Diese Woche präsentieren wir euch zur Abwechslung keine Animeserie, sondern einen hochspannenden Kriminalfilmklassiker aus Südkorea.

Der Thriller entstand 2003 unter Regie des international erfolgreichen Bong Joon-ho (u.a. «Mother», «Snowpiercer»). Das Drehbuch beruht auf einer wahren Geschichte, aus Spoilergründen empfiehlt es sich aber nicht, diese Hintergründe im Voraus zu recherchieren.

 

Darum geht es in «Memories of Murder»:

«Memories of Murder» spielt im Jahr 1986 in Südkorea. Das Land ist von der vorherrschenden Militärdiktatur geprägt und die Gesellschaft befindet sich in einem gelähmten Zustand. Als eines Tages in einem kleinen Dorf nahe Seoul eine tote Frau gefunden wird, gerät die abgesteckte Welt noch mehr aus ihren Fugen. Park Doo-Man und Seo Tae-yoon, ihres Zeichens beide Kommissare der örtlichen Provinz, gehen dem Fall auf die Spur und stoßen schnell auf die grauenvollen Taten eines perfiden Serienmörders, der es strukturiert auf weibliche Opfer abgesehen hat. Obwohl anfangs sämtliche Hinweise im verregneten Schlamm der Felder zu versickern scheint, gelangen Park und Seo immer tiefer in ein Labyrinth aus düsteren Verbrechen und Geheimnissen. Am Ende wartet nur noch der moralische Abgrund des Menschseins auf sie.

 

Beurteilung:

Man sollte nicht den Fehler machen, «Memories of Murder» für einen gewöhnlichen Kriminalfilm zu halten. Der Streifen ist vielschichtig, eine Charakterstudie, ein Drama, ein politischer Film, ein düsterer und brutaler Thriller und doch alles andere als frei von komödiantischen Elementen, ein künstlerisches und zugleich ungewöhnlich realitätsnahes Werk. Eine Idealisierung der – übrigens hervorragend gespielten – Protagonisten sucht man vergebens, im Gegenteil werden auch schonungslos die menschlichen Abgründe und Schwächen aufgezeigt, sodass eine allzu starke Sympathie mit den Figuren natürlich nicht aufkommen kann. Dies tut dem Unterhaltungswert aber keinen Abbruch, im Gegenteil hebt dies den Film wie so manches andere aus der Masse heraus. Auch inszenatorisch besticht das Werk durch die Schaffung einer überaus intensiven Atmosphäre und so manche intelligent eingesetzte Symbolik.

 

Fazit:

«Memories of Murder» ist ähnlich wie auch viele andere Vertreter des zeitgenössischen südkoreanischen Kinos sicher keine seichte Unterhaltung für zwischendurch. Aber dennoch sollte man sich den Streifen keinesfalls entgehen lassen, denn einen erwartet ein hochspannender, überaus atmosphärischer und unkonventioneller Film, der viele in dem Kontext eher selten anzutreffenden Genres und Thematiken integriert und einem noch lange nach dem Schauen im Gedächtnis bleiben wird.

 

Sollen wir in Zukunft mehr über südkoreanisches Kino berichten?

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Quelle: Wikipedia, Moviepilot (Inhaltsangabe)