Seit einigen Jahren erscheint die «Detektiv Conan»-Filmreihe hierzulande auf DVD und Blu-ray. Da die ersten 13 Filme bislang nur auf DVD verfügbar waren, hat KAZÉ-Anime mit dem Release der ersten Filme auf Blu-ray begonnen. Doch lohnt sich der Upgrade von einer DVD auf Blu-ray und überzeugt der Film? 

  • Label: KAZÉ
  • Veröffentlichung: 
  • FSK: Ab 12 Jahren freigegeben
  • Laufzeit: ca. 110 Minuten
  • Bildformat: 16:9
  • Auflösung: 1920 x 1080
  • Genre: Action
  • Sprachen: Deutsch, Japanisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Anzahl Disks: 1
  • Verpackung: Amaray
  • Extras: Trailer, Booklet

Story (6/10)

Auch wenn Schülerdetektiv Shinichi Kudô seit dem Giftattentat der geheimnisvollen schwarzen Organisation im Körper eines kleinen Jungen gefangen ist und sich als Conan Edogawa ausgeben muss, hatte die Sache bisher einen Vorteil: Die veränderte Gestalt bot ihm Schutz vor seinen ihn für tot haltenden Feinden. Dies gab ihm die Gelegenheit inkognito weiter nach einem Gegenmittel zu suchen. Doch mit der Ruhe hat es jetzt ein Ende, denn leider entdecken die Männer in Schwarz zufällig, dass Shinichi zwar geschrumpft, ansonsten aber quicklebendig ist. Nun setzen sie alles daran, Conan zu finden, um ihren Widersacher endgültig zum Schweigen zu bringen. Und nicht nur Conan soll getötet werden, sondern alle die sich in seinem näheren Umfeld bewegen. Jeder in seiner Umgebung gerät in tödliche Gefahr…

Persönliche Einschätzung

Der 13. Conan-Film hat leider so einige Schwächen in der Handlung. Der Spannungsbogen ist leider sehr laienhaft konstruiert worden und besticht mit unlogischen Action-Sequenzen am Ende des Films. Auch ist eine Spannung teilweise nicht auszumachen, da der Fall sehr lieblos präsentiert wird. Die Action-Szenen sind nicht nur unlogisch, sondern haben ein weiteres Problem. Charaktere der schwarzen Organisation handeln nicht logisch und greifen öffentlich ein Wahrzeichen von Tokyo mit einem Helikopter ausgestattet mit Maschinengewehren an, um ein unliebsames Mitglied auszuschalten. Das widerspricht nicht nur der Charakterisierung von Gosho Aoyama, es verflacht die Charaktere um ein vielfaches und hätte so nicht sein müssen. Insgesamt daher ein gerade mal duchschnittlicher Film, denn man sich ausschließlich geben kann, wenn man nur berieselt werden möchte.

Animationen (8/10)

Die Animationen bewegen sich für Filmverhältnisse auf einem guten Niveau. Es gibt kaum ruckelnde Animationen und auch die Charaktere sind gut gezeichnet worden. Das einzige was etwas störend ist, sind die teilweise sehr häufig dicken Außenlinien von Charakteren. Trotzdem weiß die Animation zu überzeugen, nur gibt es dennoch zu viele Standbilder, weshalb ich den Animationen nur acht von zehn möglichen Punkten geben kann. Das Bild erstrahlt auf der Blu-ray in einem ganz neuen Licht. Wir bekommen volle 1080p in 24 Bildern die Sekunde. Das alte verwaschene und leicht unscharfe internationale Master auf der DVD hat nun ausgedient. Scharfe Kanten, gute Kontraste und sehr schöne Farbgebung: dies ist das Master der neuen Blu-ray.

Musik (9/10)

Die Musik passt perfekt zum Film, und dürfte Kenner der TV-Serie auch durchaus bekannt vorkommen, da dort einige Musikstücke bereits vorgekommen sind. Sie passen allesamt gut und stören nicht. Außerdem tragen sie viel zur Atmosphäre und der Dramatik bei.

Deutsche Lokalisierung (5/10)

Die deutsche Synchronisation entstand unter der Dialogregie von Ulrike Lau bei dem Berliner Studio TV+ Synchron. Bedauerlicherweise hat irgendjemand wohl entschieden das Budget sehr tief anzusetzen. Denn die meisten Laute der Charaktere wurden im japanischen Original belassen. Dies würde nicht auffallen, hätte man zu RTL II-Zeiten auf eine ähnliche Besetzung zum Original geachtet, aber in diesem Fall wäre man besser beraten gewesen, hätte man einfach alle Laute, Schreie usw. mitsynchronisiert. Dies ist hier nicht der Fall. Am auffälligsten ist es bei dem Kampf zwischen Hauptkommisar Matsumoto und Ran gewesen, da man hier DEUTLICH die japanischen Sprecher schreien hört, sobald mal kein Dialog gesprochen wird. Eine Giuliana Jakobeit klingt eben deutlich anders als Wakana Yamazaki als Ran Mori und das hätte man eigentlich spätestens bei der Qualitätskontrolle von KAZÉ merken müssen, aber die ist offenbar nicht so zahlreich besetzt. Außerdem hat man bedauerlicherweise hier noch Vermouth mit Victoria Sturm besetzt, was leider aufgrund der damaligen Doppelbesetzung von Jodie und Vermouth einen faden Beigeschmack hat. Immerhin wurde dieser Fehler dann im 20. Film und den neuen Folgen behoben, was der Qualität kein bisschen geschadet hat.

Extras (7/10)

Wie auch bei den DVDs ist hier wieder ein Booklet mit 20 Seiten dabei, welches umfassend über die Hintergründe zum Film und den Charakteren enthält. Ansonsten gibt es auf der Blu-ray noch eine Trailershow.

Fazit

«Detektiv Conan: Der nachtschwarze Jäger» ist ein gerade mal durchschnittlicher Film, der zwar wieder die schwarze Organisation als Thema anspricht, dieses aber nicht interessant genug umsetzt. Die Idee einen Charakter einzuführen und diesen dann umzubringen ist grundsätzlich eine gute Idee um Spannung aufzubauen. Man wäre allerdings besser beraten gewesen, hätte man den Charakter für den Zuschauer sympatisch gestaltet, wie dies beim Film 20 gehandhabt wurde, denn so wäre der Tod emotionaler für den Zuschauer gewesen. Die Action war zum Vergessen und konsequent unrealistisch, wie man es von späteren Conan-Filmen bereits gewohnt ist. Für Conan-Fans die unbedingt mehr Neues sehen, ist der Film sicherlich beim ersten Mal ansehen ziemlich interessant, ansonsten ist der Film eher unterdurchschnittliche Actionfilm-Unterhaltung und es gäbe auch hier im Animebereich bessere Alternativen, sogar in der Conan-Filmreihe, als diesen Film.

Bewertung

Story (x2)                                6/10
Animationen               8/10
Musik                                  9/10
Deutsche Lokalisierung 5/10
Extras 7/10

Gesamt                               

6,8/10

Wir bedanken uns bei KAZÉ  für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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