«Aura – Koga Maryuin’s Last War» ist ein relativ kurzer Anime-Film mit einer bedeutenden Aussage und mäßiger Inszenierung…

  • Publisher: KSM Anime
  • Erscheinungstermin: 13.11.2017
  • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben
  • Spieldauer: 83 Minuten
  • Genre: Alltagsdrama
  • Sprachen: Deutsch (DTS-HD 5.1), Japanisch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildformat: 16:9 / 1080p
  • Anzahl Discs: 1
  • Verpackung: Amaray
  • Regisseur: Seiji Kishi (u.a. «Assassination Classroom», «Angel Beats»)
  • Studio: AIC ASTA
  • Produktionsjahr: 2013
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Story (9/10)

Ichiro Sato hatte eigentlich vor, sein Highschool-Leben als ganz normaler Schüler zu starten. Als er jedoch eines Abends in die Schule schleicht, um ein vergessenes Buch zu holen, trifft er dort auf ein merkwürdiges Mädchen, das als Zauberin verkleidet ist und sich selbst als „Forscherin aus einer anderen Welt“ vorstellt. Daraufhin verändern sich sein Ruf und Ansehen in der Klasse enorm, denn die wahre Identität der Zauberin ist Ichiros Klassenkameradin Ryoko. Ist sie eine echte Zauberin? Oder trägt sie einfach nur ein Cosplay?

Der Film wagt sich an ein doch sehr kompliziertes und leider immer aktuelles Thema: Mobbing. Gerade in der Schule treffen so viele Leute mit unterschiedlichen Interessen und Ansichten aufeinander, sodass es sehr schnell zu Missachtung und Schikane ausarten kann.

Ryoko ist ein Mädchen, dass in ihrer eigenen Welt lebt und ihren Mitschülern gegenüber doch sehr eigen auftritt. Sie trägt nicht die Schuluniform, sondern ein eigenes Cosplay und sticht alleine dadurch schon immer aus der Masse heraus. Auch ihre Antworten sind immer ziemlich hochtrabend und fernab der Realität. So gerät sie schnell ins Schussfeld ihrer Mitschüler. Lediglich Ichiro Sato kann sich aufgrund verganener Erfahrungen in sie hineinfühlen, doch wendet sich aus Angst selbst gemobbt zu werden nach und nach von ihr ab.

Es ist zwar keine richtige Neuheit, doch ein noch immer sehr wichtiges Thema, was einem im Gedächnis bleibt und dem Film eine wichtige Aussage verleiht.

Inszenierung (6/10)

Das Thema Mobbing wurde gut in Szene gesetzt, doch leider bleibt das die Ausnahme. Handlungen abseits dessen wirken doch eher gedrungen und haben keinen klaren Leitfaden. Das Finale ist zwar sehr schön und rundet den Film gut ab, doch fehlen die ganzen Hintergründe dafür. Warum ist auf dem Dach ein riesiger Turm aus Stühlen aufgebaut, der neben der eigentlich logischen Story doch so surreal wirkt? Offensichtlich handelt sich dabei nicht um die reale Welt, sondern eher um die innere Gefühlswelt. Doch leider fehlt es im Film an einer klaren Abgrenzung, die das Verständlich doch erheblich erleichtern würde.

Chakaktere (5/10)

Fast alle Charaktere bilden einen Sterotyp und wirken doch eher uninteressant. Am spannendsten fand ich da noch das Mädchen Ryoko, über die ich gerne mehr erfahren hätte. Leider bleibt auch ihr Charakter sehr oberflächlich, da jegliche Vorgeschichten fehlen und auch ihre Gefühlswelt immer nur leicht angedeutet wurde.

Lediglich über den männlichen Protagonisten Ichiro Sato erfährt man auch einige Hintergrundinformationen, die letztendlich auch sein Handeln begründen.

Ich hätte mir vom Film eine bedeutend längere Spielzeit und dadurch auch bessere Charaktertiefe gewünscht.

Animationen (6/10)

Vom Stil her kann ich keinerlei Einwand bringen, der gefällt mir tadellos. Die Charakere bringen dabei alle ihren eigenen Charme mit, ohne wirklich überzogen zu wirken.

Doch technisch gibt es bei den Animationen erhebliche Schwächen. Einige Szenen wirken stark überbelichtet, sodass die Farben recht blass auf mich wirken. Aber auch der Einsatz von CGI kann sich nicht richtig passend ins Bild integrieren. Zudem ist es das reinste Fest aus Standbildern und im Hintergrund bewegt sich überhaupt nichts.

   

Musik (7/10)

Die Musik ist solide und nicht störend oder unpassend aufgefallen. Leider fehlt es mir dort aber an richtigen Highlights, die mir in Erinnerung bleiben. Es waren einfach keine Musikstücke dabei, die ich mir auch nach dem Film noch gerne anhören würde.

 

 Deutsche Lokalisierung (10/10)

Mit der deutschen Umsetzung wurde die GlobaLoc GmbH Berlin unter der Regie von Daniel Faltin beauftragt. Der Film wurde fehlerfrei in eine deutsche Form gebracht und auch die Stimmen sind alle sehr passend gewählt und zudem sehr ausdrucksstark.

Person Synchronstimme
Hino Betty Weber
Ichirou Satou Julian Mau
Ryouko Satou Angelina Geisler
Sahara Patricia Faltin
Shinako Kobato Jenny Maria Meyer

Verpackung & Extras (6/10)

Der Film kommt in einer normalen Amaray mit Wendecover ohne FSK-Logo. Gestalterisch ist das Cover zwar sehr einfach und statisch gehalten, dafür aber kurz und knapp auf das wichtigste fokussiert. Weitere physische Extras gibt es leider nicht.

Das Blu-Ray-Menü hingegen ist durch und durch gelungen und sehr schön anzusehen. Damit liegt man deutlich über dem, was einem von gewissen anderen Publishern geboten wird. Man bekommt hier Hintergrundmusik, Bewegtbilder und auch ein einfaches und optisch sehr klares Interface.

Auch auf dem Datenträger selbst sind keine bedeutenden Extras vorhanden. Es gibt dabei nur die üblichen Trailer zu den anderen Titeln von KSM Anime und eine kleine Bildergalerie. Bei dieser hat mich übrigens gestört, dass die Bilder auch auf der Blu-Ray nur in SD vorliegen.

Bewertung

Story 9/10
Inszenierung 6/10
Charaktere 5/10
Animationen 6/10
Musik 7/10
Deutsche Lokalisierung 10/10
Verpackung & Extras 6/10

Gesamtwertung

7/10

Fazit

«Aura – Koga Maryuin’s Last War» ist ein solider Anime-Film mit einer schönen und aussagekräftigen Geschichte. Getrübt wird diese leider etwas durch die nur solide Inszenierung und der fehlender Charaktertiefe, welche hauptsächlich der kurzen Spielzeit von 83 Minuten geschuldet ist. Die Animationen wirken auf mich teilweise etwas blass, werden aber von einer recht schönen Musik untermalt. Die ziemlich perfekte Synchronisation und die schöne Aufmachung vom Blu-Ray-Menü verstecken sich allerdings in einer normalen Amaray ohne Extras.

Wir bedanken uns bei KSM Anime für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares