«Higurashi» zeigt bereits in den ersten Episoden ein großes Potenzial, hat allerdings auch klare Schwachstellen und wirft viele Fragen auf…

«Higurashi» ist ein Horror-Anime vom Studio Deen, welcher im Jahr 2006 produziert wurde. Er basiert auf eine Visual Novel und umfasst primär zwei Animestaffeln sowie eine OVA-Reihe.

Beide Staffeln zusammen beinhalten 50 Episoden und wurden hierzulande von AniMoon Publishing inklusive der OVA-Reihe lizenziert. Als Synchronstudio hat man Kölnsynchron mit dem dazugehörigen Regisseur Daniel Käser auserkoren.

Publisher: AniMoon Publishing

Erscheinungstermin: 6.7.2018

FSK: Ab 16 Jahren

Spieldauer: 96 Minuten (4 Folgen)

Episoden: 1-4 (Staffel 1)

Genre: Horror, Psychodrama

Sprachen: Deutsch, Japanisch

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 16:9 (1920x1080p – BD)

Verpackung: Steelbook mit PET Wende-O-Card im Hardcover-Sammelschuber

Extras: Metall-Machete, Clean Opening & Ending, Interviews

Anzahl Discs: 1

Studio: Deen

Produktionsjahr: 2006

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Darum geht es in «Higurashi»

Keiichi Maebara ist erst vor kurzem in das ländliche Dorf Hinamizawa gezogen. In seinen Klassenkameradinnen Rena, Mion, Satoko, und Rika findet er schnell neue Freunde. Doch als Keiichi von einem Mord erfährt, entpuppt sich die vermeintliche Idylle allmählich als der blanke Horror. Niemandem kann er trauen, besonders nicht seinen neuen Freundinnen, die plötzlich eine ganz andere Seite von sich zeigen.

Beurteilung

Story (dreifach gewichtet)
7,5/10
Animationen 6/10
Musik 9/10
Deutsche Lokalisierung 8/10
Preis-Leistungs-Verhältnis 7/10
Verpackung & Extras 9,5/10

Gesamtwertung

7,8/10

Die Story von «Higurashi» lässt sich nach den ersten 4 Folgen noch nicht so richtig einschätzen, da sie bislang etwas undurchsichtig wirkt. Auch die Aufteilung in verschiedene “Kapitel” und der Zusammenhang der einzelnen Kapitel kann leider noch nicht in die Beurteilung einfließen. Eine Aussage über den weiteren Verlauf fällt aufgrund der teilweise abgerundeten Story nach den ersten 4 Folgen schwer.

An sich beinhaltet der Anime vieles von dem, was einen guten Horror-Streifen ausmacht. Es gibt einen ruhigen Schauplatz, Protagonisten mit einer gespaltenen Persönlichkeit (oder doch einem Fluch?) und so einige beängstigende Szenen. Dabei geht man weniger in die Richtung des typischen Jump-Scare-Horrors, sondern eher auf angsteinlößende Situationen auf einer psychischen Ebene. Auch wenn der Anime viele vermeintlich wichtige Horror-Elemente besitzt und kaum voraussehbar ist, ist er mir dennoch etwas zu typisch und ich vermisse Einzigartigkeit, um sich auch wirklich von anderen Horror-Vertretern abzuheben. Im ersten Kapitel kommt noch dazu, dass die Story sehr dünn und oberflächlich ist und zudem bleiben viele Fragen unbeantwortet in diesem eigentlich doch abgeschlossenen Kapitel.

Die Animationen sind auch nicht besonders herausragend. Der Anime ist eher schlicht gezeichnet und Detailreichtum im Hintergrund fehlt bei vielen Schauplätzen gänzlich. Genauso unauffällig sind auch die Konturen und Zeichungen der Charaktere, welche ebenfalls sehr viel Spielraum nach oben bieten. Beim Vergleich zwischen erwachsenen und kindlichen Charakteren gibt es eine sehr extreme Stilveränderung, da die älteren Personen eher in die realistischere Richtung gehen und die kindlichen hingegen sehr schrill im Kawaii-Style umgesetzt wurden.

Die Musik ist bis auf sehr wenige Ausnahmen immer passend und fängt die schaurige Atmosphäre perfekt ein. Das beginnt bereits beim Opening und setzt sich auch in der Handlung weiter fort. Dennoch ist der Stil vom Opening etwas gewöhnungsbedürftig, was sich mit der Zeit aber auch einpendelt.

Für die deutsche Umsetzung wurde Kölnsynchron beauftragt und die Regie übernahm Daniel Käser. Die Charaktere werden zwar stimmlich ganz passend eingefangen, aber die Leistung der einzelnen Synchronsprecher ist leider nicht immer wirklich gut. Man merkt schon deutliche Unterschiede zu «Toradora!», was von Oxygen angefertigt wurde und hochwertiger klingt. Zwar sind die Sprecher aus Köln gerade im Anime-Bereich “unverbrauchter”, doch leider gibt es da erhebliche qualitative Differenzen.

Die Aufmachung vom Blu-ray-Menü hingegen ist außergewöhnlich gut gelungen und passt auch perfekt zur Aufmachung des Steelcases.

Das man aus Kostengründen auf ein Steelbook verzichtet und auf das billigere Steelcase setzt, ist in meinen Augen gerade aufgrund des eigentlich hohen Qualitätsanspruchs von AniMoon nicht tragbar und ein deutlicher Kritikpunkt. Dennoch hat man das Bestmögliche herausgeholt und das Design vom Steelcase optisch sehr edel umgesetzt. Das in die Negative transferierte Artwork und die durch den eingesetzten Klarlack hervorgehobene glatte Optik harmonieren perfekt und passen auch sehr gut ins Bild des Animes. Alternativ gibt die PET Wende-O-Card dem Ganzen ein klassisches Aussehen. Der Schuber hingegen ist eher normal gestaltet und nicht sonderlich auffällig, aber im Gesamtbild dennoch als äußerere Abgrenzung sehr gelungen.

Die Metall-Machete ist ein Bonus der Extraklasse und in dieser Form auch einzigartig. Auch die Idee mit dem Aufsteller und dem Hintergund ist zwar gut, aber im Material sehr dünn und billig umgesetzt. Auch für den doch sehr deftigen Preis hätte ich mir zumindest noch ein kleines Booklet gewünscht.

Zusammengefasst ist «Higurashi» für mich in der Story noch ein großes Fragezeichen und ein wirkliches Fazit kann ich da noch nicht geben, ohne weitere Einblicke in den Anime zu erhaschen. Die Animationen und der allgemeine Zeichenstil sind auch kritischer zu beurteilen und eher im unteren Mittelfeld einzuordnen. Aus dem musikalischen Aspekt ist der Anime sehr schön und auch die Limited Edition ist im Gesamtpaket sehr gut und fast schon perfekt umgesetzt. Nur leider gibt es dabei ein paar Sachen, die den eigentlich doch so hohen Qualitätsansprüchen des Publishers nicht gerecht werden (mittelmäßige Synchronisation, Steelcase statt Steelbook und billiger Aufsteller für die eigentlich hochwertig verarbeitete Machete).

(zum Vergrößern auf die Bilder klicken)

Wir bedanken uns bei AniMoon Publishing für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Über den Autor

Ich bin 23 Jahre alt, verfolge Animes bereits seit meiner Kindheit und bin seit November 2016 als Redakteur bei MAnime tätig. Mein Schwerpunkt liegt auf dem Thema "Anime in Deutschland", insbesondere auch der Quotenberichterstattung. Allgemeine Anfragen und Feedback zu meinen Artikeln bitte an: eric.kenzler@manime.de

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