Bisher gab es in der Rubrik «Tipp der Woche» lediglich Filmvorstellungen. Nun haben wir diese Restriktion gelockert und stellen diesmal eine kultige Serie vor: «Cowboy Bebop».

Nach wie vor gibt es jede Woche eine kurze Vorstellung, fortan erwarten euch neben Filmen aber ebenfalls Serien und gelegentlich auch Games.

Nun aber zur heutigen Vorstellung «Cowboy Bebop». Die 26-teilige Serie wurde von 1998 bis 1999 vom Studio Sunrise produziert. Shin’ichirō Watanabe gab hier sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor (in vorherigen Projekten hatte er nur Assistenzrollen bzw. die Co-Regie inne). Bis heute schuf er noch so manches beachtliches Werk wie etwa «Samurai Champloo» oder «Terror in Tokyo». Dennoch blieb «Cowboy Bebop» nach Ansicht vieler Beobachter – dem Autor dieses Artikels eingeschlossen – wohl sein größtes Meisterstück. Watanabes Stil ist häufig durch eine Mischung von Elementen verschiedener Genres, Kulturen und Epochen gekennzeichnet, so auch in «Cowboy Bebop», in dem Elemente des Wild-West-Kinos mit solchen aus dem Film Noir und asiatischen Action-Streifen gekonnt kombiniert wurden, vereint in einer Science-Fiction-Serie. Darüber hinaus ist der Regisseur dafür bekannt, der musikalischen Untermalung seiner Werke eine hohe Bedeutung zuzumessen. Dies wird auch in «Cowboy Bebop» deutlich: Der Soundtrack von Yoko Kanno ist stark von amerikanischer Kultur beeinflusst, insbesondere dem Jazz, der hier in Verbindung mit Blues, aber auch modernen Musikrichtungen ein einzigartiges Gesamtgefüge ergibt, das als absolut herausragend bezeichnet werden muss. Stücke wie «Tank» (Opening), «Memory» oder «Road to the West» dürften so einigen im Gedächtnis bleiben.

In dem Anime sind unzählige Referenzen auf andere Werke und Film- bzw. Musikschaffende zu finden. So ist etwa der Kampfstil von Spike dem Bruce Lees entlehnt. Anleihen gibt es etwa aus «2001: Odyssee im Weltraum», «The Crow», «Alien» oder «Star Trek», um nur einige aufzuzählen.

Aber «Cowboy Bebop» ist gewiss weit mehr als nur eine bunte Mischung verschiedenster Genres, Musikstile und Referenzen. Das fängt schon bei der Bildqualität und den Animationen an. Diese sind für die damalige Zeit mehr als beeindruckend und auch heute noch alles andere als angestaubt. Die Animationen sind flüssig, die Hintergründe detailliert, die Charakterdesigns gelungen. Auch in Sachen Handlung, obgleich sicher nicht die größte Stärke des Animes, muss sich «Cowboy Bebop» nicht verstecken. Die Serie ist im Großen und Ganzen episodisch aufgebaut, was der Rahmenhandlung etwas wenig Luft lässt. Aufgrund der meist sehr unterhaltsamen und Charme versprühenden Einzelepisoden, von denen keine der anderen gleicht, lässt sich darüber aber problemlos hinwegsehen.

Darum geht es in «Cowboy Bebop»:

2071: Die Erde ist wegen eines Meteoritenhagels schon lange nicht mehr bewohnbar und die Menschheit hat sich im Sonnensystem verteilt. Vor allem der Mars ist reichlich mit Menschen bevölkert. Zu dieser Zeit machen sich die Kopfgeldjäger Spike und sein Partner Jet mit dem Raumschiff «Bebop» auf den Weg durchs All, um ihre leeren Geldbeutel zu füllen, indem sie gesuchte Verbrecher fangen. Zwar erwischen sie oftmals die gesuchten Leute, doch passiert irgendetwas, was verhindert, dass die beiden auch nur einen einzigen Schein mehr sehen, als sie zum Überleben brauchen. Auf ihrer Reise durch das Universum treffen die beiden auf die freizügige und eigensinnige Faye und das kleine bzw. große Computergenie Ed, die sie beide begleiten. Auch ein Hund namens Ein ist mit von der Partie. Und neben den Verbrechern jagen die vier auch den Fragen ihrer Vergangenheit hinterher.

 

Das Herzstück von «Cowboy Bebop» bilden jedoch wie so oft die Charaktere, allen voran die Protagonisten. Einzig- und verschiedenartig, facettenreich, charmant, sympathisch, lässig, elegant, witzig und abgedreht sind hier vermutlich die geeigneten Worte.

Insgesamt ergibt sich ein einzigartiges Gesamtkunstwerk, dicht und stimmungsvoll, das unglaublich stylisch ist ohne ins Pathetische abzudriften.

 

Fazit:

«Cowboy Bebop» ist ein absolutes Must-See für jeden Anime-Liebhaber. Einzigartig und stylisch wie kaum eine andere Serie, ein hervorragender Soundtrack, immer noch beeindruckende Bilder, ein gelungener Cast, was will man mehr!

 

Quelle: Wikipedia, aniSearch (Inhaltsangabe)