Am 27. August 2019 hat der Publisher KAZÉ den Film «Okko’s Inn» im Rahmen der Anime Nights in über 200 deutschen und österreichischen Kinos gezeigt. Wir haben uns den Film, der in deutscher Sprachfassung gezeigt wurde, selbstverständlich nicht entgehen lassen. Ob der Movie uns überzeugen konnte, erfahrt ihr hier!

Davon handelt der Film:

Die kleine Oriko Seki, von allen nur Okko genannt, hat gerade einen Autounfall unverletzt überlebt und zieht daraufhin zu ihrer Großmutter Mineko, die eine traditionelle Herberge betreibt. Dort angekommen, rutscht ihr irgendwie heraus, dass sie Minekos Nachfolgerin werden will. Dabei hat sie nur die Worte des kleinen Geisterjungen Uri-Bo, den allein sie sehen kann, nachgeplappert. Denn natürlich hat Okko überhaupt keine Ahnung von der Arbeit ihrer Großmutter. Während sich die junge Gastwirtin bemüht, in einem Kimono Gäste zu bedienen und die Wünsche der recht eigenwilligen Besucher des Harunoya zu erfüllen, ist Uri-Bo immer an ihrer Seite. Er verbündet sich mit Okko gegen ihre Mitschülerin Matsuki, denn die ehrgeizige Tochter der luxuriösen Shuuko-Herberge weiß immer alles besser. Uri-Bo bleibt aber längst nicht der einzige Geist, der sie in ihr neues Leben begleitet.

Unsere Meinung:

Der schlurfende Kogoro

«Okko’s Inn» war zunächst ein Film, den ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Als ich mir allerdings den Trailer wenige Wochen vor Kinostart ansah, freute ich mich schon auf den Streifen, da er das gewisse “Etwas” auszustrahlen schien, was man etwa von den Werken des Studios Ghibli kennt. Nachdem ich den Movie nun gesehen habe, muss ich sagen, dass er zwar nicht an einen der Ghibli-Klassiker heranreichen kann, jedoch versprüht «Okko’s Inn» seinen ganz eigenen Charme.

Zunächst einmal ist die Hauptprotagonistin Oriko bzw. “Okko” sehr liebenswert, sodass man sie als Zuschauer schnell ins Herz schließt. Umso tragischer erscheint der Autounfall, der bereits zu Beginn des Films gezeigt wird. Im weiteren Verlauf der Handlung werden dem Zuschauer dann in gelungener Weise die weiteren Hauptfiguren nach und nach vorgestellt. Vor allem mit dem ersten Auftritt des Geisterjungen Uri-Bo erhält der Film eine lustige Komponente, welche nach den tragischen Elementen zu Beginn der Handlung eine willkommene Wendung ist.

Okko selbst durchlebt während des gut 100-minütigen Films in ihrem Verhalten und ihrer Einstellung eine Wandlung: Aus dem zunächst etwas tollpatschigen und von ihrer zukünftigen Beschäftigung nicht sonderlich begeisterten Mädchen ensteht eine junge Gastwirtin, welche von ihren Gästen geschätzt und gemocht wird. Auf ihrem Weg erhält Okko dabei sowohl Unterstützung von ihren Geisterfreunden als auch durch ihre Großmutter Mineko.

Die deutsche Vertonung aus dem Hause Hamburger Synchron weist leider einige Schwächen auf. So sind die schauspielerischen Leistungen vor allem bei den Kinderdarstellern sehr durchmischt. Während Emily Seubert als Okko meiner Meinung nach eine tolle Arbeit abliefert, ist der Sprecher Lino Kelian auf Uri-Bo zwar immer noch gut, zieht im direkten Vergleich jedoch den Kürzeren. Des Weiteren wurde Piet Nowatzky auf einen zu jungen Charakter besetzt, zu dem seine eher tiefe Stimme nicht passt. Auch sein Schauspiel klingt trotz der bereits lustlosen Einstellung der Figur etwas unengagiert. Gerlinde Dillge auf Okkos Großmutter Mineko hat mir wiederum sehr gut gefallen, hier hat sowohl Stimmfarbe als auch Schauspiel genau gestimmt.

Insgesamt bleibt die deutsche Synchronisation von «Okko’s Inn» noch ausbaufähig, diese tut dem sympathischen Charakter des Films jedoch keinen Abbruch. Neben vielen lustigen Elementen kann dieser auch mit äußerst ergreifenden und tragischen Szenen überzeugen.

 

karvulf

Als ich den Trailer zu «Okko’s Inn» gesehen habe, hatte ich den Eindruck, dass der Film eher unbekannt bleiben wird, obwohl viel Potential im Film stecken könnte. Daher war ich sehr gespannt darauf, wie der Film tatsächlich sein wird.

«Okko’s Inn» ließ die Spannung sehr schnell durch einen plötzlichen Autounfall am Anfang steigen. Im Auto verstarben die Eltern von Okko, die die Protagonistin des Films ist. Aufgrund des Unfalls zog Okko in einen abgelegenen Ort zu ihrer Oma. Das Anwesen ihrer Großmutter stellt eine Herberge dar, die bekannt dafür ist, jeden Gast aufzunehmen. Als Okko dort ankommt, stellt sie zu ihrer Überraschung fest, dass es Geister gibt. Im Haus trifft sie auf einen Geist, der Uri-Bo heißt und ein Kindheitsfreund von der Oma ist. Schnell freunden sie sich an und Okko beschließt die Nachfolge der Gastwirtin anzutreten.

Der Film zeichnet sich besonders durch seine ernsthafte Geschichte aus, die trotzdem viele lustige Elemente beinhaltet. Dadurch schafft der Film einen Grad zwischen Tragik und Komödie, die in einer angenehmen Menge dem Zuschauer gezeigt werden. Insgesamt bin ich mit der Geschichte sehr zufrieden. Der Zeichenstil hat mir nicht ganz zugesagt, doch das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Die Animationen des Films wurden dagegen sehr schön gestaltet.

Was mir eher negativ aufgefallen ist, ist die deutsche Synchro. Schon zu Beginn hat man schnell gemerkt, dass es sich um keine hochwertige, sondern eher eine schwache Synchro handelt. Ich finde, dass gerade für diesen Film eine bessere Synchro sehr wichtig gewesen wäre. Glücklicherweise hat sich das nicht auf alle Rollen im Film verteilt, jedoch fiel dies immer wieder auf. Daher gebe ich dem Film diese Bewertung: 7/10 Punkten.

 

Phônix

Meine Erwartungen an den Film waren eher gering. Sowohl der Trailer, als auch der Zeichenstil haben mich im vornherein kaum angesprochen. Nachdem ich den Film nun aber kenne, muss ich sagen, dass er meine Erwartungen deutlich übertroffen hat.

Die Story, welche mit einem tödlichen Autounfall eingeleitet wurde, hat generell eher einen traurigen, sentimentalen Ton, der auch sehr gut in Szene gesetzt wurde. Während dieses Unfalls hat die Protagonistin Okko ihre Eltern verloren und wirkte daraufhin aber trotzdem sehr gefasst und so, als wenn sie diesen Vorfall verdrängt. Dabei spielen auch die Hausgeister eine größere Rolle, welche dem Film mehr Komik als Tragik verleihen und somit deutlich von der traurigen Situation ablenken. Dennoch ist Okko einem immer mehr ans Herz gewachsen, sodass man nicht nur ihre sympathischen Charakterzüge schätzt, sondern in traurigen Momenten mitempfindet. Gleichermaßen hat es der Film aber auch geschafft, die vielen humorvollen Situationen gut von der melancholischen Grundstimmung abzugrenzen. Rein inhaltlich ist der Film sehr empfehlenswert und schafft es fast, mit großen Vorbildern wie «A Silent Voice» mitzuhalten.

Auch wenn ich mich halbwegs an den Zeichenstil gewöhnen konnte, finde ich diesen immer noch sehr speziell. Darüber hinaus gibt es auch bei der Synchronisation deutliches Ausbaupotenzial.

Man sollte allerdings versuchen, darüber hinweg zu blicken und sich den Film völlig unvoreingenommen anzusehen. Wenn man das kann, findet die emotionale Geschichte auch Zugang zur breiten Masse der Zuschauer.

Wertung: 8/10 

 

Wir bedanken uns bei KAZÉ für die Bereitstellung der Gästelistenplätze.