Die Videospielserie «Splatoon» hat seit dem Release des ersten Teils im Jahr 2015 eine beachtliche Fangemeinde aufbauen können. Damit zählt sie als die wohl bekannteste neue Nintendo-IP der letzten Jahre.

Das Buch «The Art of Splatoon» beleuchtet die Konzepte und Designs, die im Spiel Verwendung fanden und blickt hinter die Kulissen der Entwicklung. Anlässlich der deutschen Veröffentlichung durch den Carlsen-Verlag untersuchen wir in diesem Review, ob das Buch seinem Anspruch als „spritzigstes Artbook der Welt“ gerecht wird!

Am 28. Mai 2015 veröffentlichte Nintendo in Japan das Videospiel «Splatoon» als einen exklusiven Wii U-Titel. Schnell eroberte der Shooter die heimischen Konsolen, was in insgesamt fast 5 Millionen weltweit verkauften Exemplaren resultierte. Der Versuch Nintendos, eine neue Videospielmarke auf dem Markt zu etablieren, war damit geglückt. Im Jahr 2017 erschien schließlich der Nachfolger «Splatoon 2» für die Nintendo Switch, welcher die Verkaufszahlen des ersten Teils abermals weit überbieten konnte.

So verwundert es kaum, dass – vor allem im Ursprungsland Japan – eine Vielzahl an Merchandise-Produkten rund um das «Splatoon»-Universum und dessen Charaktere existieren. Neben einer passenden Manga-Serie, die hierzulande aktuell unter dem «Carlsen Manga!»-Label veröffentlicht wird, erschien damals wenige Monate nach der Veröffentlichung des ersten Spiels auch ein japanisches Artbook. Nach langer Wartezeit hat es das Werk «The Art of Splatoon» dank des Carlsen-Verlags nun auch nach Deutschland geschafft.

  • Titel: «The Art of Splatoon»
  • Kategorie: Artbook
  • Genre: Action, Videospiele
  • Verlag: Carlsen
  • Veröffentlichung: 29.10.2019
  • Seitenzahl: 328 Seiten
  • Größe: 22,10 x 31,50 cm
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Preis: 40,00 EUR

Inhalt (9,5/10):

Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis des Artbooks

Der Aufbau des Artbooks ist im Wesentlichen in fünf Abschnitte gegliedert. Der erste Teil namens «Artwork» umfasst dabei sowohl 2D-Illustrationen als auch 3D-Render, die auch zu Werbezwecken im Zusammenhang mit dem Spiel genutzt wurden. Im darauf folgenden Kapitel «Lebensformen» werden neben den Inklingen selbst auch etwa die Verkäufer vorgestellt, welche im Zentrum der fiktiven Stadt Inkopolis ihre Dienste anbieten. Darüber hinaus nehmen einige Konzepte der verschiedenen Gegner des Storymodus, der sogenannten Oktarianer, einen großen Teil ein.

Der Abschnitt «Waffen & Ausrüstung» umfasst eine bebilderte Auswahl an verschiedenen Waffentypen und Kleidungsstücken im Spiel, welche durch Designkonzepte ergänzt wird. Das darauf folgende Kapitel stellt «Die Welt» von «Splatoon» anhand von detaillierten Zeichnungen zu den einzelnen Stages und den dazugehörigen Gegenständen vor. Des Weiteren wird ein Blick auf einige Inkling-Graffitis sowie die Icons der Benutzeroberfläche geworfen. Den Abschluss bilden die «Extras», die als eine bunte Mischung ausfallen und alles bieten, was das Fanherz begehren könnte. So sind auch unter anderem einige kurze Manga-Strips zum Spiel abgedruckt.

Bewertung:

Meiner Meinung nach ist die Stilrichtung von «Splatoon» eine der interessantesten, welche die Videospiellandschaft zu bieten hat. Umso erfreulicher ist es, dass wir mit dem Artbook nun auch offiziell in Deutschland eine umfassende Sammlung von Skizzen und Artworks zum originellen Shooter haben. Wie auch «Splatoon» selbst ist das Buch sehr ansprechend gestaltet. Dies reicht von der Verwendung der Originalschriftart aus dem Spiel bis hin zur individuellen Gestaltung eines jedes Themenbereichs – das Artbook lädt daher geradezu zum „Stöbern“ ein. Die kurzen Erklärtexte sind hierbei eher Beiwerk, dennoch verraten diese so manches Detail, welches im Spiel selbst nie erwähnt wird.

Die zahlreichen Konzeptskizzen, deren dazugehörige Notizen zuweilen etwas kryptisch ausfallen können, lassen den Leser den Entstehungsprozess hinter «Splatoon» erahnen. An dieser Stelle hätte man in meinen Augen auch perfekt ein kurzes Entwicklerinterview integrieren können, worauf jedoch leider verzichtet wurde.

Eines meiner persönlichen Highlights waren die kurzen Manga-Strips, welche im «Extras»-Kapitel des Buches abgedruckt wurden. Diese sind mir zuvor gänzlich unbekannt gewesen, wodurch sich für mich eine lustige Überraschung ergab.

Bezüglich der allgemeinen Inhalte des Buches muss jedoch angemerkt werden, dass sich dessen Informationen – bis auf den sehr kurz ausgefallenen Extra-Anhang zu «Splatoon 2» – auf dem Stand von Ende 2015 befinden. Daher enthält das Artbook unter anderem weder alle verfügbaren Waffen noch sämtliche Kleidungsstücke. Dies ist in meinen Augen jedoch verkraftbar, da der Großteil des Buches in gewissem Sinne „zeitlos“ ist.

Buchgestaltung und Verarbeitung (10/10):

Hinsichtlich der Materialwahl und -verarbeitung wird «The Art of Splatoon» den Ansprüchen eines Artbooks mehr als gerecht. Das Hardcover fühlt sich äußerst wertig an und verspricht eine hohe Langlebigkeit. Als ein besonderes Extra weist der Einband glänzende Aufdrucke in Form von Tintenklecksen auf, welche im Licht sichtbar werden.

Der hochwertige Eindruck setzt sich auch im Inneren des Buches fort. Hier kommt dickeres Papier zum Einsatz, welches gut in der Hand liegt und auch hinsichtlich der Druckqualität kaum Wünsche offen lässt. Dabei ist besonders erfreulich, dass die Farben kräftig und unverfälscht daherkommen, was hinsichtlich dieses Alleinstellungsmerkmals von «Splatoon» als Shooter ein Muss ist.

Als interessante Randnotiz sei angemerkt, dass die finale Version des Buches – im Gegensatz zum Vorab-Cover – keinen «The Art of»-Schriftzug mehr über dem «Splatoon»-Logo aufweist. Ob dies eine beabsichtigte Designentscheidung des Verlags oder aber ein Versehen war, kann nicht genau beurteilt werden. Daher hat dieser Umstand keinen Einfluss auf die Wertung.

Deutsche Lokalisierung (10/10):

Angesichts der Tatsache, dass es sich bei dem Werk um ein Artbook handelt, dürfte es kaum überraschen, dass «The Art of Splatoon» überwiegend auf Bilder statt Fließtexte setzt. Dennoch sind immer wieder kleine Erklärungen eingestreut, welche allesamt eine adäquate Übersetzung ins Deutsche erhalten haben. Als fast noch wichtiger könnte man die Kommentare und Notizen bezeichnen, welche in den zahlreichen Konzeptskizzen enthalten sind. Diese wurden allesamt neu gesetzt und auch übersetzt, sodass dem Leser keine Informationen vorenthalten werden.

Besonders erfreulich ist, dass bei der Lokalisierung des Artbooks auf die Übernahme der deutschen Charakternamen und sonstigen Bezeichnungen aus dem Spiel geachtet wurde. Dadurch kann das Buch hiesigen Fans auch als Nachschlagewerk dienen, ohne dass man beispielsweise durch geänderte Übersetzungen der Namen verwirrt wird.

Dass sich der Lokalisierung mit viel Liebe zum Detail gewidmet wurde, konnte ich insbesondere in einem der abgedruckten Kurzmangas erkennen. Der dort vorkommende Charakter Siggi verwendet in diesem, trotz seines sehr kurzen Cameo-Auftritts, seine altbekannte Begrüßung „Yo, was krault?“ und das bereits in der Übersetzung des Spiels benutzte Anhängsel „wa“. Insgesamt lässt dies auf eine sehr gute Einarbeitung des verantwortlichen Übersetzers in die Spielwelt von «Splatoon» schließen.

 

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch «The Art of Splatoon» einen Pflichtkauf für jeden eingefleischten Fan des Videospiels darstellt. Auch Spielern, die erst mit dem Nintendo-Switch-Ableger in die Reihe eingestiegen sind, bietet das Artbook einen interessanten Einblick in die Anfänge der Serie, zumal einige Maps und Charaktere aus dem Vorgänger in «Splatoon 2» übernommen wurden.

Im Hinblick auf das Design ist das Werk rundum gelungen und auch die haptische Qualität des Buchs lässt kaum Wünsche offen. Lediglich der Preis von immerhin 40 EUR könnte manchen Käufer abschrecken – das Geld dürfte vor allem für Fans jedoch eine lohnende Investition darstellen.

Abschließend bleibt mir nur zu hoffen, dass der Carlsen-Verlag auch den Release des zweiten Artbooks in Betracht zieht. Angesichts der äußerst gelungenen Lokalisierung des ersten Buchs wäre dies eine Bereicherung für die deutsche Spielergemeinde.

Bewertung:

Kategorie Punktevergabe
Inhalt (zweifach gewichtet) 9,5/10
Buchgestaltung und Verarbeitung 10/10
Deutsche Lokalisierung 10/10
 

Gesamt

 

9,75/10

 

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Wir bedanken uns bei Carlsen Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!