KAZÉ veröffentlicht den beliebten Anime «Fairy Tail» nun auch in Deutschland. Lohnt sich der Kauf? Wir haben die Antwort für euch parat…

Die Mangareihe «Fairy Tail» stammt aus der Feder von Hiro Mashima und wurde zwischen 2006 und 2017 in 63 Bänden veröffentlicht. Aufgrund des großen Erfolgs wurde die Serie auch als Anime adaptiert und umfasst derweil 265 Episoden. Die dritte und finale Staffel des Animes soll im Jahr 2018 in Japan anlaufen. International hat die Serie auch Wellen geschlagen und steht sogar auf einer Stufe mit den Anime-Riesen «Dragonball», «One Piece», «Bleach» und «Naruto».

Der Manga wird hierzulande von Carlsen publiziert und ist mit 54 Bänden bereits ziemlich weit fortgeschritten. Die Animeserie hingegen ist mit den ersten 24 Folgen ganz neu in Deutschland gestartet.

 

 

  • Publisher: KAZÉ Anime
  • Erscheinungstermin: 27.10.2017
  • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben
  • Spieldauer: 600 Minuten
  • Genre: Fighting-Shōnen
  • Sprachen: Deutsch (DTS-HD 5.1), Japanisch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildformat: 16:9
  • Anzahl Discs: 3
  • Verpackung: Glanz-Schuber mit Digipack
  • Studio: A-1 Pictures, Satelight
  • Produktionsjahre: Seit 2009
  • Regisseur: Shinji Ishihira
  • Musik: Yasuharu Takanashi

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Darum geht es in «Fairy Tail»

Im Königreich Fiore ist Magie allgegenwärtig. Die stärksten Magier finden sich in Gilden zusammen, die für Geld allerhand Aufträge erledigen. Fairy Tail ist die berüchtigtste dieser Gilden – nicht nur aufgrund der Stärke ihrer Mitglieder, sondern wegen des schieren Ausmaßes an Zerstörung, das sie hinterlassen. Die junge Magierin Lucy reißt von zu Hause aus, um Fairy Tail beizutreten. Schon bald bildet sie ein Team mit dem hitzköpfigen Dragonslayer Natsu und seiner fliegenden Katze Happy. Gemeinsam mit Eismagier Gray und Waffenmagierin Erza begeben sie sich auf eine aufregende Reise …

(1) Story (7/10)

Episode 01: Die Einführung (10/10)

Die Einführung von «Fairy Tail» ist sehr gelungen und zeigt bereits ziemlich gut, was einem bei der Serie erwartet. Das erste Aufeinandertreffen zwischen Lucy, Natsu und Happy wurde passend und humorvoll Inszeniert. Außerdem fehlt es auch nicht an Action im Kampf gegen den Fake-Salamander. Der Handlungsstrang der ersten Folge ist zwar in sich abgeschlossen, macht aber trotzdem Lust auf mehr

 

Episode 02: Der Kampf gegen den notgeilen Affen (7/10)

Zu Beginn erwartet einen hier die Kurzvorstellung vieler Gildenmitglieder, die ich ebenfalls sehr gelungen finde. Jeder hat dabei seinen eigenen Tick, der auch immer gut zum Vorschein gekommen ist. Im Anschluss machen sich Natsu, Happy und Lucy auf den Weg, um Macao (ein weiteres Gildenmitglied) zu retten. Dabei kämpfen sie gegen einen notgeilen Affen, der wieder sehr viel Humor mitbringt. Leider verschwimmt mir in dieser Episode die Komik zu sehr mit der Ernsthaftigkeit.

 

Episode 3 + 4: Daybreak-Arc (7/10)

Nachdem Lucy bei sich zuhause unerwarteter Weise auf Natsu und Happy trifft, wird die Stellarmagie von Lucy nochmal etwas genauer thematisiert. Alle 3 machen sich danach gemeinsam auf den Weg zu einem vermeintlich leichten Auftrag mit hohem Verdienst. Sie sollen in eine Villa eindrigen und das Buch Daybreak verbrennen. Dazu verkleidet sich Lucy als Maid und bewirbt sich dann auch beim Besitzer als Hausmädchen. Doch es kommt alles ganz anders und der Traum von einem kampflosen Auftrag zerbricht.

Auch dieser Handlungsabschnitt ist für mich nicht sonderlich spektakulär. Die Antagonisten finde ich allesamt uninteressant und auch die Kämpfe sind sehr kurz und eher langweilig. Das einzig gute war die Hintergrundgeschichte und das richtig schön umgesetzte Ende des Arcs.

Im zweiten Teil der 4. Episode wurde sogar noch der nächste Abschnitt eingeleitet. Die drei treffen auch dem Rückweg auf Gray und kämpfen gegen Feinde. Einer von diesen ist Vorhersager und prohezeit Gray für die Zukunft Probleme mit “Wasser und Mädchen”. Im Hinblick auf die kommende Entwicklung ist das ziemlich nettes Easter Egg.

 

Episode 5 – 8: Lullaby-Arc (7/10)

Erza, Natsu, Happy, Gray und Lucy müssen die dunkle Gilde Eisenwald aufhalten. Diese hantiert nämlich mit der verfluchten Flöte Lullaby, durch welche man einen Massenmord begehen kann.

Die erste Hälfte des Arcs fand ich ehrlich gesagt sehr langweilig und hatte für mich keine wirklichen Höhenpunkte. Neben der Handlung, welche erst noch so richtig in Fahrt kommen muss, waren auch die anfänglichen Kämpfe gegen Eisenwald nicht besonders ausdrucksstark. Geändert das sich das ab dem Fight zwischen Natsu und Erigor, welcher zwar ebenso kurz war, aber dafür deutlich spektakulärer. Auch das große Finale steht dem gerade genannten in Nichts nach und zeigt genau das, was ich an «Fairy Tail» so mag. Die Fights sind kurz und knapp auf den Punkt gebracht, aber dennoch sehr prägnant. Außerdem ist der Humor nicht mehr ganz so aufdringlich eingebaut und stellt sich ab nun auch in bedeutenden Szenen in den Hintergrund.

 

Episode 9: Das verzauberte Dorf (2/10)

 

Überzogen dargestellter Filler mit miesen Gags.

 

 

Episode 10: Erza wird verhaftet?! (10/10)

Gute Episode zum Übergang zwischen 2 Arcs. Erza wird vom Rat verhaftet und Natsu versucht, sie zu befreien. Handlung ist innerhalb dieser Episode bereits abgeschlossen und man verdeutlicht den Zusammenhalt zwischen den Mitglieder von Fairy Tail. Außerdem gibt es schon leichte Anstöße zu einem bald folgenden Handlungsabschnitt.

 

Episode 11 – 18: Insel Galuna-Arc (7/10)

Diese Episoden fokussieren sich insbesondere auf Gray und seine Vergangenheit. Die kommt auch richtig gut zum tragen, jedoch ist mir die Story nicht konsequent genug.

 

 

Episode 19: Körpertausch (7/10)

 

Ein unterhaltsamer Filler, der sehr stark auf Comedy setzt, aber dennoch eine gelungene Abwechslung ist.

 

Episode 20: Die Geburt von Happy (10/10)

Diese Folge thematisiert die Beziehung zwischen Natsu und Lisanna in einer Vergangenheitsbetrachtung. Außerdem stößt Happy hier neu zu Fairy Tail hinzu! Sehr gute Folge, welche die Hintergründe so langsam klarer werden lässt. Lisanna als Charakter wird außerdem auch innerhalb des nächsten Story-Arcs nochmal aufgegriffen.

 

Episode 21 – 24+: Phantom Lord-Arc (8/10)

Auch wenn mitten im Kampf zwischen den verfeindeten Gilden Fairy Tail und Phantom Lord der Cut gesetzt wird, zeigt sich hier wieder deutlich mehr Action. Die Vergangenheit wird viel klarer, aber auch aktuell auftretende Person entwickeln sich weiter (insbesondere Elfman). Außerdem treten 2 Personen erstmals auf, die auch später eine größere Bedeutung erhalten. Wie es hier im Kampf weitergeht, seht ihr in der 2. Box zur Serie!

(2) Animationen (7/10)

Der Zeichenstil von «Fairy Tail» gefällt mir persönlich sehr gut. Die Charaktere sind schon aus optischer Sicht einzigartig und stehen oft auch im perfekten Einklang mit der eingesetzten Magie. Insbesondere der differenzierte und immer passende Kleidungsstil sticht dabei heraus. Gerade Erza wechselt ja magiebedingt oft die Kleidung (Rüstung) und ist dabei immer sehr schön anzusehen.

Außerdem nutzt man ein breitgefächertes Spektrum an typischen stilistischen Mitteln. Ein perfektes Beispiel dafür ist das Design von Lucy, die nicht nur mit großen Augen hervorsticht, sondern auch unrealistische Maße von 91-59-89 hat. Leider übertreibt man es dabei hin und wieder mit dem Fanservice. In das Werk ist nämlich sehr viel Ecchi und Freizügigkeit eingeflossen und das auch in oftmals unpassenden Situationen. Generell kann man sagen, dass sowohl das Verhalten als auch die Optik der Charaktere immer sehr übertrieben dargestellt werden.

Die Animationen sind solide und stehen in etwa auf dem Niveau von anderen Langzeitserien. Hin und wieder gibt es Standbilder und auch der Hintergrund ist nicht sonderlich detailiert. Zumindest ist der Anime in Full HD verfügbar uns bietet daher einen Mehrwert gegenüber den aktuellen Boxen von «One Piece».

(3) Musik (10/10)

Die Musik wurde von Yasuharu Takanashi komponiert und ist wirklich überragend. Sie ist einprägsam und wird immer situationsabhängig passend eingesetzt. In actionreichen Szenen ist die musikalische Untermalung eher rockig und macht richtig Lust auf einen Kampf und in traurigen Sequenzen wird die Emotionalität so stark unterstrichen, dass man auch leicht zu Tränen gerührt wird. Die Musik in «Fairy Tail» hat außerdem einen ganz besonderen Touch, weshalb man sie ziemlich leicht von anderen unterscheiden kann. Sicherlich ist das alles auch Geschmackssache, aber ich persönlich finde es hervorragend.

Openings & Endings hingegen sind sind für mich alles in allem nur solide und stark schwankend. Viele Openings finde ich wirklich gut, aber andere hingegen gefallen mir auch überhaupt nicht. In der ersten Box hat sich das bereits bemerkbar gemacht, weil das erste Opening einen ausgezeichneten Einstieg bietet und das Zweite eher vor sich hin plätschert und mir nicht wirklich zusagt. Bei den ersten beiden Endings ist es genau andersherum.

> Opening 1

> Opening 2

> Ending 1

> Ending 2

 

(4) Deutsche Lokalisierung (10/10)

Für die deutsche Lokalisierung hat KAZÉ die Oxygen Sound Studios Berlin unter der Regie von René Dawn-Claude beauftragt. Der mit dem Anime-Genre vertraute, aber nicht immer gemochte Regisseur hat in diesem Fall eine sehr gut Leistung vollbracht. Die Dialoge halten sich dabei nicht zu versteift ans Original, sodass der Humor auch in unserer Fassung gut zum Ausdruck kommt. Die Charaktere sind passend besetzt und schaffen selbst bei den oft sehr überdrehten Antworten authentisch zu wirken und gut zu chargieren.

Natsu wird von Jullius Jellinek gesprochen (u.a. Jaiden in «Yu-Gi-Oh! GX»), welcher zwar anders als das Original klingt, aber trotzdem sehr gut. Die Ninja-Szene in Episode 3 war dabei mein großes Highlight und unglaublich toll umgesetzt.

Charlotte Uhlig, welche fast ausschließlich in Animes besetzt wird, leiht dem kleinen Happy ihre Stimme und liegt damit sogar sehr nahe am Original. Meiner Ansicht hätte man hier kaum eine bessere Besetzung finden können. In der Fangemeindet wird kritisiert, dass Happy zu weiblich klingt, was ich jedoch nicht bestätigen kann. Im japanischen Original hat Happy eine ähnlich hohe Stimme und wirkt trotzdem authentisch.

Lina Rabea Mohr hat Lucy ihre Stimme geliehen und dort gehen die Meinungen stark auseinander. Einige finden sie nicht gut und anderen hingegen sehr passend, weil sie dieses Nervige gut herüberbringt, was Lucy so ausmacht.

Auch die anderen Rollen sind alle solide bis sehr gut besetzt und auch an Erza, deren deutsche Stimme mir anfangs etwas zu hoch war, konnte ich mich gut gewöhnen.

Die Untertitel beim Opening wechseln von Episode zu Episode zwischen der deutschen Übersetzung und dem japanischen Text, was ich okay finde. Auch wichtige Schrifteinblendungen während den Episoden wurden auf deutsch untertitelt.

Hervorheben möchte ich, dass Lyras Song in Episode 12 sogar von Rieke Werner auf deutsch eingesungen wird! Ich fnde es allerdings etwas seltsam, dass einem während des deutschen Songs auch noch deutsche Untertitel aufgezwängt werden. Diese sind dann auch noch die direkte Übersetzung aus dem Japanischen und stimmen daher nicht genau mit dem Gesungenen überein.

 

  

(5) Verpackung & Extras (8,5/10)

Die erste Box von «Fairy Tail» kommt mit einem schicken Digipack im Schuber einher. Dieser wirkt äußerlich recht hochwertig und stabil. Außerdem wird er durch den Glanzeffekt noch weiter aufgewertet.

Das Cover zeigt ein international sehr bekanntes Motiv, ist für den Anfang aber vollkommen ausreichend. Für die zukünftigen Veröffentlichungen würde ich mir hier aber mehr konkreten Storybezug und Individualität wünschen.

Im Inneren haben wir das Digipack, welches noch einmal das besagte Cover, aber auch die Charaktere Natsu und Happy auf den Innenklappen zeigt. Neben den Datenträgern und der KAZÉ-Werbung sind noch ein kleines Booklet und ein Poster enthalten. Das Booklet beinhaltet Episodenbeschreibungen und kurze Charaktervorstellungen zu den Protagonisten. Das ist zwar in keinster Weise besonders, aber dennoch ein schönes Extra. Das Poster zeigt ein schönes, aber auch nicht besonderes Motiv von Natsu und ist leider nur einseitig bedruckt.

Aus rein physicher Sicht gibt es wirklich nur Kleinigkeiten zu bemängeln und die Box ist überdurchschnitllich gut umgesetzt.

Die Schwächen zeigen sich leider erst, wenn man die Blu-Rays in den Player einlegt. Das Menü ist lediglich ein Standbild und wirkt auch inhaltlich sehr blass. Neben den jeweiligen Episoden gibt es nämlich nur die Credits und sonst überhaupt keine weiteren Inhalte. Es gibt weder Trailer, noch eine Bildergalerie oder Clean-Opening bzw. -Ending. Die englische Version bietet dahingehend einfach deutlich mehr.

Auf der letzten Disc ist aber tatsächlich doch noch ein Extra enthalten und zwar das Kurzinterview mit Tetsuya Kakihara, dem japanischen Sprecher von Natsu Dragneel. Aufgrund seiner Vergangenheit in Deutschland und der Exklusivität ist es doch noch etwas Besonderes, welches einen guten Ausgleich zu dem anderweitig fehlenden Bonusmaterial bietet.

 

Bewertung

Story (dreifach gewichtet)
7/10
Animationen 7/10
Musik 10/10
Deutsche Lokalisierung 10/10
Verpackung & Extras 8,5/10

Gesamtwertung

8,1/10

Fazit

«Fairy Tail» hat es endlich nach Deutschland geschafft! Nach langer Wartezeit kommen endlich auch die deutschen Animefans in den Genuss der Serie. Die erste Box ist wunderbar umgesetzt und enthält neben einem schönen Äußeren noch eine sehr gelungene Synchronisation. Auch inhaltlich finde ich den Anime sehr stark und persönlich sogar etwas besser als «One Piece». Trotzdem braucht der Anime anfangs etwas Zeit, um wirklich in Fahrt zu kommen und richtige Spannung aufzubauen. Das wird sich mit den kommenden Episoden aber noch ändern, wodurch der Anime neben der wunderbaren Musik dann auch noch mehr inhaltliche Tiefe bekommt. In Verbindung mit dem vergleichsweise günstigen Preis gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung.

 

Wir bedanken uns bei KAZÉ für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares