Der Spieleentwickler Key ist durch Games wie «Clannad» vielen Animefans ein Begriff. Heute wollen wir mit «Kanon (2006)» eine besonders gelungene TV-Adaption unter die Lupe nehmen.

Die Serie basiert auf Keys Ren’ai-Adventure «Kanon», welches bereits 1999 erschien. Im Gegensatz zu vielen vorherigen Erogēs verzichtet «Kanon» weitestgehend auf erotische Elemente und trumpft dafür mit einer für Genreverhältnisse komplexen und gelungenen Handlung sowie überzeugenden Charakteren auf. Das Spiel wurde ein großer Erfolg, weshalb schon bald diverse Adaptionen folgten. So entstand im Jahr 2002 ein 13-teiliger Anime beim Studio Tōei Animation. Er bekam überwiegend positive Kritiken, wenngleich auch bemängelt wurde, dass die geringe Episodenzahl eine hinreichende Tiefe der Charaktere sowie der Geschichte verhindern würde.

2006 versuchte sich dann Kyōto Animation im Eindruck des Erfolgs des im Vorjahr produzierten «Air» an einer Neuverfilmung, bekannt unter dem Titel «Kanon (2006)», diesmal mit einer größeren Länge mit 24 Folgen.

 

Darum geht es in «Kanon (2006)»:

Yuuichi Aizawa kehrt erstmals nach sieben Jahren in die namenlose Stadt zurück, in der er als Kind stets seine Ferien verbrachte. Doch ein traumatisches Ereignis aus dieser Zeit verhindert, dass er sich an die Vergangenheit erinnert. Neben seiner Cousine Nayuki, trifft er auf einige mysteriöse Mädchen: Ayu, die etwas Wichtiges verloren hat. Makoto, die Yuuichi auf den ersten Blick nicht zu mögen scheint. Mai, die gegen Dämonen kämpft. Und Shiori, die trotz einer Krankheit immer wieder auf dem Schulhof erscheint. Während Yuuichi den Mädchen näherkommt, muss er feststellen, dass seine verlorenen Erinnerungen eng mit ihrem Schicksal verbunden sind…

 

Handlung:

«Kanon (2006)» hat seine Wurzeln wie erwähnt im Dating-Sim-Genre. Und somit ist die Handlung auf der ersten Blick nichts Außergewöhnliches: Der Protagonist lernt in jedem Arc ein neues Mädchen kennen, erfährt von ihrem Problem respektive ihrer schwierigen Situation und versucht dann zu helfen. Ein gewisser roter Faden zwischen den einzelnen Abschnitten ist das Schicksal des Hauptcharakters selbst, der seine Kindheitserinnerungen, welche mit den einzelnen Mädchen verwoben sind, verloren hat und diese wiederzuerlangen versucht. Und trotz dieser konventionell anmutenden Konzeption haben wir es mit einem der besten Drama-Animes zu tun, die bisher das Licht der Welt erblickten. Man bekommt einen unglaublich gut gelungenen Genremix geboten, mal melancholisch und dramatisch, mal zuckersüß, herzerwärmend und lustig. Und das alles ist umrahmt von einer Atmosphäre, die seinesgleichen sucht und «Kanon (2006)» zu einem modernen Märchen werden lässt.

 

Charaktere:

Der Cast gleicht im Großen und Ganzen einem Griff in die Klischeekiste. Es gibt die Einzelgängerin, die Introvertiert-Mysteriöse, den Tollpatsch, die gesundheitlich Schwächliche. Am ehesten sticht vielleicht noch der Protagonist selbst heraus, der mit seiner sarkastischen Ader bisweilen ein wenig an Kyon aus «Die Melancholie der Haruhi Suzumiya» erinnert. Nichtsdestoweniger sind die Charaktere überaus sympathisch, vereinnahmen den Zuschauer sofort und die dramatischen Schicksale der Mädchen lassen einen intensiv mit ihnen mitfühlen. Auch die japanischen Synchronsprecher sollen in dem Kontext kurz Erwähnung finden, denn sie liefern eine hervorragende Leistung ab.

 

Musik:

Das Opening ist überaus stimmungsvoll und unterstreicht die melancholischen Züge des Animes vortrefflich. Dagegen spiegelt das Ending die fröhliche Seite der Serie wieder und hat mir ebenfalls sehr gefallen. Der Soundtrack passt perfekt, ohne ihn wäre die bezaubernde Atmosphäre gar nicht denkbar, würden in den emotionalen Szenen nur halb so viele Tränen fließen.

>> Opening
>> Ending

 

Bild:

Im Gegensatz zur in dieser Hinsicht eher durchschnittlichen Adaption von 2002 hat Kyōto Animation mit «Kanon (2006)» eine überzeugende Arbeit abgeliefert. Die Hintergründe sind farblich überaus schön gestaltet und gut ausgearbeitet, vor allem im Hinblick auf die Tatsache, dass er Anime schon mehr als ein Jahrzehnt auf dem Buckel hat. Gerade die Szenen in der Natur und bei Sonnenuntergang lassen das Herz höher schlagen. Bei den Animationen hat man nicht gespart, sie sind flüssig und zahlreich, auch Personen im Hintergrund sind keineswegs immer «eingefroren».

Fazit:

 

Quelle: Wikipedia, aniSearch (Inhaltsangabe)