Diese Woche präsentieren wir euch mit «Kokoro Connect» ein ungewöhnliches Romance-Drama mit Mystery-Elementen, das nicht nur Leinwand-Romantiker keinesfalls verpassen sollten.

Der Anime umfasst 13 Folgen und wurde im Jahr 2012 vom Studio Silver Link produziert. Noch im Winter selbigen Jahres entstand eine 4-teilige OVA, die ebenfalls sehr sehenswert ist. Die Geschichte geht auf die gleichnamige Light Novel von Sadanatsu Anda mit Illustrationen von Shiromizakana zurück. Diese erschien zwischen 2010 und 2013 in 11 Bänden. In Deutschland wurde bislang leider weder der Anime noch die Buchvorlage lizenziert.

 

Darum geht es in «Kokoro Connect»:

Eigentlich sind die fünf Schüler Taichi, Iori, Himeko, Aoki und Yui dem Kulturclub beigetreten, um ihre Ruhe zu haben und ohne viel Arbeit durch die Yamahoshi Hochschule zu kommen. Doch die beschaulichen Nachmittage sind vorbei, als Herzsamen erscheint, eine unbekannte Lebensform, die sich für die menschlichen Emotionen interessiert. Als Testobjekte hat er sich den Kulturclub ausgesucht und um die Sache voran zu treiben, lässt er die Mitglieder willkürlich die Körper tauschen. Die fünf Freunde sind nun dazu gezwungen, sich mit ihren Problemen und Traumata auseinander zu setzen, die sie bis jetzt versucht haben, geheim zu halten.

 

Handlung:

Die obige Inhaltsangabe klingt für die meisten Leser wohl völlig generisch. Ein Kulturclub, Körpertausch, nichts was man nicht schon an anderer Stelle gesehen hätte. Doch wer nun eine RomCom, einen flachen Slice-of-Life-Moe-Anime oder gar eine Ecchi-Serie erwartet, der täuscht sich gewaltig. Vielmehr handelt es sich um ein Romance-Drama, welches zwar durchaus eine Menge sehr gelungene Romantik beinhaltet und wo auch der Humor keineswegs auf der Strecke bleibt, aber welches sich doch letztlich auf die Probleme seiner Charaktere fokussiert. Diese Probleme sind keineswegs nur typische Alltagswehwehchen und sicher genretypisch ein wenig überzeichnet, dennoch drückt die Serie zum Glück nicht wie viele andere Dramen krampfhaft auf die Tränendrüse, sondern schafft es ganz aus sich selbst heraus, die Zuschauer emotional zu berühren. Die Geschichte kann immer wieder mit Wendungen und Schicksalsschlägen aufwarten und bleibt so über die gesamt Länge spannend. Außerdem kann man ob der Tiefgründigkeit und manchmal dezent philosophischen Note auch für das Privatleben eventuell etwas mitnehmen und wird wiederholt dazu angeregt darüber nachzudenken, wie man selbst in der entsprechenden Situation gehandelt hätte. 

 

Charaktere:

Bei einem Drama kommt den Charakteren natürlich eine herausragende Rolle zu. «Kokoro Connect» gibt sich hier glücklicherweise keine Blöße. Der Cast ist durch die Bank weg sehr sympathisch, die Figuren wurden gut ausgearbeitet und haben eine bemerkenswerte Tiefe, die man eingangs vielleicht noch nicht vermuten würde. Überdies sind die Charaktere sehr divers und bewegen sich vielfach durchaus außerhalb der üblichen Muster. Sie machen eine beachtliche Entwicklung durch und ihr Innenleben wird ausführlich beleuchtet. Bei Taichi jedoch ist das Helfersyndrom wie bei so vielen vergleichbaren Charakteren anderer Serien stark ausgeprägt, was aber wohl bewusst vom Autor intendiert war.

 

Musik:

Der Soundtrack ist überaus gelungen und kann gerade bei den emotionalen Passagen punkten. Die Endings fand ich ziemlich mittelmäßig und definitiv nichts bemerkenswertes. Das Opening ist leider alles andere gelungen, nicht nur ist es absolute 08/15-Standardkost, nein es passt auch einfach nicht zum Anime.

>> Opening

 

Bild:

In Sachen Bild gibt es absolut nichts zu bemängeln. Der Anime ist schließlich noch recht neu und daher zeichnerisch keineswegs angestaubt. Die Charaktere wurden schön gestaltet, eher in Richtung Moe, und an ihren Augen sowie der Mimik kann man sprichwörtlich ihre Gefühle ablesen. Die Hintergründe sind ebenfalls sehr ansehnlich, wobei man natürlich zugeben muss, dass die Kulissen in dieser Serie auch nicht ständig wechseln. Herausheben will ich auch noch die Lichtgestaltung, die wirklich sehr stimmungsvoll daherkommt.

 

 

Fazit:

In «Kokoro Connect» steckt weit mehr, als es auf den ersten Blick vielleicht den Anschein macht. Freunde von Drama, Mystery oder Romance sollten sich diese Serie keinesfalls entgehen lassen, im Grunde kann aber jeder Animefan beruhigten Gewissens einen Blick riskieren. Trotz seiner Kürze schafft es «Kokoro Connect», eine bemerkenswerte Tiefe und Dynamik aufzubauen und den Zuschauer emotional zu berühren. Auch der Cast ist überaus gelungen und auch in der Präsentation offenbart der Anime sowohl in Sachen Soundtrack als auch bei der Bebilderung ebenfalls keine großen Schwächen.

 

Quelle: aniSearch (Inhaltsangabe)