The Irregular at Magic High School Vol. 5 Header

In kürze erscheint das finale fünfte Volume der 26-folgigen Serie «The Irregular at Magic High School» bei KSM Anime. Wir haben haben es für euch schon unter die Lupe genommen.

The Irregular at Magic High School Vol. 5 Blu-ray

 

  • Regisseur: Manabu Ono
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1) & Japanisch (DTS-HD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Publisher: KSM Anime
  • Erscheinungstermin: 7. Dezember 2015
  • Produktionsjahr: 2014
  • Spieldauer: 91 Minuten

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Worum geht es in «The Irregular at Magic High School Vol. 5»?

Wir schreiben das Jahr 2095. Magie ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts nutzbar geworden und erwies sich auch militärisch als überaus bedeutend. Obwohl der dritte Weltkrieg nun schon 35 Jahre zurückliegt, ist die politische Lage nach wie vor angespannt. Daher konkurrieren die verschiedenen Länder um die besten Magier. In Japan wurde zu diesem Zweck die  1. Magieoberschule ins Leben gerufen, die Jugendliche mit magischem Talent ausbildet. Die Schüler werden hierbei in zwei Gruppen aufgeteilt: Die Mitglieder der ersten Gruppe, die sogenannten Blooms, bilden aufgrund ihrer Prüfungsergebnisse eine Elite. Dagegen dienen die Schüler der zweiten Gruppe, die Weeds genannt werden, lediglich als Reserve für ausfallenden Blooms.

Der Protagonist Tatsuya Shiba ist ein Genie der Magie Theorie und Analyse. Seine Schwächen in der Praxis führten allerdings dazu, dass er im Aufnahmetest versagte und folglich ein Weed wurde. Seine Schwester Miyuki hingegen hat außergewöhnliche Fähigkeiten in der Praxis und gehört deshalb zu den Blooms.

Im fünften Volume der Serie ereignet sich die große abschließende Schlacht. Im Zuge dessen muss Tatsuya auch ein großes Geheimnis preisgeben, mit dem kaum jemand gerechnet hat. Werden die Zivilisten in Sicherheit gebracht werden können? Können sich Tatsuya und seine Verbündeten gegen den hochgerüsteten Feind behaupten? Das alles erfahrt ihr in diesen vier Folgen.

The Irregular at Magic High School Vol. 5 Screenshot 1  The Irregular at Magic High School Vol. 5 Screenshot 3

Beurteilung

Bereits im Review zu Volume 4 habe mich ausführlich zur grundsätzlichen Konzeption der Story und den Charakteren geäußert. Daher will ich diesmal nur kurz zum Allgemeinen äußern und dafür genauer auf die abschließenden 4 Episoden eingehen.

Obwohl «The Irregular at Magic High School» zu beachtlichen Teilen in einer Schule angesiedelt ist, haben wir es mit einem klaren Actiontitel samt Politelementen zu tun. Dennoch ist die Geschichte nicht allzu tiefgründig, obwohl hierfür Potential vorhanden gewesen wäre. Stattdessen bekommt man eine trashige Parodie vergleichbarer Serien geboten. Ebenso hat der Anime eine kleine mysteriöse Note, bedingt unter anderem durch die vielen Unklarheiten und aufkommenden Fragen (die nur teilweise beantwortet werden).

Anstelle des typischen Loserprotagonisten wird dem Zuschauer mit Tatsuya ein hoffnungslos owerpowerter Hauptcharakter serviert. Seine Gefühlskälte, Stärke und Intelligenz beeindruckt einerseits, andererseits wird es dem Publikum so kaum möglich, eine emotionale Bindung zu ihm aufzubauen und auch der Ausgang der Kämpfe mit seiner Beteiligung wird vorhersehbar. Seine Schwester Miyuki stellt hier einen Gegenpol dar. Sie ist hoffnungslos und mit vergötternden Zügen in ihren Bruder verliebt. Die Liebe wird durchaus erwidert, eine absolute Ausnahme beim Misanthrop Tatsuya. Auch viele andere Personen kommen stellenweise aus ihrem Staunen und Schwärmen über den Protagonisten und dessen Fähigkeiten kaum noch heraus. Leider bleiben die meisten Figuren ziemlich blass, lediglich Tasuya und vielleicht noch Miyuki besitzen eine gewisse charakterliche Tiefe. Auf nennenswerte Charakterentwicklungen muss man aber auch bei den beiden vergeblich warten.

Beim Anschauen des fünften Volumes habe ich das gesehene nicht mehr zu ernst genommen und mir das parodistische Wesen des Anime mehr ins Bewusstsein gerufen als zuvor. Dies stellte sich definitiv als glückliche Entscheidung heraus. Stellenweiße musste ich über die völlig ausufernde Stärke des Protagonisten sogar lachen. Dies war beispielsweise in einer Szene in Episode 2 der Fall. Der terroristische Angriff hatte gerade begonnen und ich dachte schon, unsere Helden stehen vor ernsten Problemen. Doch dann kommt Tatsuya und läuft auf die Gegner zu. Diese nehmen ihn mit ihren MGs unter Feuer, doch der Hauptcharakter stoppt die Kugeln einfach mit der Hand und zermalmt diese, bevor er schließlich den Feind überwältigt! Des Weiteren lernt der Zuschauer spätestens in der letzten Episode, dass Tatsuya nicht nur über ein gewaltiges Zerstörungspotential verfügt, sondern auch über ungeheure Heilungskräfte. Dazu ein offensichtlich selbstironisches Zitat aus Folge 26: Auf die Frage “Bedeutet das etwa, dass Tatsuya tatsächlich in der Lage ist, alle Verletzungen schlagartig zu heilen?” von Mikihiko antwortet Miyuki: “Oh nein, nicht schlagartig. […] In einigen Sekunden.” Den absoluten Höhepunkt der Lächerlichkeit markiert aber die Schlussszene, wo Tatsuya mit einer Art Gewehr eine ganze Flotte modernster Kriegsschiffe mit einem Schuss pulverisiert! Generell ist das 5. Volume in Sachen Action und Brutalität der Höhepunkt der Serie und zweifellos nichts für besonders zarte Gemüter.

Das Ende des Anime lässt leider eine Menge Fragen offen: Was ist die wahre Absicht von Gongjin Zhou? Warum genau wurde Tatsuya zu einer eiskalten Killermaschine? Welche Rolle spielt dabei seine mysteriöse Tante? Fragen über Fragen, die eine zweite Staffel in den Bereich des Möglichen rücken. Andererseits ist Staffel 1 durchaus in sich abgeschlossen und es wurden bisher auch keine Pläne bezüglich einem neuen Anime des Franchise verkündet.

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Deutsche Lokalisierung

Die Synchronisation vom DTM Studio aus Hamburg bewegt sich auf dem Niveau des vorhergehenden Volumes, ist also gut, wenn auch nicht herausragend. Die Dialoge klingen zum Teil ein wenig steril, was aber auch im Japanischen so ist und wohl in der inhaltlichen Konzeption der Serie begründet ist. Christian Stark weiß in seiner Rolle als der kühle Tatsuya zu überzeugen. Die Schwester des Protagonisten wird von Mia Diekow gesprochen, die ebenfalls einen guten, minimal schlechteren Job abliefert. Bezüglich der weiteren Rollen sind Julia Casper als Suzune Ichihara, Nadine Schreier als Erika Chiba, Josephine Schmidt als Mayumi Saegusa und Céline Fontanges als Mari Watanabe positiv hervorzuheben. Etwas unpassend erscheint mir dagegen die Besetzung von Juumonji durch Tobias Schmidt, der seinen Charakter nicht tief und kräftig genug vertont. Manuela Bäcker als Azusa Nakajou ist leider eine Fehlgriff. Die sehr hohe Tonlage der japanischen Sprecherin bereitet Frau Bäcker offensichtlich Probleme, die deutsche Variante klingt daher sehr gekünstelt. Des Weiteren sind einige Statisten schlecht synchronisiert, was aber nicht verwundert, das Budget von KSM Anime ist ja auch nicht unendlich.

Wenig überraschend ist auch in diesem Fall die japanische Synchronisation besser als die deutsche Vertonung. Wer sich den Anime also lieber auf Japanisch ansehen mag, kann natürlich auch diese Sprache im Menü auswählen. Die deutschen Untertitel sind übrigens unabhängig von der Tonspur einschaltbar, sodass japanisch Sprechende die Serie auch ohne Untertitel rein auf Japanisch konsumieren können. Der Text ist weiß mit schwarzer Umrandung und in angemessener Größe, was ihn auch aus gewisser Entfernung gut lesbar macht. An den Untertiteln gibt es im Grunde nicht viel zu kritisieren. Sie entsprechen fast gänzlich dem Skript der Synchronisation, weshalb die japanischen Suffixe fehlen. Ob man auf «-san», «-chan» und Co. vermisst, hängt vom persönlichen Geschmack ab. Ich selber habe nichts gegen deren Weglassen im Deutschen. Das Timing der Untertitel ist stimmig, von einem schweren Schnitzer einmal abgesehen.

The Irregular at Magic High School Vol. 5 Screenshot 6  The Irregular at Magic High School Vol. 5 Screenshot 7

Bild

Die Animationen verantwortet das Kultstudio Madhouse (Death Note, Black Lagoon). Sie bewegen sich auf hohem Niveau, besonders die Actionszenen wissen hier zu beeindrucken. Bildfehler oder ähnliches sind nicht vorhanden. Auch die Charakterdesigns haben mir zugesagt. Insgesamt gibt es bei Bild und Animationen nichts zu bemängeln, ein visuelles Ausnahmewerk sollte man dennoch aber nicht erwarten.

 

Musik

Das Opening der behandelten vier Episoden heißt «Grilletto» und stammt von GARNiDELiA. Das Lied ist fetzig und passt gut zur Serie. Als Ending fungiert «Mirror» von Rei Yasuda. Auch dieser Song weiß zu überzeugen. Der Soundtrack ist einprägsam, aber nicht einzigartig. Zu Hören ist insbesondere Elektro, sowie einige Orchester Stücke. Gerade die Kampfszenen sind musikalisch sehr cool und im Gegensatz zu den Dialogen auch abwechslungsreich unterlegt.

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Ausstattung

Die Blu-ray erscheint im Digipack mit Schuber und Hochglanzprägung. Als Extra gibt es ein 16-seitiges Booklet mit Settings. Die Qualität der Verpackung und der haitischen Zugaben kann ich leider nicht beurteilen, da das Rezensionsexemplar, dass uns KSM Anime freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, nur die Disc an sich umfasst.

Das Menü ist schlicht gehalten. Oberhalb der Button-Leiste sieht man Bewegtbild aus der Serie, musikalisch untermalt von einem Klavierstück aus dem Soundtrack. Auf der Blu-ray befinden sich die vier abschließenden Folgen des Anime: Episode 23 – «Alte Gegner», Episode 24 – «Special Officer», Episode 25 – «Rettung aus der Luft» und Episode 26 – «Material Brust». Daneben gibt es noch einige Bonusinhalte. Dazu gehört der «Grundkurs in Magie – Folge 7 – Was ist die ,Wiederherstellung’?», ein kurzes bildtechnisch unspektakuläres Chibi-Video mit deutschen Untertiteln, das einige hilfreiche Erklärungen zum Anime enthält. Wunderbar selbstironisch nimmt es die Stärke Tatsuyas aufs Korn: «Mit der ultimativen Auflösungsmagie ,Material Burst’ kann er selbst eine ganze Flotte in Sekundenschnelle vernichten – nein, sogar ganz Tokyo mit einem Wimpernzucken auslöschen.” Weitere Zugaben der Disc sind das Clean Opening und Ending, je einen Webtrailer zu den vier Episoden des Volumes und acht Minuten voller japanischer Werbespots zur Serie. Überdies gibt es wie gewohnt je einen Trailer zu sechs anderen Titeln aus dem Portfolio von KSM Anime. Zuletzt gibt es auch eine Bildergalerie mit Screenshots aus dem Anime.

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Fazit

Wieder weiß KSM Anime mit einer umfangreichen Ausstattung und einer ordentlichen Synchronisation zu überzeugen. Der Anime an sich wird die Gemüter eventuell spalten. Freunde von selbstironsichem Trash und satter Action mit einem guten Schuss Coolness sollten aber auf jeden Fall zuschlagen. Für Fans der vorherigen Volumes ist der Kauf sowieso Pflicht.

Wer immer noch unschlüssig ist, kann sich «The Irregular at Magic High School» bei Clipfish auf Japanisch mit deutschen Untertiteln ansehen. Als Kostprobe gibt es dort zudem die ersten vier Episoden mit der deutschen Vertonung.