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Es geht Schlag auf Schlag: Nur wenige Wochen nach Release des zweiten Volumes von «Sword Art Online – Alicization» beglückt uns peppermint anime auch bereits mit der dritten Disc zur Serie. Wie schlägt sich die neueste Veröffentlichung – und können die enthaltenen Episoden überzeugen? Die Antworten auf diese Fragen erfahrt ihr im folgenden Review.

  • Label: peppermint anime
  • Veröffentlichung: 05.12.2019
  • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben
  • Laufzeit: 150 Minuten
  • Bildformat: 16:9
  • Auflösung: 1920 x 1080 p
  • Genre: Action, Fantasy
  • Sprachen: Deutsch, Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Anzahl Discs: 1
  • Verpackung: Digipak im Schuber
  • Extras: Clean Opening, Clean Ending, Trailer

Story (7/10)

Endlich sind Eugeo und Kirito an der Spitze der Central Cathedral angelangt und hoffen, dort etwas über Alice herausfinden zu können. Sogleich stellt sich ihnen ein Ritter in den Weg, der Eugeo merkwürdig vertraut vorkommt. Als die Situation ausweglos erscheint, kommt den beiden allerdings von ungeahnter Seite jemand zu Hilfe. So erfährt Kirito auch mehr über die Gesetze der Welt, die ihn immer noch gefangen hält. Bevor er jedoch in seine eigene Welt zurückkehren kann, muss er erst einmal den Kampf mit dem Administrator aufnehmen. Hierzu müssen Kirito und Eugeo die 100 Stockwerke der Central Cathedral überwinden…

Persönliche Einschätzung

Im Mittelpunkt der Episoden des zweiten Volumes steht das Voranstoßen Kiritos und Eugeos in der Central Cathedral. Dadurch bedingt ergibt sich ein Ablauf, der zunächst größtenteils aus einer Aneinanderreihung von Kämpfen besteht. Auch die Handlungsschauplätze ändern sich kaum, da sich die beiden in den ersten Episoden innerhalb des Gebäudes aufhalten. Diese Tatsachen stellen die größte Veränderung verglichen zu den vorherigen Folgen dar, welche noch eine größere Abwechslung in beiden Belangen boten.

Dennoch kommt glücklicherweise nicht allzu viel Langeweile auf, da die beiden Freunde innerhalb kurzer Zeit auf verschiedene Gegner treffen, deren Fähigkeiten sich voneinander unterscheiden. Somit wurde zumindest in der Ausgestaltung der Gegenspieler eine mögliche Monotonie verhindert. Ebenfalls interessant gestaltet sich die Vergangenheit der auftretenden Antagonisten, welche teils erzählt, teils rekonstruiert wird.

Eine der interessantesten Wendungen ergibt sich jedoch im späteren Handlungsverlauf: Als Kirito und Eugeo auf die Schwertkämpferin Alice Synthesis Thirty treffen, kommt es zu einem erbitterten Kampf. Doch während dem Geschehen reißt eine Seitenmauer ein – die Freunde werden voneinander getrennt. Während Eugeo nun dem nächsten Gegner alleine entgegentreten und somit sein Können beweisen muss, hangeln Kirito und Alice an der äußeren Mauer der Cathedral. Hier zeigt sich die vorher scheinbar unantastbare Schwertkämpferin von einer ganz anderen Seite. Es kommt zu einem Waffenstillstand zwischen den beiden. Während dieser am Anfang rein praktischer Natur zu sein scheint, merkt man, dass plötzlich eine Annäherung zwischen den beiden Figuren stattfindet. Dieser Umschwung von Feind zu Freund ist in meinen Augen interessant und bietet für die kommenden Episoden eine vielversprechende Thematik.

Sauer aufgestoßen ist mir hingegen die Verhaltensweise von Kirito in einem der vorherigen Kämpfe. Dort zeigt er sich auf einmal übermäßig um seine Gegnerin besorgt. Sein Handeln wirkt zu diesem Zeitpunkt völlig übertrieben und unterscheidet sich von seinen sonstigen Entscheidungen. Während es ihm im zweiten Volume noch keine Mühe bereitete, einem Adeligen in Selbstjustiz die Arme abzuschlagen, so verweist er nach dem Kampf mit der Integritätsritterin darauf, dass er nicht entscheiden könne, wer gut oder böse sei – und widerspricht sich damit selbst.

Einen weiteren Abzug in der Bewertung der Story muss ich für Episode 18.5 vornehmen. Diese ist lediglich eine Recap-Episode und bietet somit keinerlei neuen Inhalt. Mit nur fünf wirklich neuen Episoden schneidet Volume 3 somit bezüglich des Inhalts am schlechtesten ab.

Animationen (8,5/10)

Die Animationen der Episoden stammen nach wie vor aus dem Hause A-1 Pictures. Das Studio liefert auch bei den Episoden 14 bis 18 größtenteils die bereits gewohnte Qualität ab. Zu den Stärken der Produktion gehören dabei vor allem die flüssigen und spektakulären Inszenierungen der Kämpfe sowie sauber gezeichnete Charaktere.

Dennoch sind mir vor allem im dritten Volume vereinzelte Szenen aufgefallen, die hierbei den Gesamteindruck etwas nach unten ziehen. Zum einen gab es eine kurze Kamerafahrt über die Forschungseinrichtung namens „Ocean Turtle“. Hierbei sah man sofort, dass diese komplett am Computer modelliert wurde, weshalb die Zwischensequenz leider deutlich aus dem Rahmen fiel.

In einer anderen Szene während eines Kampfes bewirkte die Animation hingegen, dass der Schlagabtausch fast schon lächerlich wirkte: Hierbei entschied man sich nämlich, die Oberkörper der Charaktere mitten im Duell mehrere Einstellungen lang starr zu belassen. Dadurch wirkte das Schwingen der Schwerter wie wildes „Rumgefuchtel“ mit zwei übergroßen Zahnstochern. Das schwere Gewicht der Waffen und die nötige Körperhaltung bei deren Bewegung wurden hier völlig außer Acht gelassen.

Weiterhin skeptisch bleibe ich auch bezüglich der im Anime verwendeten Partikel- und Lichteffekte. Diese wurden nämlich am Computer realisiert und lassen das Gesamtbild uneinheitlich wirken.

Musik (8,5/10)

Im dritten Volume zu «Alicization» bekommen wir erstmals wieder neue Intro- und Outro-Songs zu hören. Mit dem Opening «Resister» wagt sich die Musikerin ASCA hier zum ersten Mal auf «Sword Art Online»-Territorium. Ihr Einstand ist dabei durchaus gelungen und wird von sehr schönen Animationen untermalt. Einige kurze Klavierphrasen in der ersten Hälfte des Songs haben mich sogar etwas an den Soundtrack des Videospiels «Breath of the Wild» erinnert.

Das Endingtheme «Forget-me-not» stammt ebenfalls von einer Künstlerin, die zum ersten Mal einen Song für den Anime beisteuert: ReoNa. Diese könnte manchen Fans der Serie möglicherweise dennoch bekannt vorkommen – in der japanischen Tonfassung des Spin-Offs «Gun Gale Online» verlieh sie dem Charakter Elsa Kanzaki ihre Singstimme. Während ihr Stück für «Alicization» keineswegs schlecht ist, so kann es dennoch in meinen Augen dem ersten Ending «Iris» von Eir Aoi nicht das Wasser reichen.

Die Musikuntermalung während der Episoden setzt erneut überwiegend auf das «Swordland»-Thema. Dieses wird vor allem zu wichtigen Zeitpunkten in Kämpfen eingespielt und verleiht diesen eine epische Ausstrahlung. Daher betrachte ich das Musikstück auch immer noch als meinen Favoriten. Im Vergleich zu diesem wirken die restlichen Kompositionen derweil leider etwas blass.

Deutsche Lokalisierung (9,5/10)

Für die deutsche Synchronisation der dritten «Sword Art Online»-Staffel zeichnen sich die Oxygen Sound Studios aus Berlin unter der Dialogregie von Rieke Werner verantwortlich. Hierbei setzt man die sehr gute Arbeit auch bei den jüngst erschienenen Folgen fort. Besonders Kiritos Sprecher Patrick Keller ist regelrecht zum „Fan-Liebling“ avanciert – angesichts der doch eher dubfeindlichen deutschen Anime-Community ist dies bemerkenswert. Die Gründe für diese positive Rezeption liegen jedoch klar auf der Hand: Besonders seine Schreie zeichnen Kellers Verkörperung von Kirito aus. Doch auch seine Kollegin Lydia Morgenstern, welche der Rolle Alice Synthesis Thirty ihre Stimme leiht, liefert eine überzeugende Arbeit ab.

Von einem kleineren Fehlgriff in der Besetzung blieb die Synchronisation jedoch leider nicht verschont. Kirito und Eugeo treffen im Verlauf der Handlung auf einen Integritätsritter, gegen den sie einen Kampf bestreiten müssen. Als diesem während des Schlagabtausches der Helm vom Kopf gerissen wird, müssen beide überrascht feststellen, dass es sich bei dem Ritter vielmehr um eine Ritterin handelt – zumindest sollte es so unvermittelt wirken. In der deutschen Fassung kommt dies nämlich alles andere als unerwartet. Die Stimme der Ritterin kann hier von Anfang an – trotz Verzerrung – als eindeutig weiblich identifiziert werden. Damit geht auch ein Überraschungsmoment der Szene verloren. Hier hätte man eine männlicher anmutende Stimme besetzen oder aber sich an den Effektereglern bedienen müssen.

Verpackung & Extras (6/10)

Wie bereits die vorangegangenen Discs kommt natürlich auch das dritte Volume in einem Digipak mit Schuber daher. Im Gegensatz zum letzten Coverartwork, welches mich aufgrund seiner blassen Farbgebung nicht überzeugen konnte, kann das neue Bild auf der Hülle mit einer kräftigeren Farbgebung und einem angemessenerem Motiv punkten.

Ansonsten zeigen sich bezüglich des Designs die gleichen Schwächen wie bereits beim vorherigen Volume. Hierzu zählt insbesondere die unpassende und sterile Schriftart, welche für den Aufdruck der Spines gewählt wurde. Weiterhin ist die Disc selbst bis auf die Schrift komplett schwarz gehalten – definitiv keine gestaltungstechnische Meisterleistung.

Auch die auf der Disc enthaltenen Extras fallen eher verhalten aus. Bis auf die gewohnten Clean-Versionen von Opening und Ending sowie eine Hand voll Trailer, welche meiner Meinung nach die Bezeichnung „Extra“ nicht verdienen, wird man nichts vorfinden.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das dritte Volume von «Sword Art Online – Alicization» im direkten Vergleich durch die Recap-Episode am wenigsten neuen Content bietet. Auch im Charakterverhalten und in der deutschen Synchronisation zeichnen sich einzelne Patzer ab. Die letztere kann bis auf diese eine Schwäche jedoch das Ruder zum großen Teil herumreißen und beschert dem Zuschauer einen tollen Hörgenuss, der einen etwaige Unebenheiten in der Story überstehen lässt.

Auch bekommen wir ein neues Opening und Ending zu hören, welche neuen Wind in die Sache bringen. Weniger erfrischend ist das Design des Volumes, welches die üblichen Schwachstellen aufweist, jedoch immerhin eine leichte Verbesserung erhält.

Bewertung

Story (doppelt gewichtet)                7/10
Animationen               8,5/10
Musik                                  8,5/10
Deutsche Lokalisierung 9,5/10
Verpackung & Extras 6/10

Gesamt                               

7,75/10

 

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Wir bedanken uns bei peppermint anime für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!