Das vierte und letzte Volume von «Magic Kaito 1412» beinhaltet meiner Ansicht nach spannendsten Raubzüge, doch hinterlässt leider auch ein offenes Ende…

Bevor Gosho Aoyama sein Langzeitprojekt «Detektiv Conan» gestartet hat, arbeitete er an der Mangareihe «Kaito Kid». Das erste Kapitel kam bereits im Jahr 1988 raus, doch das Ende bleibt weiterhin offen. Der Manga wird weitestgehend nicht mehr fortgesetzt, da «Detektiv Conan» zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Zum aktuellen Zeitpunkt sind nur 5 Bände erschienen.

«Kaito Kid» erhielt anfangs keine Anime-Adaption, was allerdings aufgrund des riesigen Erfolgs von «Detektiv Conan» nachgeholt wurde. Anfangs erschienen in unregelmäßigen Zeitabständen OVAs, welche von TMS Entertainment produziert wurden. Diese wurden von KAZÉ in gebündelter Form als Animeserie «Magic Kaito: Kid the Phantom Thief» veröffentlicht.

Später wurde der Reihe allerdings eine zusammenhängende Serie spendiert, welche auch einige Episoden aus «Detektiv Conan» in einer anderen Sichtweise erzählt. Die so entstandene 24-teilige Serie von A1-Pictures wird hierzulande von peppermint anime unter dem Titel «Magic Kaito 1412» herausgebracht…

 

  • Label: peppermint anime
  • Veröffentlichung: 27.04.2018
  • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben
  • Laufzeit: ca. 150 Minuten
  • Bildformat: 16:9
  • Auflösung: 1920×1080
  • Genre: Mystery
  • Sprachen: Deutsch, Japanisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Anzahl Disks: 1
  • Verpackung: Amaray + O-Card
  • Extras: Clean Opening, Trailer
  • DVD | Blu-ray bestellen

 

Inhalt

Kaito Kuroba alias Kaito Kid ist weiterhin auf der Jagd nach Edelsteinen aller Art. Dabei trifft er natürlich auf brillante Gegenspieler wie Conan Edogawa, aber auch nicht selten auf Konkurrenten, die ihm mächtig in die Quere schießen. Gegen den listigen Chat Noir wird es so brenzlig, dass Kid sogar Hilfe von einem berüchtigten Kriminellen angeboten wird. Ob der aufrichtige Oberschüler dieses Angebot annimmt? Die nebulöse Organisation mit ihrem finsteren Lakaien Snake scheint ebenfalls überall ihre Finger mit im Spiel zu haben und zuletzt taucht zu allem Überfluss noch ein weiterer Phantomdieb auf. Warum um alles in der Welt scheint dieser stets genau zu wissen, was in Kaito vorgeht?

 

Bewertung

Story (x2)                                10/10
Animationen               7/10
Musik                                  8/10
Deutsche Lokalisierung 9/10
Verpackung & Extras 7/10

Gesamt                               

 8,5/10

 

 

Das vierte Volume von «Magic Kaito 1412» schließt die Anime-Serie ab und hat storytechnisch verdammt viel zu bieten. Es kommt noch einmal zum Kräftemessen mit Conan und Saguru, aber auch die Organisation hat noch einmal einen finalen Auftritt. Die 20. Episode “Dark Knight” verleiht der ganzen Geschichte eine ungewohnt melancholische Stimmung und nimmt letztendlich sogar ein tödliches Ende. In der 21. Folge führt Kaito nicht nur Jirokichi Suzuki sondern auch Conan hinters Licht. Danach in der 22. Episode gibt es ein Großaufgebot an Zauberer und Kaito Kid gelingt es, der bekannten Jody Hopper ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und ihr Motivation für die Zauberei zu schenken. Abgeschlossen wird die Serie durch einen Zweiteiler und dem Aufeinandertreffen mit einem schwarzen Kaito Kid und der berüchtigten Organisation.

Jede Episode überzeugt für sich auf eine ganz andere Art und Weise und das letzte Volume glänzt durch Vielfältigkeit. Auf der einen Seite wird neue Hoffnung gegeben (Episode 22) und auf der anderen wiederum traut man sich diesmal auch, einen sehr düsteren und traurigen Weg zu gehen (Episode 20). Es ist demnach ein sehr würdiges Finale für eine erstklassige Serie, auch wenn das Ende der Hauptgeschichte nach wie vor offen bleibt.

Die Animationen vom Studio A1-Pictures bleiben nach wie vor gut, zeigen aber dennoch auch Schwächen. Diese werden insbesondere bei etwas größeren Entfernungen erkennbar und der Detailheitsgrad nimmt dabei zum Teil deutlich ab. Die Personen sind allesamt sehr einfach gezeichnet und unterscheiden sich doch wesentlich von der gewohnten Darstellung durch TMS Entertainment. Insbesondere bei Conan ist der Zeichenstil doch sehr gewöhnungsbedürftig.

Der Anime bietet ein breites Spektrum an Musikstücken, welche sich situationsbedingt atmosphärisch anpassen. Auch Opening und Ending empfinde ich als gut und passend. Die Musik verpasst der Serie einen ganz eigenen Stempel und diesen typischen Mystery-Charme, ist in manchen Fällen aber auch aufdringlich und ablenkend.

Die Synchronisation stammt von den Oxygen Sound Studios in Berlin und Dialogbuch sowie Regie übernahm abermals Kain Lehmann. Diese begleitet schon die Reihe «Detektiv Conan» seit vielen Jahren in zuverlässiger Art und Weise. Auch hier wurde großartige Arbeit geleistet und alle Hauptcharaktere aus dem «Detektiv Conan»-Universum haben ihre altbekannten und auch passenden Stimmen behalten. Auch die Nebencharaktere werden allesamt einwandfrei auf Deutsch vertont. Etwas fraglich ist lediglich die Entscheidung, dass Kaito Kid bei seinen Verwandlungen seine Stimme behält und das noch nicht einmal konstant beibehalten wurde.

Die Motive auf der O-Card sowie der Amaray sind schlicht, aber dennoch ausgewogen. Leider verzichtet man auf ein Wendecover und Extras sind bis auf ein Clean Opening nicht vorhanden. Das Disc-Menü sieht zwar mit der im Hintergrund laufenden Opening-Sequenz sehr gelungen aus, ist aber leider nicht ganz frei von Fehlern. Bei den Episodentiteln wurde “Chat Noir” zu “Chat Nori” und auch die Schriftweise wurde leider nicht gleichbleibend über alle Volumes hinweg gewahrt. Während man im ersten Volume die Episodentitel nur mit Großbuchstaben schreibt, nutzt man in allen weiteren die gemischte Form aus Groß- und Kleinbuchstaben.

Dennoch ist die Umsetzung von «Magic Kaito 1412» insgesamt gesehen sehr schön. Peppermint Anime hat hier einen guten Job gemacht und gerade aus Sicht der Synchronisation ist man der Konkurrenz von KAZÉ einen Schritt voraus. Gerade Fans von «Detektiv Conan» kann ich diese Serie sehr empfehlen.

Wenn man sich unsicher ist, ob man sich die OVA-Reihe «Magic Kaito» (von KAZÉ) oder die Serie «Magic Kaito 1412» (von peppermint anime) zulegen soll, habe ich hier einen kurzen Vergleich:

Pro «Magic Kaito 1412» (peppermint anime):

  • bessere Synchronisation
  • Preis pro Episode niedriger
  • umfangreicher (24 vs 12 Episoden)
  • Reihenfolge der Episoden ist schlüssiger
  • bessere Animationen

Pro «Magic Kaito» (KAZÉ):

  • bessere äußerliche Aufmachung mit Sammelschuber
  • Special zur Synchronisation im letzten Volume

Wir bedanken uns bei peppermint anime  für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.