Wir waren auf der diesjährigen AnimagiC vor Ort – hautnahe unter einer riesigen Menge an Otakus und Ehrengästen. Wie auch in den Jahren zuvor können wir bestätigen: Rein qualitativ ist es definitiv die beste Convention, die Deutschland zu bieten hat…

Neben einigen Interviews mit den deutschen Anime-Publishern haben wir uns mitten ins Convention-Abenteuer begeben und an einer Reise mit vielen Cosplayern, über 30 japanischen Ehrengästen, unzähligen Händlern und abgefahrenen Bühnen-Performances teilgenommen. Doch ob diese Reise wirklich durch und durch perfekt war oder sich doch kleinere Hindernisse aufgetan haben, erfahrt ihr in unserer Rezension.

Jeder der vor Ort anwesenden Redakteure hat dabei seine eigenen Erlebnisse geschildert…

 

Koro-sensei:

Die mittlerweile dritte AnimagiC für mich ist nun schon wieder vorbei. Nach 3 Tagen voller Signierstunden, Konzerten und jeder Menge Q&A-Panels mit den Ehrengästen ist man dann schon ziemlich kaputt und müde. Natürlich waren auch wieder alle Publisher anwesend und brachten ihre aktuellsten Neuerscheunungen zur AnimagiC in Mannheim mit. In diversen Panels wurden außerdem jede Menge Neuheiten vorgestellt.
Am Freitag startete die Con für mich natürlich – mit dem Anstehen. Da man bereits wie im letzten Jahr Ost- und West-Eingang öffnete, hatte man zwar sehr lange Schlangen, aber der Einlass lief dennoch sehr schnell ab. Nach nur wenigen Minuten waren die meisten Leute bereits im Rosengarten. Auf über 4 Stockwerken konnte man dann Animes, Mangas, japanische Süßigkeiten und jede Menge Merch einkaufen oder sich in den Kinos Anime-Serien und Filme ansehen. Das riesige Gelände war aber im Vergleich zu den beiden Vorjahren (zumindest gefühlt) noch voller. Man konnte sich teilweise nur noch durch die Menschenmassen “durchkämpfen”. Da einige (von den Fans heiß erwarteten) Ehrengäste natürlich Autogramme vergeben haben, hat sich beispielsweise bei altraverse eine wirklich sehr sehr lange Schlange innerhalb kürzester Zeit nach Einlass gebildet. Das schränkt nicht nur die Bewegungsmöglichkeiten ein, sondern auch das Einkaufen an verschiedenen Ständen (hier war die Schlange beispielsweise direkt vor dem AniMoon-Stand). Hier wäre es wirklich besser, wenn man wie KAZÉ oder KSM Anime die Plätze für die Signierstunde im Vorfeld verlost. Da sehr viele Leute die Con besucht haben, war es teilweise sehr schwierig, überhaupt einen Platz für eine Signierstunde zu erhalten. Für Violet Evergarden warteten Fans teilweise bis zu 5 Stunden im Voraus, bei Konomi Suzuki waren es bis zu 3 Stunden. Auch der Mozartsaal, in dem das Anime in Concert stattgefunden hat, war 30 Minuten vor der Vorstellung komplett voll. Teilweise wurden Menschen (aus Sicherheitsgründen) herausgeworfen, da der Saal sonst zu voll geworden wäre. Ich weiß nicht, ob in diesem Jahr noch mehr Leute die AnimagiC besucht haben als in den beiden Vorjahren oder ob es an den vielen Ehrengästen und sehr guten Programmpunkten gelegen hat, aber es war deutlich anstrengender sich in diesem Jahr Autogramme zu sichern oder das Anime in Concert zu besuchen. Für das nächste nächste Mal empfehle ich, dass man sich sehr früh für Autogramme anstellt, sofern die Plätze nicht vorab vergeben werden. Das gleiche gilt für Q&A-Panels oder Konzerte, bei denen man sich bestenfalls einige Zeit vorher in dem entsprechenden Raum befindet (oder vor dem Raum wartet, falls dort bereits mehrere Leute warten).

Das alles mag zwar sehr negativ klingen, spricht aber nur für das hervorragende Programm der AnimagiC. Die Konzerte sind meiner Meinung nach der absolute Oberhammer auf der Con. Sowohl Mika Kobayashi, Anly oder auch Konomi Suzuki zu sehen und zu hören ist einfach nur genial. Mit den Fans die Künstler anzufeuern und den Liedern zuzuhören ist ein einzigartiges Erlebnis. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man die Lieder auf dem Smartphone hört oder ob man den Auftritt mit allen Fans geniessen kann. Und wenn man sich dann noch ein Autogramm sichern kann, ist man noch glücklicher.

Auch bei zahlreichen Q&A-Panels von z.B. Shin-chan konnten die Fans Fragen stellen und so nicht nur mehr von der Entstehung der Serie zu erfahren, sondern auch, wie sich das Privatleben des Regisserus auf den Anime ausgewirkt hat. Und wer kann schon von sich behaupten, Schere, Stein, Papier mit Yuji Muto (Regisseur von Shin-chan – Die neuen Folgen) gespielt zu haben?

Selbstverständlich heißt AnimagiC auch Cosplay. Und direkt vor dem Rosengarten liefert der Brunnen, die Blumen und der grüne Rasen eine perfekte Kulisse für jede Menge Fotos. Egal ob Haikyu!!, Free!, Magi oder sogar Kim Possible – jede Serie findet auf der AnimagiC seinen Platz. Durch die ganzen Cosplayer wird die AnimagiC erst richtig bunt und spannend – kein Wunder also, dass es auch zusätzlich engagierte Cosplayer bei KSM Anime und peppermint anime zu sehen gab.

Auch wenn es in diesem Jahr noch voller war, begeisterte mich das Programm der AnimagiC 2019 in Mannheim total. Mein absolutes Highlight ist nach wie vor Konomi Suzuki, da ihre Lieder einfach genial sind. Durch die Möglichkeit in Q&A-Panels den Künstlern näher kennenzulernen, können Fans ihre Leidenschaft zu beispielsweise der Serie noch mehr ausleben und Hintergründe zum Anime, Manga oder auch zum Künstler selbst erfahren. Die Möglichkeit, direkt mit den Publishern zu sprechen und sich nicht nur auf Social Media miteinander auszutauschen ist ebenfalls eine tolle Erfahrung für Fans. Wer Anime und Maga liebt, der kommt dank den Cosplayern auf der AnimagiC voll auf seine Kosten und wird sich garantiert auch über die tollen Programmpunkten freuen. Mein Tipp: Wer etwas unbedingt sehen will oder ein Autogramm erhalten will, sollte frühzeitig da sein. Ausserdem bitte ich Publisher wie altraverse (die mit Goblin Slayer-Ehrengästen natürlich einen sehr hohen Andrang erwarten) die Plätze der Signierstunden im Vorfeld zu vergeben, da die langen Schlangen leider für etwas Chaos sorgen und den Spaß an der Con einschränken.

Abschließend kann ich nur sagen: Ich freu mich auf die AnimagiC 2020 und hoffe, dass sie genau so geil wird, wie die diesjährige.

 

Phônix:

Die AnimagiC bietet nicht nur ein Großaufgebot an Händlern, sondern auch ein umfangreiches und hochwertiges Bühnenprogramm mit vielen japanischen Music-Acts. Daneben gibt es aber auch noch viele weitere japanische Ehrengäste rund um die aktuellen Anime- und Mangaveröffentlichungen. Dieses reichhaltige Angebot kann keine andere deutsche Szene-Messe bieten.

Auch wenn sich das in teuren Eintrittskarten und strengen Regeln widerspiegelt, ist es jeden Cent wert. Für mich persönlich sind die Music-Acts und die Synchron-Workshops die wahren Highlights der Convention. Über den gesamten Tag und auf zwei Bühnen verteilt finden sich viele musikalische Auftritte, welche ich nach Möglichkeit so oft wie nur möglich besucht habe. Neben Konomi Suzuki (u.a. «No Game no Life»-Opening), welche schon das dritte Jahr auf der Convention vertreten war, finden sich auch noch viele weitere Sängerinnen, welche unter anderem schon Songs für «Naruto Shippuden» und «Erased» beigesteuert haben. Auch die insgesamt vier Synchron-Workshops sind ihren Besuch wert, denn dort kann man selbst einmal hautnahe miterleben, wie es ist, einen Anime zu synchronisieren. Begleitet wird dies von bekannten Synchronregisseuren und Sprechern, welche immer wieder Hinweise geben, wie man eine bestimmte Rolle noch besser sprachlich einfangen kann.

Die diesjährige AnimagiC stand jedoch voll im Zeichen von «Violet Evergarden». Neben den zahlreichen, themenspezifischen Ehrengästen fand auch die Weltpremiere des «Violet Evergarden»-Films statt, welcher erst im September in den japanischen Kinos startet. Um diesen Anlass gebührend zu feiern, war nicht nur die japanische Stimme von Violet vor Ort, sondern auch der Musikproduzent, die Opening-Sängerin sowie die Insert-Song-Sängerin. Alles in allem hat das zu einer wirklich sehr gelungenen Premierenfeier geführt, was auch für mich das große diesjährige Highlight darstellt.

Die japanischen Ehrengäste, welche unter anderem auch für Signierstunden vor Ort waren, waren immer gut besucht. Gerade bei den Signiertstunden waren die Schlangen teilweise schon Stunden, bevor die eigentliche Signierung beginnt, voll. Auch wenn sich für mich das Anstehen nicht gelohnt hat und ich lieber das Programm der Convention miterlebt habe, muss ich hier die Organisation der AnimagiC loben. Mit Schildern haben sie direkt erkenntlich gemacht, dass eine Signiertsunde voll ist und sich das Anstehen somit nicht lohnt.

Diese im großen und ganzen gute Organisation hat manchmal jedoch auch enttäuscht. Gerade bei den Veranstaltungen im Mozartsaal sollte jeder rausgeworfen werden, der keinen Sitzplatz gefunden hat, um die Fluchtwege freizuhalten. Diese Regelung wurde aber nur sehr inkonsequent bei manchen Vorstellungen umgesetzt.

Auch das Workshop-Programm hätte deutlich umfangreicher sein können, denn neben dem bereits erwähnten Synchron-Workshop gab es hier kaum Alternativen. Dafür aber glänzt die AnimagiC mit einem Großaufgebot an Animes, welche in insgesamt 7 Kino-Sälen gezeigt wurden. Auch wenn ich dieses Angebot immer erst abends wahrgenommen habe, gab es über den ganzen Tag verteilt Vorstellungen und darunter teilweise auch weitere kleine Welt- und Dub-Premieren.

Doch nicht nur das Team der AnimagiC selbst macht diese Veranstaltung zu dem, was es ist, sondern auch alle Besucher. Diese konnten durch eine Vielzahl an Cosplays die Convention noch bunter gestalten, als sie ohnehin schon ist.

 

Karvulf:

Vor ein paar Jahren habe ich das erste Mal die Animagic in Bonn besucht. Seitdem konnte das Niveau der Convention Jahr für Jahr gesteigert werden und sorgte immer wieder für neue Überraschungen. Auch in diesem Jahr konnte die Animagic wieder ein breitgefächertes Programm anbieten. Ich war am Samstag und Sonntag vor Ort und habe mir ein genaueres Bild der Animagic gemacht.

Was mir immer wieder positiv auffällt, ist die Location der Animagic, die sich in Mannheim im Rosengarten befindet. Neben einem schönen Park außerhalb, bietet die Animagic auch drinnen eine riesige Location an. Trotz der Größe bleibt es übersichtlich und es gibt dort für jeden Anime-Fan etwas. Der Samstag hat sich bei mir etwas ruhiger gestaltet und ich habe mir die unterschiedlichen Angebote angeschaut. Neben den ganzen Publishern, die ihre neuesten Werke verkaufen, gibt es auch einen großen Bereich, der alles mögliche an Merchandise zu Anime anbietet. Wer in den Keller gegangen ist, gelangte zu den Künstlern, die Workshops und Artworks anbieten. In diesem Raum war es auch möglich das Brettspiel Go zu spielen oder sich das Bring-and-Buy näher anzuschauen. Das einzige Problem hierbei ist die sehr große Nachfrage. Aus diesem Grund wurde es in diesem Jahr verhindert, dass alle gleichzeitig zum Bring-and-Buy gelangen. Stattdessen musste man sich anstellen, wodurch sich die Wartezeiten sehr hinziehen können.

Auf der Animagic war es auch möglich Filme aller Art zu sehen, die in den entsprechenden Kinos ausgestrahlt wurden. Daneben gab es noch Konzerte, Theater-Vorführungen und Interviews mit bekannten Künstlern aus Japan. Ich bin jedes Mal wieder erstaunt, wieviele japansiche Ehrengäste nach Deutschland kommen und sich die Zeit für ihre Fans nehmen. Mein Highlight am Samstag war das deutsche Orchester, welches viele bekannte Lieder aus dem Anime-Bereich vorgespielt hat. Man hat auch gemerkt, dass die Nachfrage sehr groß war, da sich der Mozartsaal schnell gefüllt hat, obwohl es der größte Saal auf der Convention ist.

Am Sonntag habe ich mir den neusten Film zu «Violet Evergarden» angeschaut, welcher gleichzeitig auch eine Weltpremiere war. Das heißt, dass der Film noch nicht mal in Japan lief. Im Laufe des Tages bin ich viel durch das Gebäude gelaufen, um mir die unterschiedlichen Angebote anzusehen. Zum Schluss des Tages gab es noch das Finale der Convention, welches im Mozartsaal stattfand. Dort bedankte sich der Gastgeber nochmal bei allen Leuten, die zur Animagic gekommen sind. Ein besonderer Dank galt den japanischen Ehrengästen, die noch einmal zu Wort kommen durften. Zum Schluss wurde das Opening zu Digimon gesungen und jeder machte sich auf den Heimweg.

Mein Fazit der Animagic 2019 ist sehr positiv ausgefallen. Trotz der vielen Menschen lief alles sehr ruhig ab und die Helfer der Animagic absolvierten ihre Aufgabe mit Bravour. Man konnte ohne Probleme dahin gehen, wohin man wollte, musste nur manchmal etwas mehr Zeit einplanen, um eine Vorführung nicht zu verpassen. Außerdem musste man sich keine Sorgen machen, dass es langweilig oder eintönig werden könnte, da es dafür mehr als genug Angebote gab. Aus diesem Grund werde ich auch nächstes Jahr wieder auf die Convention gehen und bin jetzt schon gespannt welche Überraschungen uns erwarten werden.