Der Disc-Release der dritten Staffel von «Sword Art Online» naht. Doch davor hält noch ein anderer Anime Einzug auf dem deutschen Markt: «Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online». Kann das Spin-off überzeugen und so möglicherweise die Wartezeit auf die Fortsetzung seines “großen Bruders” überbrücken? Wir haben das erste Volume des Animes für euch getestet, um genau das herauszufinden!

  • Label: peppermint anime
  • Veröffentlichung: 26.04.2019
  • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben
  • Laufzeit: ca. 150 Minuten
  • Bildformat: 16:9
  • Auflösung: 1920 x 1080 p
  • Genre: Action, Fantasy
  • Sprachen: Deutsch, Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Anzahl Discs: 1
  • Verpackung: Digipak
  • Extras: Clean Opening, Clean Ending, Trailer

Story (8/10)

Karen Kohiruimaki wünscht sich nichts sehnlicher, als klein und niedlich zu sein, denn ihre Körpergröße von 1,83 m lässt sie überall herausstechen. Über einige Umwege entdeckt sie schließlich das Spiel „Gun Gale Online“ und so erfüllt sich endlich ihr Traum. Als LLENN, ihrem kleinen, in Pink gekleideten Avatar, erarbeitet sie sich einen Ruf als gefürchteter „pinker Dämon“. Ganz im Spiel versunken, trifft sie bald auf eine weitere geschickte Spielerin namens Pitohui, die allerdings etwas seltsam und exzentrisch scheint. Sie lädt LLENN ein, beim sogenannten „Squad Jam“ mitzumachen, einem Battle Royale, bei dem nur die besten Teams siegreich hervorgehen…

Persönliche Einschätzung

Die Welt des VR-Games «Gun Gale Online» hatte mir bereits in der Hauptserie «Sword Art Online II» sehr gut gefallen. Daher zeigte sich bei mir eine gewisse Vorfreude, da ebendieses Spiel auch den Hauptschauplatz des Spin-offs darstellt. Aus diesem Grund werden «SAO»-Fans auch kaum eine Erklärung benötigen, um dem Anime folgen zu können. Doch auch für Neueinsteiger wird das Spielprinzip erklärt und dadurch nach und nach ersichtlich. Kenntnisse der Hauptserie sind folglich nicht zwingend notwendig – dennoch empfehle ich, diese gesehen zu haben, da der Einstieg den Zuschauer sonst schnell überfordern könnte.

Da der Fokus in «Gun Gale Online» eindeutig auf Schusswaffen und deren Gebrauch liegt, lässt sich die Actionlastigkeit des Animes bereits im Voraus erahnen. Die in der Serie gezeigten Gefechte strotzen nur so von umherfliegenden Kugeln und machen somit dem Titel des VR-MMORPGs alle Ehre. Die Inszenierung der Kämpfe ist dabei durchaus gelungen, wodurch der Zuschauer zum Mitfiebern angeregt wird.

So gelungen die In-Game-Szenen auch sind, so lassen die Geschehnisse in der Realität umso mehr zu wünschen übrig. Dabei ist mir besonders ein Aufeinandertreffen der Hauptprotagonistin und ihrer «GGO»-Gegner im “Real Life” in Erinnerung geblieben, allerdings im negativen Sinne. Das Gespräch wirkte leider sehr hölzern und wirkte daher auf den Zuschauer eher peinlich berührend.

Dennoch hält die Story einige Fragen offen, die scheinbar erst in den späteren Episoden aufgeklärt werden und somit das Publikum am Ball halten.

Animationen (9/10)

Die Serie «Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online» wurde von dem Animationsstudio 3Hz produziert. Damit zeichnen sich im Vergleich zur Hauptserie auch gewisse Änderungen im Artstyle ab, da letztere von A-1 Pictures animiert wurde. Bei der Gestaltung der Spielwelt und der User-Interfaces von «Gun Gale Online» ist man größtenteils jedoch dem Design von «Sword Art Online II» treu geblieben. Daher werden Treffer an den Spielfiguren immer noch mit einem roten Muster dargestellt und zerstörte Gegenstände zerbersten in tausende funkelnde Polygone. Die optische Kontinuität zur Hauptserie ist somit hergestellt und vermittelt «SAO»-Fans ein Gefühl der Vertrautheit.

Auch die Darstellung der Waffengefechte kann mit flüssigen Animationen überzeugen. Die Keyframes sind insgesamt sauber gezeichnet. Der Einsatz von CGI ist nicht zu präsent und bewegt sich für einen Anime im angemessenen Rahmen.

Einzig eine etwas höhere Auflösung wäre durchaus wünschenswert gewesen. Obwohl das Bild der Blu-ray-Variante auf der Verpackung mit 1080p angegeben wird, sind die eigentlichen Animationen augenscheinlich eher in 720p produziert worden. Dies ist bei den meisten Animes zwar Standard, hier sollten sich Käufer jedoch nicht allzu sehr täuschen lassen.

Musik (7/10)

Das Opening «RYUSEI» von Eir Aoi ist ein typischer Anime-Song, dessen Refrain nach mehrmaligem Anhören jedoch durchaus Ohrwurmpotenzial entfaltet. Das Endingtheme «To see the future» ist für seinen Zweck angemessen, ansonsten aber eher unscheinbar.

Die sonstige Musikuntermalung des Animes sticht weder negativ, noch als besonders einprägsam hervor. Dies stellt einen Kontrast zum Hauptanime «Sword Art Online» dar, dessen Soundtrack durch zahlreiche Melodien mit hohem Wiedererkennungswert punkten konnte. Die musikalische Gestaltung des Spin-offs muss sich im direkten Vergleich somit dem “großen Bruder” geschlagen geben.

Deutsche Lokalisierung (6/10)

Für die deutsche Synchronisation des Spin-offs zeichnete sich die Violetmedia GmbH in München verantwortlich. Bereits vor Release des Animes wurde diese Wahl in der Community stark kritisiert, da das Studio aufgrund vergangener Projekte keinen guten Ruf genießt. Dieser Kritik muss ich nun nach dem Anhören des fertigen Produkts ebenfalls zustimmen.

Bei der deutschen Vertonung von «Gun Gale Online» sticht sofort die mangelhafte Abmischung hervor. Die Stimmen der Sprecher wurden hierbei viel zu laut belassen, wodurch die Soundeffekte und die Musik im Vergleich kaum mehr wahrzunehmen sind. Es entsteht dadurch der Eindruck, als hätten zum großen Teil unbearbeitete Rohaufnahmen ihren Weg in die fertige Tonspur gefunden. Immerhin wurden Walkie-Talkie-Effekte und das Sprechen durch einen Mundschutz berücksichtigt und dementsprechend angepasst.

Auch die Sprecherleistungen an sich sind ein zweischneidiges Schwert. So liefert Lisa Dzyadyk als Hauptfigur Karen eine gute Leistung ab. Ihre natürliche Stimmlage ist dabei sehr angenehm und passt zu dem Charakter. Anders sieht es jedoch bei deren virtuellen Counterpart LLENN aus. Diese spricht Dzyadyk in einer sehr hohen Charge. Zum Einen ist dadurch der nötige Kontrast gegeben, zum Anderen leidet jedoch ihre schauspielerische Leistung dadurch erheblich. Dazu kommt, dass die hohe Stimmlage beim Anhören auf Dauer sehr anstrengend ist.

Einen positiven Gegenpol in der deutschen Sprachfassung bilden hingegen Tobias Brecklinghaus als «M» und Katharina Iacobescu als Pitohui. Bei den gewählten Ensemblesprechern gibt es immerhin keine Totalausfälle zu verzeichnen. Insgesamt bleibt angesichts der deutschen Synchronisation der fade Beigeschmack zurück, dass bei der Studiowahl gespart wurde. Hier wäre deutlich mehr dringewesen.

Positiv hervorzuheben ist die deutsche Untertitelung seitens peppermint. Japanische Texteinblendungen wurden hier wie gewohnt mit farblich angepassten Schriftzügen übersetzt.

Verpackung & Extras (7/10)

Das erste Volume der Serie kommt in einem Digipak als Verpackung daher. Das ist eine willkommene Abwechslung zu den sonst leider bei peppermint anime üblichen Amarays mit O-Card. Allerdings saß der Innenteil des Digipaks so eng im Schuber, dass zum Herausnehmen ein erheblicher Kraftaufwand nötig war. Dies könnte auf Dauer Spuren an der Pappe hinterlassen und ist zum anderen höchst unpraktisch.

Die Extras auf der Disc beschränken sich neben den obligatorischen Trailern leider nur auf “Clean”-Versionen von Opening und Ending. Als Trost gibt es immerhin am Ende der Recap-Episode 5.5 einige Spaßclips.

Fazit

Fans der zweiten «Sword Art Online»-Staffel werden sicherlich auch mit dem Spin-off «Gun Gale Online» ihren Spaß finden. Neben spannenden Kämpfen erwartet sie dabei jedoch auch eine Belastungsprobe für die Ohren in Form der deutschen Vertonung. Wer sich davon nicht abschrecken lässt oder aber an das Schauen in OmU gewöhnt ist, findet in der Serie eine nette Abwechslung zum sonstigen Hauptcast des “großen Bruders” «SAO».

Bewertung

Story (doppelt gewichtet)                8/10
Animationen               9/10
Musik                                  7/10
Deutsche Lokalisierung 6/10
Verpackung & Extras 7/10

Gesamt                               

 7,5/10

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Wir bedanken uns bei peppermint anime für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!