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Mit «War of Underworld» beginnt die zweite Hälfte der dritten «Sword Art Online»-Staffel. Ob dabei Volume 1 eher als die vorherigen Episoden überzeugen kann, erfahrt ihr in diesem Review!

  • Label: peppermint anime
  • Veröffentlichung: 03.09.2020
  • FSK: Ab 16 Jahren freigegeben
  • Laufzeit: 175 Minuten
  • Bildformat: 16:9
  • Auflösung: 1920 x 1080 p
  • Genre: Action, Fantasy
  • Sprachen: Deutsch, Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Anzahl Discs: 1
  • Verpackung: Digipak im Schuber
  • Extras: Clean Opening, Clean Ending, Trailer

Story (6,5/10)

Sechs Monate sind seit dem erbitterten Kampf gegen Administrator vergangen! Kirito hat nicht nur seinen rechten Arm verloren, sondern auch sein Geist hat Schaden genommen, denn er scheint nur noch eine leere Hülle zu sein. Alice hat sich mit ihm in die Nähe von ihrem Heimatdorf Rulid zurückgezogen, um dort zur Ruhe zu kommen. Doch dann zwingt ein nächtlicher Überraschungsangriff der Armee des Dark Territory Alice dazu, wieder ins Rampenlicht zu treten. Währenddessen spitzt sich die Lage für Asuna und die Angestellten von Rath auf der Ocean Turtle zu! Gabriel Miller und seine kampferprobten Mitstreiter setzen alles daran, A.L.I.C.E in die Hände zu bekommen, egal wie.

Persönliche Einschätzung (Achtung, Spoiler!)

Die größte Besonderheit der ersten Episoden von «War of Underworld» ist die bemerkbare Abwesenheit des eigentlichen Serienhelden Kirito. Dies ist hier auch wörtlich zu nehmen, da dieser seit einem Spannungsstoß im Soul Translator völlig reaktionslos und an einen Rollstuhl gebunden ist. Dadurch muss sich die Serie erstmals über einen längeren Zeitraum völlig auf die in «Alicization» neu eingeführten Nebencharaktere verlassen.

Für sich genommen ist die Idee, Alice vorübergehend zur Hauptfigur zu machen, ein interessanter Ansatz. Nach jeder Episode wurde mir jedoch klarer, dass das «Sword Art Online»-Feeling für mich persönlich immer mehr schwand. Generell empfand ich «Alicization» bisher als sehr „SAO-untypisch“ und dies wurde durch das Wegbrechen von Kirito nochmals verstärkt.

Zwischendurch wurden nun wieder häufiger Szenen aus der echten Welt eingefügt, was eine nette Abwechslung war. Auch der ursprüngliche Nebencast um Suguha und Co. bekommt kurze Auftritte, was mich jedoch nur noch stärker wünschen ließ, dass diese endlich wieder eine größere Rolle in der dritten Staffel spielen würden.

Kurz vor Kriegsausbruch wendet sich die Serie der Einführung des Antagonisten Gabriel Miller zu. Dieser entpuppt sich hierbei als die typische verrückte und besessene Art Bösewicht, wie er bereits in den vorherigen Staffeln zu genüge vorkam. Auch die kleineren Gegenspieler aus dem „Dark Territory“ wirken zunehmend platt und langweilig. Dies stellt auch insofern ein Problem dar, dass nun an beiden Kriegsfronten ausschließlich Personen stehen, die der Zuschauer kaum kennt. Szenen, die auf die Tränendrüse drücken wollen, lassen hier den Zuschauer eher mit einem Schulterzucken zurück.

Animationen (7/10)

Das verantwortliche Studio A-1 Pictures bleibt sich auch in «War of Underworld» ihrem Animationsstil treu. Dies bedeutet eine saubere Ausarbeitung aller Konturen sowie ordentlich gezeichnete Bewegungsabläufe. Gleichzeitig heißt dies leider auch, dass immer noch auf eine – in meinen Augen – zu helle Farbgebung gesetzt wird. Frühere Staffeln wirkten in dieser Hinsicht viel atmosphärischer, «Alicization» weist hingegen eine Farbkomposition auf, die zu „glatt“ wirkt.

Ein weiteres Manko ist das leidige Thema CGI. So stellt man als Zuschauer schnell fest, dass der «War of Underworld» hauptsächlich eine Ansammlung von computergenerierten Modellen ist, welche mit Lauf- und Kampfanimationen nach dem „Copy-Paste-Prinzip“ aufeinander zustürmen. Mir ist bewusst, dass diese Lösung für große Ansammlungen von Kreaturen die einfachste ist, jedoch schadet diese auch dem Gesamtbild am erheblichsten.

Musik (7,5/10)

Anlässlich des Starts der neuen Staffelhälfte bekommen wir zwei neue Songs spendiert: Das Opening «Resolution» wird von Asunas Seiyū, Haruka Tomatsu, gesungen und stellt einen eher durchschnittlichen J-Pop-Song dar. Die Harmonik und Melodie erschienen mir hier etwas einfallslos.

Anders sieht schon bei dem Ending «unlasting» von LiSA aus. Dieses ist für die Sängerin stellenweise ungewöhnlich zurückhaltend, jedoch auch genauso stark im Ausdruck. Einmal mehr zeigt sich hier, dass LiSA einen festen Bestandteil von «Sword Art Online» bildet.

Deutsche Lokalisierung (10/10)

Die deutsche Vertonung der Folgen entstand bei den Oxygen Sound Studios in Berlin unter der Dialogregie von Rieke Werner. Dieses Mal treten durch den Wegfall von Kirito die Sprecher der Nebencharaktere umso mehr ins Rampenlicht. Dabei bekommen wir vor allem mehr vom großartigen Karlo Hackenberger zu hören, welcher dem Antagonisten Gabriel Miller seine Stimme leiht.

Insgesamt ist die Besetzung in sich stimmig und alle Sprecher liefern eine tolle Leistung ab. Auch die Abmischung hat mir gefallen, da sich diese wie erwartet an alle Raumverhältnisse anpasst und das Verhältnis von Sprache und Musik ausgewogen ist.

Verpackung & Extras (6/10)

Bei der Veröffentlichung von «War of Underworld» verfährt peppermint anime verpackungstechnisch analog zu den vorherigen «Alicization»-Volumes. Damit einher geht leider auch wieder die furchtbar triste Spine-Gestaltung. Hier ist man scheinbar davon ausgegangen, dass Fans sich den separat erhältlichen Sammelschuber kaufen, der dieses Manko versteckt. Die schwarze Disc geht dieses Mal aufgrund des dunklen Innenschuberdesigns in Ordnung.

Bei den Extras handelt es sich wieder um Clean-Versionen von Opening und Ending, was heutzutage (leider) dem Mindeststandard entspricht.

Fazit

Wie erwartet konnte mich auch der Beginn der zweiten Staffelhälfte nicht davon überzeugen, dass «Alicization» ein spannender und gut geschriebener Arc sein soll. Vielmehr fühlte ich mich wegen des Übermaßes an Nebenfiguren mit wenig Persönlichkeit gelangweilt.

Umso mehr hoffe ich, dass bald wieder altbekannte Gesichter – darunter auch Kirito – ihre Rückkehr feiern. Denn ein fiktiver Krieg zwischen Figuren, die den Zuschauer nicht interessieren, ist vor allem eines: belanglos.

Bewertung

Story (doppelt gewichtet)                6,5/10
Animationen               7/10
Musik                                  7,5/10
Deutsche Lokalisierung 10/10
Verpackung & Extras 6/10

Gesamt                               

7,25/10

 

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Wir bedanken uns bei peppermint anime für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!