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Der Erfolgsregisseur Makoto Shinkai kreiert mit jedem seiner Filme ein neues und einzigartiges Meisterwerk. Diese Woche schauen wir uns den Kurzfilm «The Garden of Words» an…

 

 

 

Der Name Makoto Shinkai sollte inzwischen jedem ein Begriff sein, schließlich zeichnet er sich für den erfolgreichsten Anime-Film aller Zeiten verantwortlich. Während er derzeit die japanische Presse mit seinem neuesten Werk «Kimi no Na wa.» dominiert, werfen wir einen Blick auf seinen ruhigen, aber dafür sehr emotionalen Vorgänger aus dem Jahr 2013.

«The Garden of Words» ist in Deutschland beim Publisher KAZÉ auf DVD und Blu-Ray erschienen. Zudem besteht die Möglichkeit, sich den Film bei Anime on Demand auszuleihen.

Story:

Kurz vor Beginn der Regenzeit verschwinden die Hochhäuser Tokyos immer öfter in dunklen, schweren Wolken. An solchen regnerischen Morgen schwänzt Oberschüler Takao die Schule, um die Ruhe im Pavillon eines idyllischen Parks zu genießen. Abgeschottet von Lärm und Hektik der Großstadt begegnet er dort einer Frau, die ihren Job ebenfalls nicht allzu ernst zu nehmen scheint. Während Takao davon träumt, Schuhmacher zu werden und Entwürfe zeichnet, verbringt die seltsame Unbekannte die regnerischen Vormittage im Pavillon mit Alkohol und Schokolade. Inmitten ihrer einsamen Insel nähern sich die beiden an und warten bald ungeduldig auf Regentage, damit sie sich erneut begegnen können. Doch es dauert nicht lange, bis die heiße Sommersonne die dicken Wolken über Japan zu verdrängen droht … [KAZÉ]

>> Deutscher Trailer zum Film

Kurze Einschätzung:

Zuallererst stellen wir uns die Frage, was genau die Besonderheit an den Filmen von Makoto Shinkai ist. Für mich ist das definitiv der realistisch gehaltene Stil, der sowohl die Story als auch die Animationen durchzieht.

Die Story könnte aus dem realen Leben gegriffen sein und beinhaltet keinerlei überdramatisierende Stilmittel. Die Charaktere trumpfen nicht mit besonderen Fähigkeiten auf und könnten in der realen Welt auch in dieser Form existieren.

Die Zeichnungen sind alle sehr detailreich und man arbeitet oft mit Schattierungen, um den Film dynamischer wirken zu lassen. Typische Anime-Elemente, wie übergroße Augen und verfälschende Proportionen, werden dabei außer Acht gelassen, um ein möglichst realistisches Ereignis widerzuspiegeln.

All diese Elemente zeichnen den Stil vom Regisseur aus und kommen auch in diesem Film deutlich zum Ausdruck.

Mit den Animationen wirkt er seiner Zeit voraus und besticht durch einen unglaublichen Detailheitsgrad, wie ihr anhand der Bilder im Artikel erkennen könnt.

Die Geschichte wird sehr emotional und zeigt auf, wie schmal doch der Grad zwischen Liebe und Trauer sein kann. Im Film ist insbesondere das Wetter der Auslöser für die unterschiedlichen Emotionalitäten und auch dort verstößt der Regisseur gegen die Norm. Eigentlich verbinden wir Regen mit einer negativ-melancholischen Stimmung, während Sonnenschein in uns positive Glücksgefühle wie Freude erweckt. Diese Ansicht hat man hier komplett außer Acht gelassen und verbindet Regen stattdessen mit Romantik. Warmes und sonniges Wetter ist bei den Protagonisten hingegen eher durch Trauer geprägt.

Durch die beschränkte Dauer von 46 Minuten wirkt der Film nicht überzogen, führt aber dennoch  zu einem klaren Bild über die Hauptcharaktere. Da nur die beiden Protagonisten eine wirklich wichtige Rolle einnehmen, reicht auch diese kurze Zeitspanne aus, um ein klares Bild zu schaffen.

Fazit:

Ich halte den Film für ein Meisterwerk und kann ihn jedem Freund dieses Genres empfehlen. Wenn man romantische und bildgewaltige Anime-Filme mag, muss man sich diesen unbedingt ansehen.

Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass sich der Film thematisch nur auf diesen Bereich beschränkt und keinerlei Action oder Komik bietet. Falls man auf diese Elemente nicht verzichten kann, wird sich der Gefallen an dem Film in Grenzen halten.

Diashow: