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Mit der «Borderlands Legendary Collection» erscheinen gleich drei Titel der beliebten Spielereihe von Gearbox erstmals für die Nintendo Switch. Ob und für wen sich die Veröffentlichung lohnt, verraten wir euch in unserem Test!

Bereits seit über 10 Jahren führt uns die «Borderlands»-Reihe durch eine irre Welt mit verrückten Charakteren, Bossen und Geschichten. Stand heute hat die Franchise vier Hauptteile und ein Spin-off. Sogar ein eigener Film ist in Planung.

Nun hat es «Borderlands» endlich auf die Nintendo Switch geschafft. Nicht mit allen Teilen, aber zumindest mit drei der vier Haupt-Spielen. Doch für wen lohnt sich die «Borderlands Legendary Collection»? Wir haben uns die Spiele-Sammlung mal angeguckt.

 

«Borderlands Legendary Collection»

Release: 29.05.2020
Plattform: Nintendo Switch
Genre: RPG, First-Person-Shooter
Entwickler: Gearbox Software, 2K Australia, Behavior Interactive, Turn Me Up Games
Publisher: 2K Games
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Preis: 49,99 € (UVP)

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«Borderlands Legendary Collection» enthält «Borderlands» in der Game of the Year-Edition, den gefeierten zweiten Teil sowie «Borderlands: The Pre-Sequel». Enthalten sind alle Add-Ons. Alle drei Spiele haben einen lokalen Splitscreen für zwei Spieler, mit dem man die Story zusammen durchspielen kann. Online sind sogar bis zu vier Spieler möglich.

 

«Borderlands: Game of the Year Edition»

Der erste «Borderlands»-Teil erschien erstmals 2009 und kommt in der Collection mit einem etwas verbessertem Look daher. Nicht so stark wie zum Beispiel auf dem PC oder den Konsolen, aber das muss es auch nicht. «Borderlands» spielt auf der Insel Pandora. Dort sollt ihr als einer von vier Kammer-Jägern die geheime Kammer finden. Auf dem Weg dahin erwarten euch viele Gegner, die euch nicht so gerne auf Pandora sehen wollen. Von auf einen zuspringenden Psychopathen über fliegende Dinosaurier-artige Vögel ist alles dabei.

«Borderlands: Game of the Year Edition» enthält die vier Add-Ons «The Zombie Island of Dr. Ned», «Mad Moxxi’s Underdome Riot», «The Secret Armory of General Knoxx» und «Claptrap’s New Robot Revolution». Dadurch kann man alleine mit dem ersten Teil auf gut und gerne 40 Stunden Spielzeit kommen. Motivierend in «Borderlands» ist der Loot. Egal wo man hinschaut liegt kleiner und großer Loot rum. Egal ob Waffen, Geld oder Munition. Es lohnt sich jede Toilette, jede Kiste und jeden Müllhaufen umzudrehen und zu gucken was man daraus kriegt. Auch die Gegner, besonders die Bossgegner sind sehr verrückt und werden auch als solche dargestellt. Da kann schon mal der eine oder andere Schmunzler fallen.

Wo der erste Serienteil hakt ist aber am Ende die sehr träge Story, die keine Rolle im großen Geballer spielt. Auch im Gesamtbild bleibt das Spiel hinter seinen Erwartungen eher zurück. Auch die Steuerung der Fahrzeuge ist nicht nutzerfreundlich. Ebenso das HUD, wo Quests, Waffen, die Karte, Fähigkeiten und weiteres angezeigt werden ist eher unübersichtlich und wenig nutzerfreundlich. «Borderlands: Game of the Year Edition» ist eher für Spieler etwas, die selbst oder bestenfalls sogar mit Freunden oder anderen Spielern, etwas Spaß haben wollen und ein paar Gegner erledigen und dabei immer mit Loot belohnt werden wollen. Wer dabei auf eine ansprechende Story hofft, kann eigentlich gleich zum zweiten Teil übergehen.

 

«Borderlands 2»

Im zweiten Spiel der Loot-Shooter geht es wieder nach Pandora. Dort hat der Bösewicht Handsome Jack mit seiner Hyperion Cooperation den ganzen Planeten unter seine Kontrolle genommen um an das kostbare Metall Eridium zu kommen. In der Stadt Sanctuary hausen die Crimson Raiders, eine Armee, die versucht Handsome Jack und seine Gefährten zu stoppen. Der Anführer dieser ist ein alter Bekannter aus dem Vorgänger-Spiel. Roland, eben jener den wir im ersten Teil noch selbst spielen und steuern konnten. Eine wichtige Rolle spielt auch Lillith bei den Crimson Raiders. Ebenso werden wir weitere Charaktere aus «Borderlands 1» im zweiten Teil zu sehen bekommen, auch Angel, die uns wieder durch das Spiel begleiten wird.

In der «Borderlands Legendary Collection» kommen mit «Borderlands 2» auch die Add-Ons «Captain Scarlett und ihr Piratenschatz», «Mr. Torgues Kampagne des Metzelns», «Sir Hammerlock auf Großwildjagd» sowie «Tiny Tinas Sturm auf die Drachenfestung». Als Extra gibt es das Mechromancer-Pack in der man als Gaige spielen kann, ebenso gibt es das Psycho-Pack welches es ermöglicht als Krieg durch Pandora zu laufen. Im Vergleich zum Vorgänger bietet «Borderlands 2» massig Content, so das man auch gerne mal deutlich mehr als 100 Stunden in das Spiel investieren kann. Ebenso hat Entwickler Gearbox sich mehr Mühe gemacht das Inventar- und Fähigkeitensystem zu überarbeiten und zu verbessern. Looten macht auch dank des gutem Waffengefühl extrem viel Spaß.

Wo «Borderlands 2» aber vor allem überragend ist sind die Charaktere. Allen voran der Antagonist Handsome Jack mit dem wir immer wieder zu tun haben und er uns mit seinen genial wahnsinnigen und irren Sprüchen uns auf Trab hält. Alleine Jack und seine Art sind es wert, den Teil gespielt zu haben. Dazu erwarten einen im Spiel immer wieder spannende Story-Wendungen.

Würde man aus den drei enthaltenden Spielen in der Legendary Collection ein Ranking aufstellen, wäre «Borderlands 2» definitiv bei vielen auf Platz 1. Und das dürfte mit Sicherheit einiges aussagen.

 

«Borderlands: The Pre-Sequel»

In diesem neuen Teil geht es auf den Mond Elpis um als Söldner nach einer verborgenen Kammer zu suchen. Unser Arbeitgeber ist dabei ein alter Bekannter: Der im zweiten Spiel gerissene Bösewicht Handsome Jack, nur jünger (und noch nicht so böse) ist unser Boss und wir helfen ihm im Kampf gegen die verlorene Legion, die Elpis und alle Bewohner in die Luft sprengen will, was Jack verhindern möchte um die Kammer zu suchen. Im Laufe der Geschichte erkennen wir den Charakter vom noch jungen Jack, der zwar damals schon selbstverliebt war aber eigentlich nichts wirklich böses im Schilde hatte und auch durchaus bereit war, sein Leben für andere zu riskieren. «Borderlands: The Pre-Sequel» spielt in der Handlung zwischen dem ersten und dem zweiten Teil. Dennoch sei es dem Spieler ans Herz gelegt den Teil erst nach «Borderlands 2» zu spielen um den Charakter Jack besser kennen zu lernen und nachvollziehen zu können.

Im Gegensatz zu «Borderlands 2» bietet «Borderlands: The Pre-Sequel» nicht die riesige Masse an Content, ist aber auch kein kleines Spiel. Den Unterschied wird man aber dennoch früher oder später merken. «Borderlands: The Pre-Sequel» enthält die Add-Ons «Die claptastische Reise» und «Der Angriff auf die Holokuppel» sowie das Baroness-Pack, mit der ihr als Aurelia spielen könnt und das Handsome Jack Doppelgänger-Pack mit dem ihr euch als “Jack” durch die Mondlandschaften schießen könnt. Wer «Borderlands: The Pre-Sequel» komplett durchspielen möchte kann zwischen 20 und 50 Stunden damit verbringen. Wie auch in der anderen Spielen kann hier im Splitscreen mit bis zu 4 Spielern gespielt werden (lokal 2 Spieler, online 4 Spieler).

«Borderlands: The Pre-Sequel ist längst nicht so stark wie der zweite Hauptteil der Serie, aber er schafft eine spannende Entwicklung von Jack zu Handsome Jack. Im Spiel sehen und fühlen wir wie er zu dem geworden ist den wir in «Borderlands 2» bekämpfen mussten. Das Spiel macht mit seinen verrückten Waffen, den unterschiedlichen Klassen und den Charakteren wieder einen ungeheuren Spaß!

 

 

Fazit

Die gesamte «Borderlands»-Spielesammlung läuft in 1080p und flüssigen 30 FPS im TV-Modus an der Docking-Station. Spielt ihr im Handheld-Modus erreichen die Spiele 720p. Im Laufe der Zeit sind keinerlei Einbrüche aufgefallen. Was aber auffällt sind die immer nachladenden Texturen wenn man in einer neuen Welt spawnt. Diese Probleme sind aber auch schon auf allen anderen Plattformen bekannt, auf denen ein «Borderlands»-Spiel erschienen ist. Wichtig ist außerdem zu erwähnen das, selbst wenn ihr die Retail-Fassung im Laden kauft oder bestellt, ihr stolze 41,3 GB zusätzlich herunterladen müsst. Eine extra große Speicherkarte sei euch daher dringendst empfohlen.

Was bei dem Nintendo Switch-Port mit eingebaut wurde ist die Bewegungssteuerung, die in allen drei Spielen gleich funktioniert. Damit lassen sich mit leichten Bewegungen mit den Joy-Cons oder dem Pro-Controller die Kamera steuern was sich beim Zielen auf die Gegner bemerkbar macht. Die Bewegungssteuerung lässt sich auch weiter einstellen mit verschiedenen Intensitätsstufen.

Wer keinen leistungsfähigen PC bzw. keine Konsole hat oder mehr unterwegs als zuhause ist, dem sei die «Borderlands Legendary Collection» ans Herz gelegt. Der Loot-Shooter ist immer wieder gut zum spielen und kann aufgrund der riesigen Waffenanzahl in den einzelnen Spielen auch süchtig machen. Ob im Handheld oder auf einem Fernseher: Der Port funktioniert, läuft (auch im Splitscreen) flüssig und bietet insgesamt locker über 150 Stunden Schießerei was das Zeug hält. Allerdings muss man sich auf große Speichermengen gefasst machen, die heruntergeladen werden müssen. Für wen das aber kein Problem ist, der kann mit der «Borderlands Legendary Collection» eine Menge Spaß haben. Absolute Kaufempfehlung für Spieler, die gutes Gameplay und immer verrücktere Waffen haben wollen.

 

Punkte

Grafik

7 / 10

Story

9 / 10

Soundtrack

8 / 10

Umfang

10 / 10

Insgesamt

8,5 / 10

Vielen Dank an 2K für die Möglichkeit das Spiel rezensieren zu dürfen.