Jahres brachte der Publisher Universum Anime den Streifen «Your Name.» in die deutschen Kinos. Der Film kam so gut bei Presse und Publikum an, das es daraufhin noch weitere Vorstellungen ab. Am 18. Mai wurde dann «Your Name.» schließlich auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Wir haben uns den Film angesehen und verraten euch, wie uns der Film gefallen hat.

«Your Name. – Gestern, heute und für immer»

Release: 18. Mai 2018 (DVD, Blu-ray, 4K Ultra HD)
Publisher: Universum Anime
Produktionsstudio: CoMix Wave Films
Regisseur: Makoto Shinkai
Synchronfirma: Mo Synchron GmbH, München
Dialogbuch / Dialogregie: Matthias von Stegmann
Laufzeit: 106 Minuten

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Darum geht es bei «Your Name.»:
Mitsuha ist ein typisches Dorfkind. Sie hasst die Einöde und wünscht sich nichts mehr als ihr endlich zu entfliehen und nach Tokio aus zu wandern. Um ihre Lage noch zu verschlimmern ist ihr Vater der Bürgermeister und lässt keine Gelegenheit aus sie zu Maßregeln. Da sich ihr Vater nach dem Ableben ihrer Mutter vom familiären Schreinbetrieb losgesagt hat, lebt sie zusammen mit ihrer Schwester bei ihrer Großmutter.

Taki wiederum ist ein typisches Tokioter Stadtkind. Meist verbringt er seine Tage entweder mit seinen Freunden und hat Spaß oder verdient sich in seinem Kellner Job ein wenig Geld. Dort arbeitet auch sein großer Schwarm Miki. Doch bisher hatte er sich nicht getraut ihr seine Gefühle zu gestehen.

Doch die Welt der beiden wird plötzlich auf den Kopf gestellt, als sie eines morgens im Körper des jeweils anderen erwachen. Obwohl sie zu Beginn die Situation noch nicht so recht verstehen, fangen sie schon bald an die Situation zu genießen, ein anderes Leben zu führen. Da sie lediglich für einen Tag tauschen, beginnen sie sich gegenseitig Tagebucheinträge zu hinterlassen.

Während die beiden sich gerade an ihr neues Leben gewöhnen, entwickeln sich so langsam Gefühle auf beiden Seiten. Doch in der Zwischenzeit nähert sich ein Komet der Erde, der ihr Leben erneut komplett verändern wird…

Bilder:

Eigene Meinung zum Film:
Was sich auf den ersten Blick/beim ersten Lesen ein wenig außergewöhnlich wirkt, ist letztendlich so viel mehr. Denn durch den zusätzlichen Tausch der Geschlechter, entsteht hier nach und nach auch eine unglaublich geniale Liebesgeschichte. Aber fangen wir doch einfach mal von vorne an.

Denn, für einen Film eigentlich relativ ungewöhnlich, hat er wie „gewöhnliche“ Anime ein Opening. Ich war hier sogar durchaus überrascht als es los ging und dachte, hoffentlich gibt es jetzt keine Unterteilung in Kapitel oder „Episoden“. Glücklicherweise blieb mir das dann ja doch erspart.

Gerade der Anfang hat mir mit seiner lockeren humorvollen Stimmung auch sehr gut gepasst. Von der Situation teilweise auch überfordert, hacken die beiden natürlich auch auf sich rum. Naja sagen wir mal eher, sie bringen den jeweils anderen in lustige Situationen. Lustig ist hier natürlich vor allem die Sache, dass Taki in Mitsuha´s Körper regelmäßig zum Aufstehen erst mal ein wenig die eigene Oberweite befummelt, dass gibt dem Film eine gewisse Lockerheit. Das ist alleine dahin gehend lustig, dass Mitsuha´s kleine Schwester Yotsuha sie irgendwann fast schon regelmäßig fragt ob sie wieder am Fummeln ist.

Meiner Meinung nach ist Mitsuha hier aber auch ganz klar auf der „Gewinnerseite“, bekommt sie durch den Tausch doch eigentlich genau das, was sie sich so sehr wünscht. Ein Leben in der Stadt. Ich fand es lediglich etwas Schade, dass wir relativ wenig dieser getauschten Situationen zu Gesicht bekommen haben. Denn der Film hat ja eine tiefergehende Handlung.

Neben der sehr offensichtlichen Lovestory ist der Film nämlich auch sehr Philosophisch. Da ich hierauf aber Spoiler-bedingt nicht darauf eingehen werde, sage ich lediglich dazu, dass der deutsche Titel meiner Meinung nach etwas zu viel verrät. Ich habe ihn zum Glück weitestgehend verdrängt und bin selbst erst im Laufe des Filmes darauf gekommen.

Sehr schön fand ich aber auch die Einbindung des „Roten Fadens“, der zwei Liebende verbindet. Denn wer hier etwas genauer drauf achtet, wird diesen roten Faden in leicht abgewandelter Form sehr schnell erkennen und die Verbindung vielleicht auch sehr schnell machen, was den im Film eigentlich so vor geht.

Wie gewohnt versteht es Makoto Shinkai aber auch auf brillante Art und Weise die Geschichte zu erzählen. Dabei hat die Story ein herausragendes Pacing, was sie zu keinem Zeitpunkt langweilig macht. Ständig passiert etwas und treibt den Storyfluss voran.

Doch der Film hat auch eine ganz seltsame Stelle etwa nach ¾ der Zeit. In diesem Moment bekommt man als Zuschauer dieses Gefühl, dass der Film hier jetzt Enden sollte, aber irgendwie geht er dann noch ein gutes Stück weiter. Das ist an sich nichts schlimmes, denn man will wissen wie es weiter geht, es hinterlässt nur dieses seltsame Ende-Gefühl.

Was das Ende des Filmes wiederum angeht, bin ich voll und ganz zufrieden.

Optisch und Musikalisch ist der Film selbst verständlich auch gewohnt hoher Makoto Shinkai Standard. Ich glaube ich kenne keine anderen Direktor, der so viel Detailverliebtheit an den Tag legt und ganze Szenen damit füllt. Selbst ein Studio Ghibli sieht in seinen grandiosen Momenten immer noch alt dagegen aus. Es ist faszinierend, wie schön eine Welt doch tatsächlich sein kann, wenn man mal darauf achtet.

«Your Name.» ist schön, anspruchsvoll, wunderbar gezeichnet und untermalt und überzeugt mit einer Emotionalität, die seinesgleichen sucht. Das Besondere: Den Film kann man sich durchaus mehr als nur einmal geben, was immer für einen anständigen Film spricht.

Punkte:

Inhalt

9 / 10

Musik

10 / 10

Deutsche Lokalisierung

8 / 10

Verpackung / Extras

8 / 10

Insgesamt

9 / 10

Wir bedanken uns bei Universum Anime für die Möglichkeit, den Film rezensieren zu dürfen.