«Dragon Quest» ist eine bekannte RPG-Spielreihe, die seit Jahren eine ziemlich große Fangemeinde hat. Ableger der Reihe gab es bereits auf vielen Konsolen, darunter auch bei den Nintendo-Vorgängerkonsolen. Mit dem neuesten Spiel geht Square Enix in ein Genre, das bisher hauptsächlich von Minecraft bedient wurde. Doch kann dies überzeugen, oder handelt es sich eher um einen Minecraft-Klon? Wir haben uns das Spiel für euch genauer angesehen!

(1) Spielprinzip

Bisher war Dragon Quest ein Spiel, welches eine tolle Story mit rundenbasierten Kämpfen gut verknüpft hat. Den ersten Kontaktpunkt mit der Reihe hatte ich erstmals mit dem 9. Teil, der exklusiv für den Nintendo DS erschienen ist. Nun mit «Dragon Quest Builders» wird alles anders. Der Beginn erinnert noch an einen klassischen Ableger, bei dem ihr von dem Drachenfürsten begrüßt werdet, doch kurze Zeit später bereits in eine Minecraft-ähnliche Welt geworfen werdet, nachdem ihr euren Charakter erstellt habt. Der Menschheit in der Welt Alefgard ist etwas wichtiges abhanden gekommen, nämlich die Kreativität und die Fähigkeit Dinge zu bauen. Diese Gabe habt alleine ihr. Die Welt Alefgard wird seit Jahren von Monstern beherrscht und die Menschen leben in Angst. Eure Aufgabe ist nun das Land wieder aufzubauen. Bis hier hin gleicht das schon ziemlich stark Minecraft, doch dieses Spiel unterscheidet sich in einem großen Punkt: Hier gibt es viele Quests und lustige Dialoge. Ihr trefft immer wieder neue Charaktere, die in eure Siedlung kommen. Diese haben Aufgaben für euch, wie zum Beispiel: «Bau mir eine Küche». Während die Einwohner anfangs noch mit ziemlich billigen Bauten (bestehend aus zwei Blöcken hoher Erde mit einer Strohtüre, ohne Dach) zurechtkommen, haben diese nach und nach immer höhere Ansprüche.

Das Bausystem ist vergleichbar mit Minecraft. Ihr benötigt für zum Beispiel für eine Strohtüre bestimmte Rohstoffe um diesen Gegenstand auf eurem Arbeitsplatz bauen zu können. Allerdings ist das nicht alles. Die Spielwelt ist voller Monster, die euch immer wieder zu einem Kampf herausfordern. Das Kampfsystem ist allerdings etwas einfach gehalten. Mehr als stumpfes “Draufhauen” mit ein paar abwechselnden Angriffsmustern ist leider nicht möglich. Zwar habt ihr die Möglichkeit eure Stadt mit umfangreichen Verteidigungsanlagen vor Eindringlingen zu sichern, aber ansonsten gibt es außer der Ausrüstung keinerlei Möglichkeiten den Kampf strategisch anders zu gestalten. Es gibt nämlich anders wie bei den normalen Dragon Quest-Teilen keine Zauber oder anderweitige Strategiemöglichkeiten. In der Welt gibt es unterschiedliche Typen von Monstern, die Kenner der Serie bekannt vorkommen dürften (Schleime, usw.). Einige Monster sind neutral, das bedeutet sie greifen euch nur an, wenn ihr sie zuerst angreift. Andere wiederum sind aggressiv und greifen euch schon an, wenn sie euch sehen. Dann gibt es noch einen Tag-/Nachtwechsel. Während ihr am Tage mehr Monster trefft, die eher schlafen bzw. euch nicht angreifen, treiben sich Nachts hauptsächlich stärkere ungemütliche Monster herum, die auch durchaus Magiezauber einsetzen können. Hinzu kommt, dass Nachts logischerweise die Sichtweite sinkt, da es dementsprechend dunkel wird. Ebenfalls wie in Minecraft hat euer Charakter auch Hunger, den ihr mit Beeren oder anderen Nahrungsmittel stillen könnt. Tut ihr das nicht werden euch nach und nach Lebenspunkte abgezogen, bis ihr schließlich das Zeitliche segnet. In einem Kapitel habt ihr jeweils die Aufgabe eine Stadt aufzubauen. Pro Kapitel könnt ihr mit etwa zehn Stunden Spielzeit rechnen. Allerdings könnt ihr euren Fortschritt aus einem Kapitel leider nicht mitnehmen. Jedes Kapitel spielt auf einer anderen Insel, die jeweils mitten im Meer liegen. Ihr könnt leider weder schwimmen noch eine Brücke bauen. Zudem hat jedes Kapitel andere Herausforderungen und auch unterschiedliche Bosskämpfe. Bei diesen Sequenzen wird eure Siedlung von einer Horde Monstern überfallen. Habt ihr eure Stadt nicht ausreichend geschützt, wird eure Stadt logischerweise überrannt und ihr könnt nur schwer alle töten. Die Bosskämpfe können hin und wieder durchaus kompliziert werden, weshalb ihr möglicherweise mehrere Versuche benötigt.

Neben dem “Storymodus” gibt es noch den Terra Incognita, der etwas an den Kreativmodus aus Minecraft erinnert. Hier gibt es ein paar Besonderheiten im Vergleich zum normalen Spielmodus. Auf dieser Insel treiben sich keine bösartigen Monster herum, selbst nachts nicht. Ihr findet an diesem speziellen Ort sogenannte Beschwörungs- und Bescherungssteine, die mit einem Bauplatz verknüpft sind. Diese Plätze werden durch den Onlinemodus mit den Bauwerken anderer Spieler aufgefällt. Außerdem wachsen auf der Insel keine Pflanzen. Das Bauen unterscheidet sich ansonsten nicht großartig von dem des normalen Modus, da ihr sämtliche Ressourcen abbauen müsst.

Jeder Spielmodus bietet daher viele Möglichkeiten den Spieler durchaus sehr lange zu fesseln. Wer daher mehr Spaß am Bauen hat, dürfte mit dem “Kreativmodus” viel Spaß haben. Fans von Abenteuerspielen hingegen, haben mit dem Storymodus einige spaßige Stunden vor sich.

(2) Allgemeines

  • Titel: «Dragon Quest Builders»
  • Genre: Action, Adventure
  • Entwicklerstudio: Square Enix
  • Veröffentlichung: 28. Januar 2016 (PS3/PS4/PSVita), 9. Februar 2018 (Nintendo Switch)
  • Plattform: Nintendo Switch, PS3, PS4 und PSVita
  • Verfügbarkeit: RetailDownload (kostenlose Demo steht im Nintendo eShop bereit)
  • Preis: 49,99 €
  • USK: ab 6 Jahren

(3) Grafik, Performance und Steuerung

Grafisch läuft das Spiel durchgängig mit einer Auflösung von 720p und kommt optisch der Playstation 4-Version gleich (Sichtweite, Details, Kontrast, Schärfe). Das Spiel läuft mit 60 Bildern pro Sekunde, die allerdings nicht immer ganz gehalten werden können, dieses Problem gibt es allerdings auch bei der Playstation 4-Version. Beim portablen Modus sinkt die Bildrate hin und wieder etwas öfter merklich, dafür bleibt allerdings der Detailgrad gleich. Der Soundtrack hat einige eingängige Melodien zu finden, die sich allerdings an einigen Stellen zu oft wiederholen. Das Spiel kann mit zwei Joy Cons oder mit einem Nintendo Switch Pro Controller gesteuert werden.

Hier könnt ihr euch noch den Trailer zu «Dragon Quest Builders» ansehen:

(4) Fazit (8/10)

Im Großen und Ganzen erhält man mit Dragon Quest Builders ein Spiel welches im Einspielermodus viel Spaß macht. Die Dialoge sind gut übersetzt worden und sprießen (Dragon Quest-typisch) nur so von Wortwitz und Selbstironie. Wer sich nun überlegt, ob man sich eher Minecraft oder Dragon Quest Builders besorgen soll, sollte wenn man hauptsächlich alleine spielt eher zu diesem Titel greifen, da dieser mehr Langzeitmotivation bietet. Bei mehreren Spielern bleibt dagegen eher nur Minecraft, da man bei diesem Spiel nur passiv miteinander spielen kann (Austausch von Bauten). Das Spiel ist allerdings kein billiger Minecraft-Klon. Hier wurde mit viel Herzblut, wie bei Square Enix üblich, eine reizvolle, schöne Welt erschaffen, die auf ihre Weise lebendig und auch etwas organisch wirkt, trotz der Sandbox-Kulisse. Eine volle Kaufempfehlung gilt daher für alle Actionfans, oder die, die es noch werden wollen.

Hier könnt ihr das Spiel kaufen. Es steht außerdem eine kostenlose Demo im Nintendo eShop bereit.

Retail

Download/Demo

Wir bedanken uns bei Nintendo of Europe recht herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Bilder/Namen/Video © 2016-2018 ARMOR PROJECT/BIRD STUDIO/SQUARE ENIX All Rights Reserved.