Am 21. Juli veröffentlichte Nintendo «Splatoon 2» für die Nintendo Switch. In unserer Review erfahrt ihr, wie gut der Shooter von Nintendo ist.

(1) Spielprinzip

«Splatoon 2» ist ein Shooter, bei dem ihr mit Tinte die Map einfärben müsst und Gegner ausschalten könnt, um zu gewinnen. Ihr seid ein Inkling, das heißt, dass ihr sowohl ein Tintenfisch als auch ein Mensch seiud. In eurer eigenen Tinte bewegt ihr euch als Tintenfisch, während ihr an Land ein Mensch seid. Mit verschiedenen Waffen (z.B. Kleckser, Pinsel, Roller) könnt ihr euch ausrüsten und damit in verschiedene Modi kämpfen. In einem Modi müsst ihr mehr Fläche einfärben als euer Gegner, im anderen müsst ihr ihn ausschalten und in die Base eindringen.

(2) Allgemeines / Inhalt

 

  • Titel: «Splatoon 2»
  • Genre: Shooter
  • Entwicklerstudio: Nintendo EDP
  • Veröffentlichung: 21. Juli 2017
  • Plattform: Nintendo Switch
  • Verfügbarkeit: Download, Retail
  • Download-Größe: 3,35 GB
  • Preis: 54,99 €
  • USK: ab 6 Jahren

 

Die Spielmodi im Überblick:

Singleplayer:

Bereits der Vörgänger Splatoon beinhaltete einen Singleplayer-Modus. Auch in Splatoon 2 ist wieder ein Singleplayer mit dabei, der diesmal Heldenmodus genannt wird. Nintendo spendierte diesem Modus auch wieder eine Story, die leider noch schwächer ist als die von Spaltoon: Da Aioli verschwunden ist, müsst ihr sie retten. In diesem Modus müsst ihr auf insgesamt 5 Welten verschiedene Level finden und diese dann meistern. Die Level sind in Kesseln versteckt, die nahezu unsichtbar auf der Welt verteilt sind. Erst wenn man die Kessel mit Tinte bespritzt, erkennt man die Level, sodass man sie betreten kann. Die Suche nach den Leveln ist vor allem in den hinteren Welten schwierig, da die Welten immer größer und komplizierter werden. Außerdem gibt es auch auf den Oberwelten verschiedene Sammelgegenstände, die versteckt sind. Dazu gehören z.B Schriftrollen und Anchoviums, die ihr bekommt, wenn ihr verschiedenfarbige Ballons auf der Oberwelt mit eurer Tinte zerstört.

Sobald ihr ein Level beginnt, erhaltet ihr eine Vorgabe von Arty, dem Waffenhändler. Dieser gibt euch die jeweilige Waffe für den Level vor. Mit dieser Waffe müsst ihr dann an das Ende des Levels gelangen und dort den Elektrowels befreien. Auf der Suche nach dem Ziel werden euch immer wieder Gegner behindern, indem sie euch mit ihrer Tinte attackieren. Des Weiteren könnt ihr in den Leveln zwei versteckte Gegenstände finden: Die Schriftrolle und das Anchovium. Da die Level oft nicht einfach sind, gibt es auch immer wieder Checkpoints. Zu Beginn jedes Levels habt ihr insgesamt drei Leben. Außerdem erhaltet ihr immer wieder ein Leben dazu, wenn ihr einen Checkpoint erreicht. Allerdings erhaltet ihr das Leben nur, wenn ihr bereits einmal gestorben seid, da die Maximalanzahl der Leben auch drei beträgt.

Für Spieler von Splatoon wird der Singleplayer des Nachfolgers kaum neue Elemente erhalten. Der Helden-Modus wirkt auf mich wie eine Erweiterung des Singleplayers von Splatoon, da die Level meiner Meinung nach viel zu wenig Innovationen bieten. Außerdem sind die Level mit je 5 bis 10 Minuten Spielzeit allesamt sehr kurz, wenn man nicht gerade nach den zwei versteckten Gegenständen sucht. Die Sammelgegenstände sind hingegen oft fies versteckt, da man sie z.B. oft übersieht. In manchen Leveln sind sie aber leicht versteckt.

Natürlich warten Bosskämpfe am Ende der jeweiligen Welt auf euch. Diese sind meiner Meinung nach nicht wirklich sehr schwer. Dennoch macht es Spaß die Bossgegner zu bekämpfen, da diese immer wieder neue Attacken mit sich bringen. Es gibt vor und während jedem Bosskampf Dialoge mit Limone, die teilweise sehr witzig sind. Das ist auf jeden Fall ein Pluspunkt, da der Rest vom Helden-Modus nicht wirklich überzeugen kann.

Multiplayer:

Revierkampf:

Im Revierkampf müsst ihr zusammen im Team die Map einfärben. Ihr tretet pro Team mit insgesamt 4 Spielern gegeneinander an und müsst versuchen, mehr als euer Gegner einzufärben. Ihr habt pro Runde insgesamt drei Minuten Zeit mehr einzufärben als eure Gegner. Ihr könnt eure Gegner natürlich auch kurzzeitig ausschalten, indem ihr sie mit eurer Tinte „tötet“. Außerdem hat jede Waffe auch eine Spezialattacke, die ihr aufladen müsst. Dazu müsst ihr einfach nur die Fläche der Map einfärben. Es gibt sehr viele verschiedene Spezialattacken, die euren Gegner behindern oder euer Team stärken. Am Ende des Matches wird der sogenannte „Miezrichter“ die eingefärbte Fläche in Prozent umrechnen und die Ergebnisse verkünden.

Rangkampf:

Neben dem Revierkampf, wo ihr die Map einfärben müsst, gibt es auch den Rangkampf, bei dem ihr um euren Rang kämpft. Auch hier müsst ihr in fünf Minuten im Team mit je vier Spielern gegeneinander antreten. Ihr startet mit dem Rang C- und müsst euch in drei verschiedenen Spielmodi an die Spitze kämpfen:

Operation Goldfischkanone

Bei dem Modus Operation Goldfischkanone müsst ihr zuerst in die Mitte gelangen, um dort die sogenannte „Goldfischkanone“ zu erhalten. Dazu müsst ihr die Barriere, welche die Kanone umgibt, mit eurer Tinte bespritzen bis sie zerstört wird. Mit dieser Kanone im Gepäck müsst ihr in die gegnerische Base gelangen, um zu gewinnen. Ihr dürft währenddessen nicht von den Gegnern erledigt werden, da ihr die Kanone ansonsten verliert. Mir gefällt dieser Modus sehr gut, da ihr euer Team immer unterstützen müsst, damit sie die Goldfischkanone nicht verlieren. Außerdem ist hier das Einfärben nicht wichtig, sodass ihr euch voll und ganz auf das Erledigen der Gegner konzentrieren könnt.

Turm-Kommando

Im Modus Turm-Kommando müsst ihr ebenfalls in die Mitte gelangen. Dort wartet ein Turm auf euch, der in die gegnerische Base gelangen muss. Dazu muss mindestens ein Spieler auf den Turm stehen bleiben. Dieser darf nicht von den Gegnern erledigt werden, da der Turm sonst stehen bleibt. Es gibt außerdem zwei Checkpoints auf den Weg zur gegnerischen Base, die ihr passieren müsst. Da der Turm währenddessen warten muss, ist es wichtig, dass ihr die Gegner von euch fern haltet, indem ihr sie erledigt.  Ich finde den Modus leider nicht sehr gut, da er von allen Modi am wenigsten Spaß macht. Das liegt daran, dass man hier viel zu oft erledigt wird, wenn man auf dem Turm steht. Außerdem ziehen sich die Kämpfe dadurch immer sehr, sodass oft eine Verlängerung stattfindet. Besonders im Turm-Modus kommt es auf die Fähigkeite von eurem Team an. Wenn ihr hier ein schlechtes Team erwischt, habt ihr oft innerhalb der ersten Minute verloren.

Herrschaft

Im Modus Herrschaft müsst ihr mit eurem Team eine oder mehrere Fläche/n in der Mitte der jeweiligen Map einfärben.  Die eingefärbte Zone muss natürlich verteidigt werden, sodass die Gegner nicht die Herrschaft erlangen. Sobald ihr einmal die Herrschaft erlangt habt, zählt ein Counter von 100 herunter. Sobald dieser auf 0 ist habt ihr gewonnen. Wenn euer Gegner allerdings die Herrschaft übernimmt, während ihr sie habt, bekommt ihr Zusatzpunkte, die abgebaut werden müssen. Das gefällt mir besonders, da das Spiel nicht zu kurz wird.

Salmon-Run:

Beim Salmon Run müsst ihr nicht gegeneinander, sondern miteinander spielen. Im Team mit vier Spielern müsst ihr auf der Map mehrere Bosse besiegen, um Goldeier zu bekommen. Der Salmon Run-Modus steht nicht wie die anderen Modi rund um die Uhr zur Verfügung, sondern nur in bestimmten Zeitabschnitten. Diese Goldeier müsst ihr dann zurück in einen Korb bringen. Neben den Bossen behindern euch auch immer wieder kleinere bzw. größere Gegner. Die Gegner ziehen hinter sich natürlich Tinte in einer anderen Farbe hinterher, sodass ihr es nicht zu leicht habt. Ihr müsst auf der Map drei Runden überleben und immer die geforderte Anzahl an Goldeiern in den Korb bringen, um zu gewinnen. Wenn ihr von einem Gegner erledigt werdet, taucht ihr in einem Rettungsring auf. Erst wenn dieser von einem Spieler aus eurem Team bespritzt wird, seid ihr wieder lebendig. Fallsihr alle gleichzeitig im Rettungsring seid oder die geforderte Anzahl an Goldeiern nicht im Korb ist, habt ihr verloren. Allerdings könnt ihr nicht wie bei den anderen Modi eure Waffe wechseln, da es wie im Singleplayer eine Vorgabe gibt. Pro Runde erhaltet ihr immer wieder eine andere Waffe. Es gibt insgesamt vier Waffen während eines Zeitabschnittes/Slots. Der Modus gefällt mir sehr gut, da er eine willkommene Abwechslung zu den anderen Modi darstellt, in denen ihr euch bekämpfen müsst. Leider verliert man besonders schnell, wenn man auf einem höheren Rang kämpft, was mir nicht so gut gefällt. Der Schwierigkeitsgrad sollte meiner Meinung nach von Nintendo angepasst werden. Außerdem sollte der Modus rund um die Uhr spielbar sein, weil man sich dann nicht nach der Zeit richten muss. Ich verstehe nicht, weshalb Nintendo den Modus zeitlich begrenzt, da er einer der Besten aus dem Spiel ist.

Die Maps

In «Splatoon 2» gibt es aktuell acht Maps, auf denen man Revier- und Rangkampf spielen kann. Zwei der acht Maps sind nicht neu, da sie von der Wii U-Version übernommen, aber angepasst wurden. Im Salmon-Run gibt es nur zwei Maps, die sich aber sehr stark ähneln. Ich finde aber auch, dass sich einige Maps in den anderen Modi ähneln. Dazu gehören z.B die Molluskel-Bude und die Buckelwal-Piste sowie das Korallenviertel und die Perlmutt-Akademie. Die Maps sind dafür aber auch so groß wie sie sein sollten. Nintendo hat außerdem bestätigt, dass es weiterhin kostenlose Updates mit Waffen und Maps geben wird.

Buckelwal-Piste

(3) Gameplay

«Splatoon 2» überzeugt mich vom Gameplay her sehr. Es macht mir sehr viel Spaß die Map einzufärben und die Gegner auszuschalten. Außerdem kann man die Spezialattacke benutzen, um Gegner noch einfacher zu besiegen. Die Maps sind zahlreich vorhanden und groß genug. Mir gefällt außerdem, dass Nintendo neue Elemente in die Maps des Vorgängers eingebaut hat. So kann man einen Schwamm mit Tinte vollsaugen lassen oder sich mit Hilfe eines Seils voller Tinte in die Base des Gegners eindringen. Einen angemessenen Schwierigkeitsgrad garantiert Nintendo durch die Einteilung in Ränge, das klappt aber leider nicht immer sehr gut.

(4) Performance, Grafik und Steuerung

Das Spiel läuft je nach Situation in 1080p oder 900p, da die Auflösung adaptiv ist. Dadurch gewährt Nintendo durchgängig 60FPS im Spiel. Im Hauptmenü und auf dem Inkopolis-Platz sieht das ganze anders aus: Während die Auflösung 1080p betränkt, sinken die FPS auf 30. Im Handheld-Modus wird konstant 720p erreicht, was der maximalen Auflösung der Switch entspricht. Die Grafik gefällt mir sehr, da sie im Vergleich zum Vorgänger schärfer und kräftiger ist. Vor allem die Tinte sieht sehr realistisch aus, da sie nicht wie eingefärbtes Wasser aussieht, sondern wie dickflüssige Tinte.

Im Online-Modus läuft es häufig aber nicht so gut, da Nintendo weiterhin auf Peer 2 Peer setzt. Es kommt häufig zu Verbindungsfehlern, sodass im Team plötzlich ein Spieler fehlt. Außerdem gibt es manchmal Verzögerungen, die besonders ärgerlich sind, wenn ihr gerade im Kampf mit einem Gegner seid. So ist es mir häufig passiert, dass ich gestorben bin, obwohl ich den Gegner scheinbar ganz oft getroffen habe. Da Nintendo vermutlich weiterhin nicht auf eigene Server umsteigen wird, bleibt uns dieses Problem erhalten.

Die Musik gefällt mir gut, wobei mir die Musik des Vorgängers besser gefallen hat. Viele Tracks aus dem Spiel stammen von der Band „Wet Floor”, welche es so nur im Spiel selbst gibt. Ihr könnt euch hier und hier zwei Tracks aus dem Spiel anhören. Die Steuerung ist hingegen einfach und perfekt: Da ihr auch die Möglichkeit habt, mit Bewegungssteuerung zu spielen, könnt ihr im Spiel noch schneller reagieren. Außerdem könnt ihr die Sensibilität für TV-Modus und Handheld-Modus separat einstellen, sodass keine Probleme mehr auftreten sollten.

(6) Fazit (9/10)

Mit «Splatoon 2» erhält die Nintendo Switch einen weiteren Kracher. Die Tintenfische gehen in die zweite Runde und erhalten jede Menge neue Waffen, Maps und sogar einen neuen Modi. Die Spielmodi gefallen mir alle sehr, wobei mein Highlight der Salmon-Run ist. Es macht richtig Laune mit anderen im Team gegen die Salmoniden zu kämpfen und die Goldeier in den Korb zu bringen. Die Steuerung ist außerdem noch präziser und einfacher, sodass keine Probleme im Match auftreten. Des Weiteren ist die Grafik ist schöner, besonders die Tinte sieht sehr realistisch aus.

Während der Multiplayer genial ist, der Singleplayer ist nicht sehr gut. Hier gibt es kaum Innovationen, sodass er wie eine Erweiterung des Singleplayers von «Splatoon» angesehen werden kann. Immerhin sind die Sammelgegenstände gut versteckt, sodass man mehr Zeit in den doch sehr kurzen Leveln verbringt. Auch die Bosskämpfe sind dort ganz unterhaltsam, obwohl Nintendo einen Gegner recycelt hat. Ein weiterer Kritikpunkt ist der Online-Modus, da Nintendo leider weiterhin auf Peer 2 Peer setzt. Daher kommt es oft zu Verbindungsabbrüchen oder Verzögerungen im Spiel, die extrem nervig sind.

Wir bedanken uns bei Nintendo für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.