Mit «Erased – Die Stadt, in der es mich nicht gibt» hat peppermint anime eine neue Serie veröffentlicht, die insbesondere durch eine grandiose Story überzeugen kann…

  • Label: peppermint anime
  • Veröffentlichung: 31.3.2017
  • Originaltitel: «Boku dake ga Inai Machi»
  • Produktionsjahr: 2016
  • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben
  • Episoden: 12
  • Laufzeit: ca. 150 Minuten
  • Bildformat: 16:9
  • Auflösung: 1920 x 1080 (Blu-Ray)
  • Genre: Mystery, Seinen, Thriller
  • Sprachen: Japanisch, Deutsch (DTS-HD 2.0 – Blu-Ray)
  • Untertitel: Deutsch
  • Anzahl Disks: 1
  • Verpackung: Amaray mit Papp-Hülle
  • Extras:
  • Digitaler Streamingcode (OmU-Fassung auf AKIBA PASS)
  • Trailer zu aktuellen Highlights von peppermint anime
  • Clean Opening
  • Clean Ending
  • Credits

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Die Limited Edition ist nur im Akiba Pass Shop erhältlich und beinhaltet zusätzlich einen Hardcover-Schuber mit Booklet und Soundtrack.

Limited Edition im AKIBA PASS Shop | Erased (OmU) auf AKIBA PASS | Unboxing

Verantwortlich für die Produktion des Animes ist das Studio A-1 Pictures mit dem Regisseur Tomohiki Itou (u.a. «Sword Art Online»). Die Basis hierfür bildet die Mangareihe von Kei Sambe, welche hierzulande vollständig von TOKYOPOP veröffentlicht wurde.

Story (10/10)

Satoru Fujinuma hat eine besondere Gabe: Wenn Menschen in seiner Umgebung etwas schlimmes passiert, springt er in der Zeit zurück und versucht dieses Unglück zu verhindern. Leider hat er seine Sprünge jedoch nicht unter Kontrolle und ist seiner Gabe somit in gewisser Weise ausgeliefert.

Als seine Mutter umgebracht wird und ihn sein nächster Sprung nicht nur ein paar Minuten in die Vergangenheit versetzt, sondern gleich mehrere Jahre, gerät sein Leben mehr und mehr außer Kontrolle. Kann Satoru durch das Verhindern von Entführungen und Morden im Jahr 1988 seine eigene Zukunft beeinflussen…?

Persönliche Einschätzung zur Story:

Satoru hatte es schon sein ganzes Leben lang nicht leicht. Die tragischen Ereignisse aus seiner Kindheit holen den 29-Jährigen selbst jetzt noch ein und scheinen sogar in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Mord an seiner Mutter zu stehen. Für diesen bekommt nämlich er die Schuld in die Schuhe geschoben und auch die Zeitsprünge wirken enormen Druck auf ihn aus. Wie würde ihr euch fühlen, wenn ihr wüsstet, dass jede Minute etwas schreckliches geschehen wird?

«Erased» ist ein spannungsgeladener Thriller, in dem sich die Fortschritte immer klarer zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Es macht einfach Spaß, der Entwicklung vom Protagonisten Satoru zu verfolgen und zu sehen, wie er die Vergangenheit manipulieren möchte, um die Gegenwart zu verändern. Auch ist es interessant zu beobachten, wie er das Vertrauen der doch eher zurückgezogenen Kayo Hinazuki für sich gewinnen möchte.

Animationen (7/10)

Der Stil von «Erased» ist sehr schlicht und alltäglich gehalten. Man verzichtet dabei komplett auf herausragend-schrille Elemente (bunte Haare etc.) und finde sich in einem Alltags-Setting wieder. Dadurch kann man sich nicht deutlich von der Masse abheben und auch die Artworks machen einen nicht sonderlich neugierig auf die Serie. Ich kann es in diesem Fall aber vollkommen nachvollziehen, da alles andere einen deutlichen Stilbruch zur Folge hätte. Nur so wirkt die Serie auch authentisch.

Die Animationen sind leider doch sehr durchschnittlich geworden. Grob betrachtet sieht es zwar alles sehr schick aus, aber bei genauerer Begutachtung merkt man Unstimmigkeiten. Bereits auf mittlerer Distanz fehlen diverse Details, die doch nicht ganz unbedeutend sind. Auf dem ersten Bild seht ihr die Mutter, deren Beine als besch-farbene Masse ohne Ecken und Kanten dargestellt sind. Gerade bei den Füßen sind nicht einmal die Zehen voneinander abgegrenzt, was doch doch einen schwammigen Eindruck hinterlässt. Läuft sie barfuß herum oder hat sie eine hautfarbene Strumpfhose an, man kann es einfach nicht genau sagen. Solch unklare Darstellungen sind zwar kein Einzelfall, aber im groben sieht es ganz gut aus. So pingelig wie ich werden sich wohl die wenigsten den Anime anschauen.

 

 

 

 

*** Das Bildformat wechselt während Zeitsprüngen auf 21:9 ***

Musik (10/10)

Openings und Endings müssen für mich 2 Kriterien erfüllen:

Zum einen sollten sie inhaltlich zur Sendung passen und zum anderen sollen sie sich auch noch gut anhören. Bei Erased wird beides erfüllt. Beide Songs sind inhaltlich an den Anime angelehnt und machen zum Beginn und zum Ende jeder Episode Stimmung. Das Ending gefällt mir dabei sogar noch ein klein wenig besser, aber das ist einfach persönlicher Geschmack. Auch die Animationen während der Opening- und Ending-Sequenz sind tadellos und mir gefällt insbesondere die silhouettenhafte Darstellung während des Endings.

>> Opening

>> Ending

Auch die Hintergrundmusik ist situativ und immer erstklassig umgesetzt.

Deutsche Lokalisierung (9/10)

Charakter  Deutsche Stimme  Charakter  Deutsche Stimme 
Satoru Fujinuma  Kim Hasper  Jun Shiratori  Bastian Sierich 
Satoru Fujinuma (Kind)  Claudia Schmidt  Kenya Kobayashi  Melinda Rachfahl 
Kayo Hinazuki  Kristina Tietz  Kazu   Josephine Schmidt 
Sachiko Fujinuma  Sonja Spuhl  Osamu   Lina Rabea Mohr 
Airi Katagiri  Yvonne Greitzke  Hiromi  Charlotte Uhlig 
Gaku Yashiro  Arne Stephan  Takahashi  Tobias Brecklinghaus 
Akemi Hinazuki  Silvia Mißbach  Makoto Sawada  Erich Räuker 

Verantwortlich für die deutsche Fassung der Serie sind die Oxygen Sound Studios. Die deutsche Synchronisation ist dabei echt gut geworden, schon nahezu perfekt. Alle Rollen wurden mit passenden Sprechern besetzt und auch die Leistung stimmt in allen Aspekten. Inhaltliche Fehler sind mir in der deutschen Sprachfassung ebenfalls nicht aufgefallen. 

Leider hat man bei der Umsetzung des Tons nur auf das Stereo-Master “DTS-HD 2.0” zurückgegriffen. Eine räumliche Umsetzung mit “DTS-HD 5.1” wäre hierbei wünschenswert gewesen.

Zudem wurde auf der Blu-Ray nicht erwähnt, wer alles in der deutschen Bearbeitung von «Erased» involviert ist. Dort gab es weder Informationen zum verantwortlichen Studio, noch eine Auflistung der deutschen Sprecher. Selbst in den Credits waren immer nur die japanischen Voice-Actors aufgelistet. Meiner Ansicht nach gehört so etwas mit dazu, um die Arbeit der beteiligten Personen auch wirklich zu würdigen.

Innerhalb der 6 Episoden gab es wenige Stellen, in denen japanische Schriftzeichen eingeblendet wurden, welche leider nicht auf deutsch übersetzt wurden. Diese sind zwar nicht zwangsläufig zum Verständnis notwendig, hätten aber dennoch interessante Randinformationen gebracht.

Die 3 genannten Kritikpunkte schmälern aber das Erlebnis nur in geringem Maße. Die wichtigsten Punkte innerhalb der deutschen Lokalisierung sind zum einen eine gelungene Synchronisation und eine fehlerfreie Umsetzung, was beides vorhanden ist.

Inszenierung (10/10)

Story, Hintergrundmusik und Perspektivenwechsel stehen hier im Einklang und bilden ein unglaublich fesselndes Gesamtwerk. Gerade die Cliffhänger zum Ende jeder Episode animieren dich dazu, immer weiter und weiter der Handlung folgen zu wollen. Man merkt es dem Protagonisten Satoru an, wie er sich Schritt für Schritt weiterentwickelt und der Aufklärung der Entführungsserie immer ein klein wenig näher kommt. Er gibt sein Möglichstes, um die schreckliche Vergangenheit zu verändern und seine Mitschülerin vor diesem tragischen Schicksal zu bewahren. Da er ein positives und sehr emotionales Motiv hat, fällt es dem Zuschauer überhaupt nicht schwer, sich in die Geschichte hineinzuversetzen. Der Anime hat außerdem ein sehr angenehmes Erzähltempo, welches weder zu langsam ist, noch gehetzt wirkt.

Jede Episode ist gut strukturiert und das Gesamtbild wird immer klarer, ohne das es an Spannung verliert.

Verpackung & Extras (8/10)

Als Exemplar liegt mir die Standard-Edition von «Erased – Die Stadt, in der es mich nicht gibt» vor. Diese beinhaltet eine ganze normale Amaray, welche als Front- und Backcover Skizzen zum Protagonist Satoru Fujinuma zeigt. Diese Amaray wird zudem in eine Papp-Hülle geschoben, welche das eigentliche Cover darstellt und auf der Rückseite die standardgemäßen Informationen zur Serie besitzt.

Diese Aufmachung gefällt mir persönlich sehr gut und wirkt hochwertiger als bei normalen Amaray-Veröffentlichungen. Auch die zusätzlichen Skizzen kann man man quasi als kleines Extra betrachten. Das FSK-Logo auf der Papp-Hülle ist abziehbar, bei der Amaray jedoch fest ausgedruckt.

Zudem liegt dem Ganzen noch ein Zettel mit einem digitalen Streaming-Code für AKIBA PASS bei, was einen Mehrwert gegenüber anderen Publishern bietet.

Auf der CD selbst sind die Extras leider sehr spärlich. Neben einem Clean-Opening und Clean-Ending bekommt man nur noch einige Trailer zu anderen Titeln aus dem Hause peppermint anime zu sehen.

Wem die zusätzlichen Extras wichtig sind, kann die Limited Edition ans Herz legen. Diese ist exklusiv im AKIBA PASS Shop verfügbar und bietet zusätzlichen einen hochwertigen Hardcover-Schuber mit Booklet und Soundtrack.

Fazit

«Erased – Die Stadt, in der es mich nicht gibt» ist ein Anime, der durch eine unglaubliche tolle Story besticht und vom Anfang bis hin zur letzten Sekunde Spannung verspricht (und was sich reimt, das stimmt!).

Peppermint anime hat sich damit ein Meisterwerk gesichert und diesem eine würdige deutsche Umsetzung verpasst, die ich jedem empfehlen kann. Beim Kauf sollte euch aber dennoch bewusst sein, dass man hier nur relativ wenig Action und Komik geboten bekommt. Meiner Ansicht nach ist das in diesem Fall aber auch nicht nötig.

Auch wenn sich in den Animationen kleine Schwachstellen abzeichnen, ist die Serie definitiv einen Blick wert. Falls ihr noch unsicher sein solltet, könnt ihr auch vorerst die erste Episode legal und kostenfrei bei NinotakuTV ansehen.

Bewertung

Story (doppelte Gewichtung)                                10/10
Animationen               7/10
Musik                                  10/10
Deutsche Lokalisierung 9/10
Inszenierung 10/10
Verpackung & Extras 8/10

Gesamt:

9,1/10

Wir bedanken uns bei peppermint anime für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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