Aufgrund des positiven Feedbacks zum letzten Filmtipp über südkoreanisches Kino wollen wir euch diese Woche mal wieder eine solche Produktion vorstellen: «Frühling, Sommer, Herbst, Winter… und Frühling».

Das Werk entstand in Kooperation mit der deutschen Pandora Filmproduktion und der Filmförderung Hamburg, ist allerdings ansonsten eine durch und durch koreanische Geschichte. Der Film von Regisseur Kim Ki-duk debütierte 2003 und wurde auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt. Obwohl er fast ausschließlich in Programmkinos lief, entwickelte er sich zu einem kommerziellen Erfolg.

 

Darum geht es in «Frühling, Sommer, Herbst, Winter… und Frühling»:

Niemand ist immun gegen die Mächte der wechselnden Jahreszeiten und des jährlich wiederkehrenden Zyklus von Geburt, Wachstum und Verfall. Auch nicht der alte Mönch und sein Schüler, die sich eine Einsiedelei teilen, welche inmitten eines von Bergen umgebenen Sees liegt. Während um sie herum die Jahreszeiten ihren Lauf nehmen, ist jede Lebensphase der beiden Mönche von einer Intensität durchdrungen, die sie zu einer tieferen Spiritualität führt – und in eine Tragödie. Denn auch ihnen ist es nicht möglich, sich dem Strudel des Lebens zu entziehen, den Begierden, dem Leiden und den Leidenschaften, die von uns allen Besitz ergreifen…

 

Beurteilung:

«Frühling, Sommer, Herbst, Winter… und Frühling» ist pure auf die Filmrolle gebannte Poesie. Das Werk symbolisiert den Kreislauf des menschlichen Lebens anhand des Jahreskreislaufs der Natur. Die ruhige und bezaubernde Bildsprache, der spartanische Schnitt sowie die buddhistische Bildharmonie fügen sich ein in eine Erzählung, die mit ihrer Ästhetik und dem handeln der Figuren spricht und es nicht nötig hat, ihre Botschaften durch allzu viele Dialoge zu transportieren. Hierbei verhandelt Kim Di-Duk essentielle Thematiken des Lebens und Seins und blendet dabei auch dessen Schattenseiten nicht aus, sodass das Werk der Realität und dem Alltag näher ist als es vielleicht zunächst den Anschein macht. Überdies hat man es keineswegs mit plumpen Ästhetizismus zu tun, sondern einem Film voller Emotionen, philosophischer Tiefe sowie kritischer Reflexion über die moderne Gesellschaft.

 

Fazit:

Ohne Zweifel ist «Frühling, Sommer, Herbst, Winter… und Frühling» reinstes Arthouse-Kino und somit vermutlich nicht für jedermann interessant. Wer aber Werken nicht abgeneigt ist, die konventionelle Pfade verlassen und in entschleunigten Metaphern und Bildern menschliche Grundsatzfragen erörtern, hat es hier mit einer wahren Genre-Perle zu tun, die einmal mehr die künstlerischen Qualitäten des modernen südkoreanischen Kinos beweist.

 

Quelle: Moviepilot (Inhaltsangabe)