Um die finanzielle Überlebensfähigkeit zu bewahren, verlegen diverse große Anime-Studios ihre Produktion zukünftig nach China. Aufgrund dortiger Regierungsregelungen dürfen so entstandene Serien in den ersten 12 Monaten nur in Mandarin gezeigt und verkauft werden.

Die schwierige ökonomische Situation vieler Anime-Studios ist allgemein bekannt. Zahlreiche haben mit hohen Verlusten zu kämpfen. So offenbarte beispielsweise ein Geschäftsbericht von IG Port, der Mutterfirma von Production I.G, Wit Studio, XEBEC und weiteren bekannten Kreativschmieden Nettoverluste für mehrere seiner Töchter (ANN berichtete). Ganze 25% der Studios auf dem Markt bewegen sich in der existenzgefährdenden Verlustzone wie ein Bericht im japanischen Staatssender NHK aufzeigte, immer wieder kommst es deshalb zu Insolvenzen wie beispielsweise bei Manglobe (u.a. «Ergo Proxy», «Deadman Wonderland») – und das trotz der prekären Arbeitsverhältnisse und geringen Löhne für viele Zeichner in der Branche.

Entsprechend haben sich nun mehrere große Anime-Studios, darunter die erwähnten Unternehmen Production I.G, Wit Studio und XEBEC, aber auch beispielsweise Madhouse, J.C. Staff oder Kyoto Animation, dazu entschlossen ihre Produktion fast vollständig nach China auszulagern (bereits heute ist Outsourcing in gewissem Umfang in der Branche üblich). Aufgrund von dortigen Regierungsregelungen geht man hierzu ähnlich wie etwa auch deutsche Firmen Joint-Ventures mit lokalen Partnern ein. Außerdem ist man dazu verpflichtet, dass Animes in Zukunft in den ersten 12 Monaten ausschließlich in Mandarin gezeigt und verkauft werden dürfen. Nach diesem Zeitraum fällt die Blockade für eine Serie und diese darf wie gewohnt auch mit japanischer oder einer anderen fremdsprachigen Synchronisation verbreitet werden. Ausgenommen von alledem sind natürlich Untertitel, die weiterhin ohne Zeitverzögerung und in jeder beliebigen Sprache angefertigt werden dürfen. Dadurch sind Simulcasts und TV-Ausstrahlungen in Japan auch direkt zum Release weiterhin möglich, nur halt mit chinesischer Vertonung und Untertiteln in der jeweiligen Landessprache. Für den deutschen Disc-Markt ändert sich ohnehin nicht allzu viel, da hier die Animes meist mit mehr als einem Jahr Abstand zur Erstausstrahlung auf DVD und Blu-ray erscheinen.

Für Fans ist es sicher ungewohnt, Animes zukünftig in Mandarin statt Japanisch zu hören, aber auch das ist eine schöne Sprache und die neuen Maßnahmen ermöglichen den Studios schließlich das finanzielle Überleben.

Update: Bei der Nachricht handelt es sich einen Aprilscherz. Sie ist rein erfunden, mit Ausnahme des ersten Absatzes über die schwierige finanzielle Situation japanischer Animationsstudios.