Wir verraten euch, was die Stärken und Schwächen von Makoto Shinkai’s «The Place Promised in Our Early Days» sind…

“Optisches Meisterwerk mit inhaltlichen Defiziten”

  • Publisher: KAZÉ
  • Erscheinungstermin: 15.09.2017
  • FSK: Ab 6 Jahren freigegeben
  • Spieldauer: 91 Minuten
  • Genre: Romance, Drama
  • Sprachen: Deutsch (DTS-HD 5.1), Japanisch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildformat: 16:9 / 1080p
  • Anzahl Discs: 1
  • Verpackung: Amaray
  • Regisseur: Makoto Shinkai
  • Studio: CoMix Wave Films
  • Produktionsjahr: 2004
  • DVD kaufen | Blu-ray kaufen | Anime on Demand

 

 

Inhalt (4/10)

In einer Welt, in der die japanische Nordinsel von einer mysteriösen Union besetzt ist, sind die beiden auf der Hauptinsel lebenden Freunde Hiroki und Takuya vor allem von drei Dingen fasziniert: dem riesigen Turm auf der anderen Seite der Grenze, dem Bau eines eigenen Flugzeuges – und ihrer Mitschülerin Sayuri. Die drei geben sich das Versprechen, eines Tages zu dem beinahe magischen Turm zu fliegen und sein Geheimnis zu lüften. Doch plötzlich verschwindet Sayuri spurlos und Jahre später, unter den Vorzeichen eines großen Krieges, müssen sich Hiroki und Takuya der Frage stellen, ob ihre Abmachung von einst sie noch immer zusammenhält …

Beurteilung

«The Place Promised in Our Early Days» ist eines der Anfangswerke des Erfolgsregisseurs Makoto Shinkai. Wie auch bei allen anderen Werken von ihm setzt man hier mehr auf die Optik und Emotionen, als auf das reine Storytelling. Zudem ist es sein erster Film mit einer normalen Länge von 90 Minuten, da er zuvor nur Kurzgeschichten veröffentlicht hatte. Leider macht sich das deutlich bemerkbar…

Inhaltlich ist der Film sehr dünn und langatmig, was sich auf den Zuschauer mit der Zeit sehr ermüdend auswirkt. Anfangs sind Takuya, Hiroki und Sayuri drei ganz normale Schüler, die eine Freundschaft verbindet und auch die ersten Ansätze von Liebe liegen dabei in der Luft. Sie versprechen einander, eines Tages mit einem selbstgebauten Flugzeug zum Turm zu fliegen. Plötzlich und ohne Vorwarnung trennen sich die Wege von den Dreien nur um schlussendlich wieder zusammenzugehen. Eine geradelinige Erzählweise mit geringerem Umfang hätte dem Film deutlich besser getan. Gerade der Mittelteil wirkt dabei doch ein wenig überflüssig. Abgerundet wird das schlussendlich mit einem sehr voraussehbaren Finale. Die ganze Geschichte dümpelt einfach nur vor sich hin und offenbart kein richtiges Highlight.

Auch die Protagonisten und deren Charakter wurden nicht so gut durchleuchtet, wie in anderen Filmen von Makoto Shinkai. Insbesondere Takuya hat stark an Bedeutung verloren und deren Eigenschaft und Eigenart bleibt bis zum Schluss ziemlich bedeckt. Der Fokus wurde deutlich auf die Beziehung zwischen Hiroki und Sayuri gelegt und wie diese in ihren Träumen miteinander verbunden sind.

Sehr gefallen hingegen hat mir hingegen die kontinuierliche Veränderung der Atmosphäre. Während anfangs noch eine ausgelassene und unbekümmerte Stimmung herrscht, wird der Grundtenor immer bedrückender und trister, bis schlussendlich der Krieg ausbricht.

Animationen (9/10)

Makoto Shinkai war in der Vergangenheit und ist auch bis heute ein Meister der Animationskunst. Der Film «The Place Promised in Our Early Days» ist bereits 13 Jahre alt und kann trotz dessen fast mit den heutigen Standards mithalten. Die Bilder vermitteln Gefühle und man merkt einfach, wie viel Herzblut in seinen Projekten steckt. Viel wird mit dem Licht gespielt und gerade in helleren Szenen kommt die herausragende Qualität zum Vorschau. Aber auch in etwas dunkleren Abschnitten, welche in der zweiten Hälfte vermehrt vorkommen, saufen die Farben nicht ins Schwarze ab und man erkennt noch immer Details.

Leider ist die Kamera oft sehr distanziert und selbst bei direkten Gesprächen liegt der Fokus nicht direkt auf die Personen. Diese sind häufig im Hintergrund platziert, um auch die ganze Atmosphäre drumherum einzufangen. Dadurch werden die eigentlich auch sehr gut animierten Charaktere nicht gut in Szene gesetzt. Beispielhaft könnt ihr das am folgenden Bild erkennen.

Musik (8/10)

Die Musik im Film ist meines Erachtens nach ziemlich gut, aber nicht herausragend. Mir fehlt es dabei etwas an Abwechslung. Der Grundton ist eher ruhig und die Hauptinstrumente sind das Klavier und die Violine. Letztere ist auch auf dem Titelbild abgebildet, hat aber nur bedingt etwas mit dem Inhalt zutun.

Komponist: Tenmon

> Titelsong

Deutsche Lokalisierung (10/10)

Im Jahr 2007 wurde der Film erstmals in Deutschland auf DVD veröffentlicht, ehe im Jahr 2010 die Blu-Ray nachgereicht wurde. Verantwortlich dafür ist der Publisher Rapid Eye Movies. Für die deutsche Umsetzung wurde die Digital Media Technologie GmbH Hamburg unter der Regie von Michael Bartel beauftragt, welche auch hier erstklassige Arbeit abgeliefert hat. Sowohl die stimmliche Besetzung, als auch die Leistung der einzelnen Sprecher sind authentisch.

Die Neuveröffentlichung erfolgte am 15. September 2017 durch KAZÉ.

Charakter Deutsche Stimme
Hiroki Fujisawa Tim Knauer
Maki Kasahara Milena Karas
Okabe Eberhard Haar
Sayuri Sawatari Mia Diekow
Takuya Shirakawa Tobias Schmidt
Tsuneo Tomizawa Mario Grete

Verpackung & Extras (7/10)

Der Film kommt in einer Standard-Amaray inklusive dem fast schon obligatorischen Wendecover und einem 48-seitigem Booklet. Das Booklet ist dabei sehr umfangreich und bietet neben Story und Charakterbeschreibung auch einen tieferen Einblick in den Entstehungsprozess des Films anhand vieler Skizzen. Auf der Disc selbst befinden sich keinerlei Extras und auch das Menü ist dabei sehr lieblos gestaltet. Während in der oberen Hälfte Filmausschnitte gezeigt werden, gibt es mittig die typische Navigationsleiste und unten ein großes weißes Feld ohne irgendwelche Inhalte. Dieses wurde erst dann genutzt, wenn man beispielsweise die einzelnen Kapitel auflistet.

  • Wendecover
  • 48-seitiges Booklet

Rapid Eye Movies hat bei Erstveröffentlichung noch deutlich bessere Arbeit abgeliefert. Dort bekam man ein Digipack im Schuber und einen guten Mix aus physischen und virtuellen Extras.

  • Poster
  • Interviews
  • Kinotrailer
  • PONS – Sprachkurs Einführung in die jap. Sprache

 

Bewertung

Inhalt (dreifach gewichtet)                                4/10
Animationen              9/10
Musik                                  8/10
Deutsche Lokalisierung 10/10
Verpackung & Extras 7/10

Gesamt                               

6,6/10 

 

Fazit

Inhaltlich ist Makoto Shinkai’s «The Place Promised in Our Early Days» keine Glanzleistung und neben der teils langatmigen Story ist auch die Charaktertiefe eher dürftig.

Die Stärken liegen dafür aber ganz klar in der Atmosphäre und den sehr schönen Animationen, die seiner Zeit voraus sind. Auch die Synchronisation ist sehr gut gelungen und wirkt sich definitiv nicht negativ auf den Film aus.

KAZÉ hat den Film in einer soliden Form neu aufgelegt und dem sogar ein sehr schönes Booklet beigelegt. Leider handelt es sich dabei um das einzige Extra und auch die Verpackung ist lediglich marktüblicher Standard. Falls ihr allerdings Fans des Regisseurs seid und diesen Film noch nicht euer Eigen nennt, könnt ihr hier gerne zuschlagen.

 

Wir bedanken uns bei KAZÉ für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

© Makoto Shinkai/CoMix Wave Films