Er spricht u.a. Sanji in «One Piece» oder Jimmy in «South Park» und macht auch Dialogbuch & Synchronregie: Wir haben mit Hubertus von Lerchenfeld gesprochen.

Hey Hubertus! Wie bist du dazu gekommen, Sprecher zu werden?
Meine Cousine hatte in einem Studio gearbeitet und ich hab was bei ihr abgeholt. Sie hat mich aufgenommen und eine Woche später klingelte das Telefon. Da war ich ca. 8 Jahre alt.

Was war deine bisher für dich spannendste Rolle – und warum?
Sanji aus One Piece ist natürlich spannend, weil er so viele Facetten hat. Aber auch Jason Segel, also Marshal aus How I Met Your Mother war eine große Herausforderung.

Gibt es Unterschiede  – eine Trickserie oder eine reale Serie zu synchronisieren?
Na klar, bei Zeichentrick muss man immer noch ein bisschen mehr Gas geben und- die Figuren atmen nicht, also musst du viel Luft haben, bei Real sieht man die Atmer ja und die können nicht so ewige Monologe führen wie die Zeichentrickfiguren.

Schaust du dir die Serien & Filme die du synchronisierst, privat auch an – oder hast du dafür keine Zeit?
Ich sehe so gut wie gar nicht fern, hab aber neuerdings Netflix. Aber oft seh ich die Sachen auch im Originalton, aber meine eigenen wenn, dann nur zufällig.

Wie läuft das Zusammenleben in der Crew bei einer Seriensynchro ab? Sieht man die anderen Cast-Beteiligten regelmäßig?
Leider gibt man sich heutzutage nur noch die Klinke in die Hand, da man aus Zeit- und Kostengründen grundsätzlich einzeln aufgenommen wird. Aber es gibt Bewegungen, dass wir wieder dialogisch aufnehmen, also gemeinsam. Die Qualität wird besser und gespart wird bei Einzelaufnahme auch nicht wirklich viel. Trotzdem mag ich die meisten meiner Kollegen sehr gern und wir sind auch privat mal unterwegs oder spielen Fussball miteinander…

Wie lange braucht es vom Erstellen des Dialogbuch bis zur fertigen Abgabe einer „One Piece“-Staffel à 60 Folgen ungefähr? Welche Schritte gibt es alles?
Oh, das musst du die Produktion fragen, aber in der Regel kann sich der Zuschauer nicht vorstellen, wie aufwendig und zeitraubend eine Synchronproduktion ist.

Du sprichst den Sanji seit Folge 1 – das war 2003! Gefällt dir die Rolle immer noch?
Na klar! Der ist doch der Coolste von allen!

Sanji ist ja bekanntlich ein richtiger Charmeur und würde vor jeder Dame niederkniehen. Musst du in solchen Situationen manchmal selber schmunzeln und die Szene wiederholen?
Ja, wenn er völlig durchknallt, weil er wieder ein hübsches Mädchen sieht, dann muss ich schon manchmal loslachen…

Was sich auch viele Fans immer fragen, wie wird man eigentlich Sprecher?

Oh, ein weiter, steiniger Weg. An einer Schauspielausbildung kommt man als Erwachsener wohl kaum vorbei, denn genau das ist ja vor dem Mirkofon entscheidend: Die Spielfreude, die Dynamik, die Präzision, die Emotion. Auf Kommando Trauer, Freude, Wut, Lachen usw. abzurufen muss wirklich gelernt sein, wenn es glaubwürdig klingen soll.

Vielen Dank an Hubertus von Lerchenfeld!

Die neuen „One Piece“-Folgen mit Hubertus als Sanji laufen werktags um 18:50 Uhr auf ProSieben MAXX.