Der Film, den wir euch diese Woche vorstellen möchten, erzählt eine Liebesgeschichte der ganz anderen Art, die gleichwohl jede Menge Charme versprüht.

Der Film erschien 2006. Die Regie führte der südkoreanische Starregisseur Park Chan-wook, von dem in dieser Artikelreihe nicht zum ersten Mal die Rede ist. Wer nun allerdings glaubt, anhand dieser Personalie die Stoßrichtung des Werkes bereits zu kennen, der irrt gewaltig. Denn «I’m a Cyborg, But That’s OK» unterscheidet sich stark von den Streifen wie etwa «Oldboy», für welche der Regisseur sonst bekannt ist.

 

Darum geht es in «I’m a Cyborg, But That’s OK»:

Young-gun ist überzeugt, ein Cyborg zu sein. Sie spricht mit Getränkeautomaten und Lampen, verweigert menschliche Nahrung und trägt eine Brotdose mit Batterien bei sich, um sich jederzeit wieder aufladen zu können. In einer Nervenklinik begegnet sie Il-sun, der glaubt, er könne anderen Menschen ihre Fähigkeiten klauen. Und auch wenn sich das für einen Cyborg nicht gehört, entwickelt Young-gun Gefühle für Il-sun …

 

Beurteilung:

Im Gegensatz zu vielen anderen Werken Park Chan-wooks ist dieser Film alles andere als düster, die Farbgebung vielmehr hell und freundlich. Nichtsdestotrotz ist auch hier Gewalt zu sehen, wenngleich diese hier nur ein Aspekt von vielen ist. Im Zentrum steht die Romanze zwischen den beiden Protagonisten, die skuril-humoristische, leichtfüßige Grundstimmung wird allerdings immer wieder durchbrochen durch tragische und chiffriert gesellschaftskritische Szenen. Der Handlung entsprechend ist der Erzählstil maximal bizarr und ihm so bisweilen nur schwer zu folgen. Zweifellos ist das Werk sehr experimentell und weitab von Genrekonventionen wandelnd, sicher aber nicht abgehoben sondern im Gegenteil an allen Ecken und Enden stark menschelnd. Dennoch: Wer eine RomCom klassischen Stils sucht, wird hier nicht fündig.

 

Fazit:

Zwar ist «I’m a Cyborg, But That’s OK» eine romantische Komödie, aber eine solch andersartige, bizarre und visuell bemerkenswerte, dass sie mit den meisten anderen Genrevertretern nur wenig gemein hat. Wer experimentelleren Filmen gegenüber aufgeschlossen ist, sollte dieser gelungenen Produktion auf jeden Fall eine Chance geben.

 

Quelle: Moviepilot (Inhaltsangabe)