Wir hatten die Möglichkeit, uns «Detektiv Conan – Episode ONE» im Kino zur Premiere anzusehen. Hier findet ihr unsere Meinungen zum TV-Special.

«Detektiv Conan – Episode ONE» lief am 29. Mai dieses Jahres in vielen österreichischen und deutschen Kinos. Diese Gelegenheit haben wir genutzt, um uns den Film direkt zur Premiere im Kino anzusehen. Nachfolgend geben wir unsere Meinungen zum Film in jeweils ein paar Sätzen kund.

Quinton:
Ich hatte von Anfang an keine großen Erwartungen an das TV-Special. Dennoch hatte ich mir doch erhofft, einige zusätzliche neue Szenen zu sehen. Leider waren diese in meinen Augen zu wenig vorhanden und viele Änderungen der aus der Serie bekannten Szenen, empfand ich als eine schlechtere Erzählung der Geschichte. So aber nicht die Animationen, der mir schon zusagten, obwohl diese nicht ganz so gut waren, wie in den Kinofilmen. Die modernere Musik passte auch gut zu diesem Special. Nur störte mich hierbei, dass die japanischen Versionen der ersten beiden Titelsongs zu tragen kamen. Schließlich existieren ja auch deutsche Versionen. Insgesamt hat mir das Special eher weniger gut gefallen, was hauptsächlich am schwachen Storytelling lag. Dieses Special ist meiner Meinung nach für Leute interessant, die die Serie gesehen haben und gerne weitere Hintergrundinformationen erfahren möchten. Neueinsteigern empfehle ich allerdings, mit der Serie zu beginnen und das Special (wenn überhaupt) als Zusatz anzuschauen.

Der schlurfende Kogoro:
Mich konnte das TV-Special als langjährigen Fan der Serie vollends zufriedenstellen. Es erzählt die erste Episode von «Detektiv Conan» teilweise aus einem völlig neuen Blickwinkel, ohne jedoch dabei ganz auf die altbekannten Szenen des Originals zu verzichten. Hierbei merkt man dem Special an, dass sich eben um ein solches handelt und nicht um einen Kinofilm. Dies gefällt mir jedoch sehr gut, da die Conan-Movies meiner Meinung nach viel zu bomben- und actionlastig sind. Jene Aspekte weichen bei dem Special glücklicherweise dem Kriminalfall und gut erzeugter Spannung.
Animationstechnisch darf man hierbei keine Glanzleistungen erwarten, die Qualität der Zeichnungen pendelt sich hierbei ein Stück unterhalb der Kinofilme ein. Musikalisch wird «Episode ONE» von neu eingespielten Varianten der bekannten Serien-Songs untermalt. Das Opening wurde jedoch im Original belassen, sodass leider nur die Version mit japanischem Gesang zu hören ist. Das ist für mich persönlich ein kleiner Wermutstropfen, da mir die deutsche Version des Liedes («Nur Fragen in meinem Kopf») deutlich besser gefällt.
Am meisten sticht das TV-Special aber meiner Meinung nach durch die hervorragende deutsche Synchronisation heraus. Diese wurde nicht mehr wie bei allen bisherigen «Detektiv Conan»-Filmen durch TV+Synchron erstellt, sondern in den Oxygen Sound Studios aufgenommen. Der Wechsel wirkt sich dabei insbesondere durch bessere Abmischung und Vertonung aller Laute und Schreie positiv aus. Letztere wurden sonst immer im Originalton belassen, was zuweilen sehr auffiel – dieses Problem wurde in «Episode ONE» somit glücklicherweise behoben.

Die größte Veränderung lässt sich jedoch bei Tobias Müller als Conan Edogawa feststellen. Bei Oxygen wird er, im Gegensatz zu TV+Synchron, nicht mehr gepitcht und hört sich um einiges natürlicher und angenehmer an.
Auch das Dialogbuch, für das sich die Synchronregisseurin Karin Lehmann verantwortlich zeichnet, ist hervorragend. Zahlreiche Formulierungen, welche aus der deutschen Original-Vertonung aus dem Jahr 2002 übernommen wurden, zeugen von einer großen Liebe zum Detail und belohnen Fans, die genau zuhören. Apropos: Wenn man genau hinhört, erkennt man, dass Heijis Seriensprecher Oliver Feld extra für zwei Takes verpflichtet wurde. Damit setzt man ein Zeichen, nachdem im bereits gezeigten 21. Conan-Film auf einen dritten Ersatzsprecher zurückgegriffen werden musste.

websconan:
Das TV-Special «Episode ONE» lässt mich leider sprachlos zurück, zumindest vom inhaltlichen. Zwar hat man viele Punkte, die in der Hauptstory zu kurz gekommen sind, da diese nur beiläufig in Nebensätzen abgehandelt wurden, wie zum Beispiel, dass Sherry dem Haus von Shinichi Kudo mehrmals Besuche abgestattet hat, sehr schön in Szene gesetzt. Trotzdem bleibt die Grundhandlung gleich und man hat sich auch viele neue Logiklöcher einfallen lassen, bzw. teilweise stark vom Manga abgewichen. Das Special ist für Leute, die den Anime noch nicht gesehen haben ganz gut, da er die Charaktere gut vorstellt und sich mehr Zeit lässt, als die erste Episode. Jedoch auch nicht mehr. Personen, die bereits den Manga oder die Folgen kennen, werden hier keinerlei Mehrwert entdecken. Alle Handlungen, die hier nicht im Manga vorkommen sind wie bei den Filmen als Filler anzusehen. Es ist schon schade, dass Gosho Aoyama sich hier nicht etwas einfallen lassen hat. Animationstechnisch bekommen wir hier unterdurchschnittliche Kost, die zwar etwas über dem niedrigen qualitativen Stand der TV-Serie liegt, aber dennoch bleiben die Animationen ruckelig und austauschbar. Sehr häufig gibt es Standbilder zu sehen, die mit ein wenig Trickkamerafahrten in “Fake-Bewegungen” umgewandelt werden. Musikalisch gibt es hier die üblichen Soundtracks aus den Filmen und der Serie zu hören. Obwohl ich anmerken muss, das mir die neuen Soundtracks etwas zu “glattgebügelt” klingen. Während in den alten Soundtracks noch echte Instrumente eingesetzt wurden, bekommt man nun “elektronische Instrumente” aus dem Computer zu hören. Auch viele charakteristische Instrumente fehlen teilweise gänzlich, was sehr schade ist. Das Opening wurde im Original belassen, was ich sehr gut finde, da die japanischen Openings mehr Stil und Qualität haben als ihre deutschen Coverversionen.

Die deutsche Synchronisation wurde im Gegensatz zu den Filmen bei den Oxygen Sound Studios in Berlin erstellt. Das Dialogbuch schrieb wie so oft Karin Lehmann. Diese führte auch wieder einmal gekonnt Regie. Man hat sich bemüht viele Sprecher aus den früheren Episoden wiederzubekommen, sofern dies möglich war. Bis auf wenige Ausnahmen wurde dies sehr gut umgesetzt. Bersonders positiv aufgefallen ist mir, das Tobias Müller nicht mehr hochgepitcht wurde, wie dies bei TV+ Synchron häufiger der Fall war. Zudem hat mir Melanie Hinze als Vermouth außerordentlich gut gefallen wieder. Außerdem hat man Oliver Feld als Heiji Hattori wieder zurückgeholt, nachdem dieser für das vorherige Synchronstudio nicht mehr zur Verfügung gestanden hat und Robin Kahnmeyer Film (3, 7, 14, 17, 18) bzw. Oliver Bender (Film 21) zum Einsatz kamen. Außerdem stand das Team von ConanNews.org wieder zur Seite und hat einige Feinheiten ins Dialogbuch einbauen lassen. Einige Texte wurden, soweit dies möglich war, direkt aus der damaligen Folge 1 übernommen. Insgesamt ist zwar das Special nicht das gelbe vom Ei, aber dafür die deutsche Synchronisation. So eine hochwertige und professionelle Synchronisation habe ich im Animebereich schon seit langer Zeit nicht mehr gehört und ich möchte mich herzlich bei Kazé bedanken, dass wir Detektiv Conan endlich wieder mit einer sehr hochwertigen Synchro bekommen!

Phônix:
«Episode ONE» ist für Nostalgiker das reinste Fest. Man sieht dabei die Anfänge von «Detektiv Conan» komplett neu animiert mit besserer Bildqualität und neu auf deutsch synchronisiert. Man hat dabei relativ weit ausgeholt, um auf die entsprechende Spielfilmlänge zu kommen und das auch in sehr guter Art und Weise. Die Verknüpfungen mit der schwarzen Organisation, welche in den Anfängen des Animes noch nicht so richtig erkennbar waren, wurden hier hingegen in chronolgischer Reihenfolge geschickt eingebracht.

Die aus heutiger Sicht dennoch eher durchschnittliche Bildqualität wurde durch eine sehr schöne musikalische Einbindung gut kompensiert. Etwas schade fand ich es dennoch, dass man die ersten beiden Openings, welche im Laufe des Films ebenfalls gespielt wurden, auf japanisch belassen hat und sich leider nicht um die deutschen Fassungen gekümmert hat.

Die Synchronisation ist sehr hochwertig und der Wechsel des Synchronstudios (von TV+Synchron zu Oxygen) hat sich in sehr schöner Art und Weise bemerkbar gemacht. Die weiterhin gebliebene Regisseurin Karin Lehmann hat echt tolle Arbeit geleistet und sogar Oliver Feld, die erste Stimme von Heiji Hattori, zurück ins Boot geholt. Die Abmischung und das damit in Verbindung stehenden Verhältnis der Lautstärke von Musik und Sprache ist sehr ausgewogen.

Für Fans von «Detektiv Conan» ist das Special «Episode ONE» ein must-see, insbesondere wenn man gerne in nostalgischer Erinnerung schwelgt.

Koro-sensei
Fans des kleinen Detektiven werden mit dem TV-Special mit Sicherheit eine Menge Spaß haben, da in diesem die Geschehnisse der ersten Episode genauer ausgeführt werden. Außerdem haben sehr viele Charaktere wie Bourbon oder Rena Mizunashi einen kurzen Gastauftritt bekommen, was ein zusätzliches Extra für Fans ist. Doch wer die Action wie in den Filmen sucht, der bekommt neben dem mittelmäßigem Fall eher Comedy geboten, die die Zuschauer im Kino oft zum Lachen gebracht hat.

Die deutsche Synchronisation ist diesmal bei den Oxygen Sound Studios entstanden, welche dank Karin Lehmann sehr gelungen ist. Der Wechsel des Synchronstudios macht sich auf jeden Fall positiv bemerkbar. Auch der Hauptcast bleibt natürlich weiterhin bestehen und selbst Sprecher wie Oliver Feld wurden wegen wenigen Takes ins Studio bestellt. Ein weiteres Plus sind kleine Zusätze im Dialogbuch für Fans wie z.B. eine Anspielung an Magic Kaito 1412.

Das 90-minütige TV-Special «Detektiv Conan: Episode One» hat mir insgesamt gut gefallen, da es zum einen neue Szenen zeigt, und zum anderen mit einer sehr gelungenen deutschen Synchronisation daher kommt.

Wer das TV-Special nicht im Kino sehen konnte, kann es sich hier vorbestellen:

> DVD

> Blu-ray

Trailer:

Darum geht es in «Detektiv Conan – Episode ONE»:
Zum 20. Jubiläum des Anime – das Remake der ersten 25minütigen TV-Folge von 1996 als zweistündiges Kino-Special! Messerscharfer Verstand, geniale Kombinationsgabe – mit seinen gerade mal 17 Jahren gilt Shin’ichi Kudo bereits als Meisterdetektiv. Immer wieder hilft er sogar der Kriminalpolizei dabei, die kniffligsten Fälle zu lösen und den wahren Täter zu stellen. Eines Tages jedoch, als er mit seiner Freundin Ran Môri einen Vergnügungspark besucht, beobachtet er zwei Männer in Schwarz bei einem verdächtigen Deal. Dabei bemerkt er den Verbrecher hinter sich nicht, der ihm ein mysteriöses Gift verabreicht. Schließlich erwacht Shin’ichi im Körper eines Grundschülers – doch aufhalten lässt er sich davon nicht. Um nicht wieder ins Visier der Schwarzen Organisation zu geraten, lebt er fortan bei Ran und ihrem Vater und ermittelt mithilfe seiner Freunde fleißig weiter. Aufgepasst, die Neuauflage der ersten Serienepisode führt zurück zu Conans schicksalhafter Verwandlung und erstrahlt dabei in messerscharfem Glanz! (Quelle: UCI Kinowelt)