Diesen Sonntag präsentieren wir euch euch eine überaus gelungene Mischung aus Komödie, Drama und Romantik mit lockerem gesellschaftskritischen Einschlag: «NHK ni Youkoso!».

Die 24-teilige Serie entstand 2006 beim Studio Gonzo und basiert auf einer Light Novel des japanischen Autors Tatsuhiko Takimoto.

Hierzulande hat sich leider noch kein Publisher der Serie angenommen.

 

Darum geht es in «NHK ni Youkoso!»:

Tatsuhiro Satou ist bereits seit fast vier Jahren ein so genannter «Hikikomori»; abgeschottet von der Außenwelt lebt er wegen seiner selbst auferlegten Isolation allein in seiner Wohnung. Allerdings trifft er eines Tages auf Nakahara Misaki, ein mysteriöses Mädchen, das sich dazu entschlossen hat, Satou von seinem Hikikomori-Dasein zu befreien. Obendrein muss er mit seinem Otaku-Nachbarn, Yamazaki Kaoru, ein Hentai-Game produzieren und seine Beziehung zu seiner Senpai, Kashiwa Hitomi, einer Verschwörungstheoretikerin, in den Griff bekommen. «NHK ni Youkoso!» ist der witzige, doch sehr aufrichtige Versuch einer Selbstprüfung des Hikikomori Satou und die deprimierende Wahrheit über das wahre Leben.

 

Handlung:

Die Geschichte dreht sich um Satou Tatsuhiro, dessen Hikkikomori-Leben portraitiert wird. Jede Menge gesellschaftliche Missstände (auch außerhalb des Hikkikomori-Kontexts) wie auch die Psyche Satous werden hierbei aufgegriffen. Glücklicherweise geschieht das allerdings nicht mit dem moralischem Holzhammer, sondern satirisch und humorvoll, ohne dabei den Ernst der Lage ins Lächerliche zu ziehen. Über diesen komödiantischen Part hinaus gibt es aber naturgemäß auch jede Menge dramatische Momente, gerade gegen Ende hin, und eine Prise Romance. Darüber hinaus ist die Handlung auch keineswegs konventionell oder langweilig, sondern steckt auch voller Überraschungen und Wendungen.

 

Charaktere:

Der Cast ist eine große Stärke des Animes. Den Figuren wird viel Zeit gewidmet und ein detailliertes Bild der wichtigsten Personen gezeichnet, sodass deren Handlungen meistens gut nachvollziehbar sind. Auch verzichtet die Serie auf stereotype Charaktere. Satou gibt mit seiner komischen, aber doch irgendwie sympathischen Art den perfekten Hikkikomori ab. Noch interessanter ist meiner Meinung nach Misaki, deren Potential allerdings erst im späteren Serienverlauf vollends zu Tage tritt. Auch unter den weiteren Figuren finden sich spannende Persönlichkeiten wie beispielsweise Hitomi und auch unwichtigere Nebenfiguren und Statisten erfüllen ihren Zweck und runden so den guten Eindruck vom Cast ab.

 

Musik:

Beim Soundtrack kann der Anime aus dem Vollen schöpfen. Die Stücke decken eine breite Genre-Bandweite von Jazz und Instrumentalliedern über Country bis Pop und Rock ab und auch jede Menge eingängige Insert-Songs sind dabei. Die Lieder schaffen es spielend, die Atmosphäre der Serie mitzutragen und wirken nie fehl am Platz. Auch das Opening konnte mich vollends überzeugen, wohingegen die Endings nicht so ganz mein Fall waren.

>> Opening
>> Ending 1

 

Bild:

Optisch ist «NHK ni Youkoso!» nett, aber sicher kein absolutes Ausnahmewerk. Die Charakterdesigns sind solide, die Hintergründe hinreichend detailliert und die Animationen flüssig. Gelegentlich schleichen sich aber kleinere Unsauberkeiten ein.

 

Fazit:

«NHK ni Youkoso!» ist eine erfrischend innovative Serie. Die Handlung ist überaus unterhaltsam, die Charaktere vielschichtig und interessant und die musikalische Untermalung weiß ebenfalls zu gefallen. Alles in allem kann ich den Anime jedem Fan von Comedy, Drama oder Titeln mit gesellschaftssatirischem Einschlag ans Herz legen.

 

Quelle: aniSearch (Inhaltsangabe)