Weihnachtsspecial Header

Morgen ist es bereits soweit und Heilig Abend steht vor der Tür. Zu diesem Anlass werde ich euch im Folgenden einige passende Animes präsentieren. Zudem verrät euch Anime Experte DeBaer, welche dieser Titel ihr auf keinen Fall verpassen solltet.

Auch in Japan spielt Weihnachten eine große Rolle, wenngleich es kein offizieller Feiertag ist. Fest dazu gehören der Weihnachtsmann und die weiße Weihnachtstorte. Insbesondere die amerikanische Kultur prägte nach dem zweiten Weltkrieg den 24. Dezember. Halb Japan ist geschmückt mit Lichterketten und auch passende Musik ist allgegenwärtig. Die religiöse Komponente rückt hierbei freilich in den Hintergrund. Vielmehr versteht man das Ereignis als «Fest der Liebe». Viele junge Menschen gehen an Heiligabend daher auf ein Date.

 

Auch an der Anime Landschaft ist dieser westliche Kultureinfluss nicht spurlos vorübergezogen und so beinhalten unzählige Serien eine Weihnachtsepisode oder ein entsprechendes Special. Beispiele sind «Card Captor Sakura» (Episode 35), «Love Hina» (Christmas Special), «Lucky Star» (Episode 11), «Chrono Crusade» (Episode 12), «Hachimitsu to Clover» (Episode 4), «Toradora!» (Episode 17-19), «K-ON!» (Episode 7), «School Rumble» (Staffel 2, Episode 19), «VanDread» (Episode 10) und viele mehr.

 

In einigen Produktionen ist die Weihnachtsthematik nicht nur auf eine Randerscheinung, sondern in direkter oder indirekter Weise ein zentrales Storyelement, welches sich durch den gesamten Anime zieht. Solche Titel möchte ich euch im Folgenden vorstellen.

 

Santa CompanyDen Anfang macht der 2014 erschienene kurze Film «Santa Company». Das Werk dreht sich um das 11-jährige Mädchen Noel, das Weihnachten verachtet. Sie lebt bei ihrem Vater, seitdem sich dieser vor 3 Jahren von seiner Frau scheiden ließ. Ihr Vater muss in der Weihnachtszeit immer arbeiten gehen und Noel kann in dieser Zeit nicht mit ihren Freunden spielen gehen. An Weihnachten nimmt Noel, wie sonst auch immer, den Aufzug, um zu ihrer Wohnung zu kommen. Als sie aber die Tür öffnet, findet sie sich selbst wieder in einer großen Fabrik, die dem Weihnachtsmann gehört. Santa Claus hat nämlich die Firma «Santa Company» gegründet, mit dem Motto «schnell, sicher, heimlich». Sämtliche Bestellungen werden aufgenommen und besondere Geschenke werden in absoluter Geheimhaltung an die Kinder verschickt. Noel macht sich in dieser Fabrik neue Freunde und zusammen heben sie mit dem Schlitten in den Himmel ab, um die Geschenke zu liefern.

 

Ichigatsu ni wa ChristmasEin weiteres Werk mit Weihnachtsbezug ist die 50-minütige OVA «Ichigatsu ni wa Christmas» aus dem Jahre 1991. Hierbei handelt es sich um eine Charakterstudie über eine traumatisierte junge Frau, die die sich in ihren Nachbarn verliebt.

 

Machi Ichiban no Kechinbou

 

 

 

 

Weiter geht es mit «Machi Ichiban no Kechinbou», einem bereits 37 Jahre alten TV-Special. Der Plot basiert auf dem Roman «A Christmas Carol» von Charles Dickens.

 

 

Tokyo Marble ChocolateDas nächste Werk wurde sogar in Deutschland lizenziert, es handelt sich um die zweiteilige OVA «Tokyo Marble Chocolate». Im Anime geht es um das Mädchen Chizuru und ihren Freund Yuudai. Sie sind oft zusammen, ja, sie sind ein Paar. Doch während Chizuru mit der Situation unzufrieden ist und die Beziehung beim nächsten Treffen beenden möchte, plant Yuudai, seiner Freundin einmal richtig seine Liebe zu gestehen – zumal ihm das besonders schwer fällt und auch früheren Beziehungen nicht gut tat. Doch wie so oft kommt es dann doch völlig anders als erwartet…

 

 

 

Soll der Anime nicht direkt mit Weihnachten zusammenhängen, sondern lediglich eine weihnachtliche oder zumindest winterliche Stimmung transportieren, wird die Auswahl erheblich größer.

 

Yuki no JoouDen Anfang macht die 36-teilige Serie «Yuki no Joou». Der Titel  bedeutet übersetzt „Die Schneekönigin“ und basiert daher wenig überraschend auf dem gleichnamigen Werk des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Gerda und Kai sind seit ihrer Kindheit befreundet. Ihr Leben verläuft ruhig, bis man ständig seltsame Glocken aus dem verwunschenen Wald vernehmen kann. Gerda ist zutiefst von diesem Klang berührt und entschließt, die im Wald versteckte Kirche zu finden. An diesem Tag beginnt diese Geschichte…

 

Princess TutuEine schöne  Atmosphäre kreiert auch die zuckersüße, märchenhafte Produktion «Princess Tutu», die 26 Folgen zählt. Die Geschichte beginnt bei einem Geschichtenerzähler namens «Drosselmeyer», welcher kurz vor der Vollendung seines letzten Buches verstarb. Seine Märchenfigur, ein Prinz, «stieg» aus dem Buch heraus und bekämpfte eine «Monsterkrähe». Der Kampf ging eine lange Zeit, bis sich der Prinz entschloss, sein Herz zu opfern, um die Krähe endgültig wegzusperren. Dieses «Opfer» sorgte dafür, dass er all seine Gefühle und sein Gedächtnis verlor. Die Welt lag wieder im Frieden, doch seine Seele wurde «stumm». Ab da dreht sich die Geschichte um die kleine Ente «Ahiru» (welches ebenfalls «Ente» übersetzt heißt). Sie sieht den Prinzen einsam und allein und beschließt, ihm zu helfen. Ahiru darf dank eines Juwels als «Mensch» leben, um dem Prinzen zu helfen. Bei jedem Wort «Quak» verwandelt sie sich aber wieder in eine Ente. Früh findet Ahiro heraus, dass sie ebenfalls eine Märchenfigur namens «Prinzessin Tutu» ist und eigentlich keine Bindung zum Prinzen hatte. Sein Herz ist seit seinem Opfer in viele Teile zersprungen und in eins der Gegenstände oder Menschen «hineingesprungen». Jeder dieser Menschen «erlebt» nun ein bestimmtes Gefühl. Ahiru begegnet nach und nach allen, um den Prinzen Mytho wieder seine Herzteile zurückzugeben. Doch dieser Weg ist steinig und mit all ihren Emotionen und deren Facetten gespickt. Als dann auch noch die «Krähe» auftaucht, muss Tutu hart kämpfen, um ihren Prinzen wieder glücklich zu machen. Aber braucht er dafür wirklich ihre Liebe?

 

Kanon (2006)Noch weitaus winterlicher geht es im dramatischen «Kanon» zu. Zu empfehlen ist hier insbesondere die 2. Adaption aus dem Jahre 2006. Im Anime kehrt Yuuichi Aizawa erstmals nach sieben Jahren in die namenlose Stadt zurück, in der er als Kind stets seine Ferien verbrachte. Doch ein traumatisches Ereignis aus dieser Zeit verhindert, dass er sich an die Vergangenheit erinnert. Neben seiner Cousine Nayuki, trifft er auf einige mysteriöse Mädchen: Ayu, die etwas Wichtiges verloren hat. Makoto, die Yuuichi auf den ersten Blick nicht zu mögen scheint. Mai, die gegen Dämonen kämpft. Und Shiori, die trotz einer Krankheit immer wieder auf dem Schulhof erscheint. Während Yuuichi den Mädchen näherkommt, muss er feststellen, dass seine verlorenen Erinnerungen eng mit ihrem Schicksal verbunden sind…

 

Das Verschwinden der Haruhi SuzumiyaEbenfalls in der kalten Jahreszeit angesiedelt ist der Film «Das Verschwinden der Haruhi Suzumiya». Wem bereits die Serie gefallen hat, wird zweifellos auch das Leinwandabenteuer zusagen. Es ist kurz vor Weihnachten und es herrscht eisige Kälte. Wie jeden Tag erwartet Kyon nach dem Unterricht ein fröhlicher Nachmittag in der SOS-Brigade, die er zusammen mit seinen Mitschülern Mikuru Asahina, Yuki Nagato, Itsuki Koizumi und natürlich Haruhi Suzumiya verbringt. Selbstverständlich macht die Weihnachtsstimmung vor der quirligen Haruhi nicht Halt, die wieder allerlei Überraschungen für ihre Mitglieder geplant hat. Doch der Alltag gerät aus den Fugen, als eine Grippewelle die Schule erfasst und viele Schüler krank zuhause bleiben müssen. Auch Haruhi ist an diesem Morgen nicht auf ihrem gewohnten Platz hinter Kyon erschienen und irgendwie scheint mehr hinter dieser Sache zu stecken. Haruhi krank und verschwunden? Zweifel und Unbehagen kommen auf und die Suche nach Haruhi beginnt…

 

Full Moon wo sagashiteZuletzt erwähne ich noch den Anime «Full Moon wo Sagashite», der zwar keinerlei direkten Weihnachstbezug aufweist, aber durch seine märchenhaft anmutende berührende Geschichte dennoch an dieser Stelle genannt werden kann. In der Serie geht es um Mitsuki, die unter einer Krebserkankung leidet. Eine Operation wäre möglich, doch dies lehnt sie ab, da die Gefahr besteht ihre Stimme zu verlieren und somit ihr Wunsch Sängerin zu werden, sich erledigt hätte. Eines Tages tauchen zwei Shinigami auf, Meroko und Takuto. Die beiden sind ganz schön verwirrt, da Mitsuki sie sehen kann und dies normalerweise nicht möglich ist. Dann verplappern sich die beiden auch noch und so erfährt Mitsuki, dass sie in einem Jahr sterben soll. Takuto hat Mitleid mit ihr und gewährt ihr einen Wunsch: Bei einem Casting macht er sie älter, damit sie daran teilnehmen kann. Die Jury ist begeistert von Mitsuki und so wird sie ausgewählt. Mitsuki möchte unbedingt Karriere machen, denn vor zwei Jahren haben sich Eichi, ein Junge der Astronaut werden möchte und Mistuki versprochen, wenn sie sich das nächste mal treffen, sie beide ihren Träumen näher gekommen sind. Darauf zog Eichi nach Amerika, zuvor sagte er Mitsuki aber noch, dass er sie liebt.

 

 

Im vorherigen wurden eine Reihe von Titeln aufgezählt. Doch welche weihnachtlichen Animes sind auch wirklich zu empfehlen? Diese Frage kann ich natürlich nur eingeschränkt beantworten. Daher habe ich mir den Rat von Anime Experte DeBaer eingeholt. Dieser kann mit über 7600 gesehenen Animes mit einer Gesamtlaufzeit von über 3 Jahren auf umfangreiche Kenntnisse in diesem Segment verweisen und daher eine fachkundige Antwort auf die schwierige Frage liefern:

Weihnachts-Anime? Und dann auch noch gelungene? Oha, da muss ich tatsächlich etwas überlegen. In den meisten Fällen kommt da sofort Itsudatte my Santa in den Sinn, sozusagen der Klassiker in Sachen Anime die Weihnachten als zentrales Storyelement intus haben. Strotzt zwar vor Klischees und erzählerischers Simplizität, ist aber unter Weihnachtstimmungseinfluss ganz nett denke ich.

Vermeintlich aus der Reihe tanzend, schlage ich noch White Album vor. Ob jemand sich zur besinnlichsten Zeit des Jahres mit Herzschmerz und Drama unterhalten möchte ist vielleicht ein wenig fraglich, aber die Serie hat das Weihnachtsfest immerhin als zentralen Plotpoint. Wie für Ero-Novel-Umsetzungen üblich ist die Handlung nicht der allergrößte Wurf und auch hier von Klischees durchzogen, aber wer sich leicht emotional berühren lässt und im unglaublichsten aller Fälle sogar eine bessere Hälfte sein eigen nennt, mit der man sich aneinderschmiegend unter der Wolldecke an kalten Winterabenden vor den Fernseher begeben kann, der sollte hier mal reinschauen.

Mein absoluter Weihnachts-Favorit ist aber mit großen Abstand Tokyo Godfathers. Ein Film den man auch mit der gesamten Familie schauen kann und bei dem niemand mit irgenwelchen typischen Anime-Geflogenheiten vertraut sein, geschweige denn diese unbedingt mögen muss. Ein abendfüllender Film der mit viel weihnachtlicher Atmosphäre besticht und die Themen Familie und Vergebung ausgesprochen gut behandelt. Für Weihnachten also einfach perfekt.

Itsudatte My Santa!                White Album                Tokyo Godfathers

 

Wer nach weihnachtlicher cineastischer Unterhaltung abseits der japanischen Produktionen aus ist, findet vielleicht Freude an einem der folgenden Spielfilme: «Ist das Leben nicht schön», «Bad Santa», «Tatsächlich Liebe», «Der Grinch», «Single Bells», «Die Schneekönigin», «Die Geister, die ich rief», «Santa Clause – Eine schöne Bescherung», «Der kleine Lord», «Nightmare Before Christmas», «White Christmas», «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel», «Das Wunder von Manhattan», die «Kevin – Allein zu Haus» Reihe oder auch der erste Teil von «Stirb Langsam».

 

Was sind eure Bewegtbild Highlights zu Weihnachten? Verratet es uns gerne in den Kommentaren!

 

Quellen: aniSearch, animenewsnetwork.com, myanimelist.net, forevergeek.com, tay.kinja.com, kamulasanime.blogspot.de